Roadtrip – USA Westküste

Wow, endlich hat es sich mal ein Freund/Verwandter gewagt mich in Nordamerika zu besuchen. Mein Bruder ist für 24. Tage über den großen Teich geflogen. Und ich kann es jetzt schon vorweg nehmen, es war eine richtige Gaudi. Und ich kann es nur jedem raten sich den Mut zusammenzunehmen. Denn einfacher geht es eigentlich nicht mal nach Kanada zu reisen. Der Flug kostet um die 600 $, vor Ort habe ich Wohnung, Auto, bekomme viele Rabatte und es ist alles vorbereitet…
In der Zeit in der mein Bruder zu Besuch war hatte ich meine Arbeit als Ski Guide schon beendet und somit die komplette Zeit Urlaub. Ski fahren ging immernoch und das Wetter an der Küste war warm und sonnig. Also haben wir unsere 7 Sachen gepackt und sind nach allen Regeln der Kunst umhergereist. Bei so einem Roadtrip heist es vor allem nicht zu wissen wo man am nächsten Tag schläft und was man alles tolles erlebt. Auf dem Plan stand die Westküste von Kanada bis nach San Francisco abzufahren. Am Ende waren es bestimmt an die 4.000 km…

Hier eine kleine Kurzfassung:
1.-2. Tag Vancouver
3. Tag Whistler
4.-5. Tag Whidbey Island
6. Tag Seattle
7. Tag Columbia River Gorge
8. Tag Cannon Beach
9. Tag Cape Kewanda und Oregon Sand-Dünen
10. Tag Trinidad und der Redwoods Nationalpark
11.-13. Tag San Francisco
14.-15. Tag Yosemite Nationalpark
16. Tag Umpqua Hot Springs
17. Tag Autofahrt 😉
18. Tag Shopping im Tulalip Outlet
19.-21. Tag Whistler Ski Tour
22.-24. Vancouver

Roadtrip mit meinem Bruder

Roadtrip mit meinem Bruder

Am Tag von Lucas’ Ankunft war perfektes Wetter für einen spektakulären Sonnenuntergang an einem der schönen Strände in Vancouver. Direkt vom Flughafen sind wir zur Spanish Banks gefahren und bei einem gut gekühlten kanadischen Dosenbier den Ausblick genossen. An das Bier musste sich der verwöhnte Paulaner und Augustiner Trinker erst gewöhnen. Am Abend musste er auch erstmal seine eigenen Erfahrungen machen als wir in einer kleinen Brauerei in Vancouver mit meiner Bekannten Sophie unterwegs waren. Nach der ersten Bestellung hat er gelernt, dass er auf keinen Fall mehr ein IPA Bier (Indian Pale Ale) bestellen wird. Das ist ein sehr hopfenhaltiges Bier, es schmeckt einfach nicht gut. In Vancouver haben wir die erst Nacht bei Sophie und Luisa auf der Couch geschlafen.

Sonnenuntergang in Vancouver (Spanish Banks)

Sonnenuntergang in Vancouver (Spanish Banks)

Eine Stadttour in Vancouver macht man am Besten auf dem Fahrrad, denn die Stadt ist nicht super groß und auf relativ flachen Radwegen kann man an der Seepromenade entlangfahren. Die Drahtesel hatten wir uns an dem Tag für 3 Stunden ausgeliehen. Lucas war vor allem von dem Stanley Park, Vancouvers Stadtpark der auf einer kleinen Halbinsel liegt, begeistert.

Am Nachmittag ging es dann nach Whistler wo wir uns noch meinen Kumpels zum Apres Ski angeschlossen haben. Für Lucas konnte ich einige Freikarten zum Skifahren organisieren und Mikko, der in einem Verleihgeschäft arbeitet, hat Lucas mit Snowboardausrüstung ausgestattet. Dadurch haben wir 130 $ Skipass und 50 $ Leihgebür pro Tag gespart. Der Schnee und das Wetter an dem Tag waren in Ordnung zum fahren. Die teilweise vereisten Stellen haben sich gegen Mittag aufgeweicht und wir konnten einige tolle Freeride Hänge fahren.

Auf dem Weg Richtung Süden haben wir unsere gemeinsamen Freunde Theresa und Christopher aus der Heimat aufgesammelt. Sie wollten auch Richtung Seattle fahren um von dort getrennt weiterzureisen. Christopher Kaufi, ist von Seattle direkt nach Mittelamerika geflogen und Theresa fährt die US Westküste in den Süden um ihren Freund dann in Mexiko wieder zu treffen. Vancouver nach Seattle sind eigentlich nur gute 2 Stunden, aber wir haben uns einen kleinen Stopp auf einer Insel (Whidbey Island) gegönnt und sind dort Campen gegangen. Es war gemütlich mit allen zusammen ein Lagerfeuer und BBQ zu machen, am Strand spatzieren zu gehen und Volleyball zu spielen.

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Auf der Fähre nach Whidbey Island mit Theresa und Kaufi

In Seattle war ich ja bereits zweimal um meine Studienkollegen Miriam und Christopher zu besuchen. Sie arbeiten beide im Microsoft Hauptsitz in Seattle und haben eine super moderne Doppelhaushälfte etwas außerhalb von Seattle. Bei ihnen haben wir vier ‘Heimatlosen’ eine Unterkunft gefunden. Natürlich ging es am nächsten Tag, nach Amerikanischen Frühstück mit Bacon und Eggs, zum Sightseeing in die Stadt. Spaceneedle engl. Weltraumnadel (ein Aussichtsturm der einfach als Attraktion gebaut wurde), pike place market (Bauernmarkt im Hafen), die Monorail (eine Stadtbahn die auf einer Schiene in der Höhe durch die Stadt fährt) und das Columbia Center (größtes Gebäude der Stadt) gehörten zu den Highlights. Mit einem überragenden Burger-BBQ haben wir den Tag mit einem gekühlten Bier ausklingen lassen. So eine Stadttour ist immer recht anstrengend und ermüdent.

Auf dem Weg nach San Francisco waren vor allem die Redwoods, die weiten der Sanddünen und die Küste von Cape Kewanda unvergesslich. Die Redwoods in Oregon sind pazifische Mammutbäume die in einem rießigen Gebiet einen wichtigen Nationalpark bilden. Der Big Tree, einer der größten Bäume im Nationalpark ist 92,6 meter hoch, hat einen Stammdurchmesser von 6,6 m und ist geschätzte 1500 Jahre alt.
In den Sanddünen von Oregon haben wir uns Strand Buggys gemietet und hatten rießen Spaß beim umhercruisen.

Die Mammut Bäume in den Redwoods

Die Mammut Bäume in den Redwoods

Cape Kewand in Oregon

Cape Kewand in Oregon

Strand Buggy in den Sand Dünen

Strand Buggy in den Sand Dünen

In San Francisco hatten wir dann die erste nach in einem Hostel gebucht um uns mal eine warme Dusche zu gönnen. In drei Tagen haben wir versucht so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich vom San Fran zu sehen und trotzdem eine entspannte Zeit zu haben. Die Golden Gate Bridge ist mit der Stadt im Hintergrund atemberaubend und mit dem Cable Car die steilen Straßen zu erkunden macht auch Freude.

Golden Gate Bridge San Francisco

Golden Gate Bridge San Francisco

San Francisco war unsere südlichste Station auf dem Roadtrip und nach den Tagen dort haben wir die Reise zurück in den Norden in Angriff genommen. Eigentlich hatte ich für Lucas und mich einen Fallschirmsprung als Überraschung gebucht, leider musste der wegen schlechtem Wetter abgesagt werden und wir sind weiter in den Yosemite Nationalpark gefahren. Die Berge sind mit ihrem Granitstein ähnlich beeindruckend wie die Dolomiten der Alpen, allerdings machen die zahlreichen Wasserfälle den Yosemite zu etwas besonderen. Auf dem Zeltplatz des Nationalparks haben wir zwei Nächte verbracht und sind zwei Tagestouren gewandert.
Etwas weiter nördlich wollten wir uns noch den Crater Lake, ein See im Krater eines erloschenen Vulkans, anschauen. Allerdings hat uns eine Sackgasse die im 2 meter hohen Schnee endete aufgehalten. Denn der Vulkan liegt auf einer Höhe von 1300 Metern und ist erst ab Juni anzufahren. Als alternative sind wir an die nahegelegenen Hot Springs (engl. heiße Quellen) vom Umpqua Tal gefahren. Auch wieder ein einzigartiges Erlebnis für meinen Bruder und mich, im Regenschauer in einer natürlichen Badewanne im Wald zu liegen.

Yosemite National Park

Yosemite National Park

Yosemite Nationalpark

Yosemite Nationalpark

Umpqua Hot Springs

Umpqua Hot Springs

Am Ende unserer Reise standen noch einige Tage Whistler und Vancouver auf dem Programm. In Whistler ist Lucas dann mit mir seine erste Ski Tour gegangen und er hat sich gut geschlagen. Bei immer schlechter werdender Sicht haben wir uns gut an Gletscherspalten vorbei durch den Spearhead Gletscher navigiert.
In Vancouver haben wir bei meinem Freund Dominic aus England in einer coolen Wohnung im 19. Stock mit Balkon geschlafen und die gemeinsame Zeit in Kanada und den USA ausklingen lassen.

Ich war sehr angetan von dem Trip, alles hat mit dem Auto (haben wir dann in Whistler verkauft) geklappt und geschlafen haben wir super. Ein total lohnenswerter Trip ging in Frankfurt zuende wo ich meine Eltern nach 5 Monaten Ausland wieder in die Arme nehmen konnte.

Columbia River Gorge

Columbia River Gorge

Lucas in Vancouver

Lucas in Vancouver

Und jetzt im Sommer… leite ich mit meiner Evi die Edtalmhütte am Dachstein West in Österreich. Dazu viele Details beim nächsten mal.

LG pauli

Ski fahren mit Weltcup- und Olympiasiegern

Am Ende der diesjährigen Wintersaison hat unser Reiseveranstalter mit einer Spezialreise ein Highlight gesetzt. Unsere Gäste und ich hatten die Ehre mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther Ski fahren zu können.
Ich als Guide durfte diese Gruppe in Whistler die schönsten Abfahrten herunterführen. Ein tolles Erlebnis!

Ski fahren mit Rosi und Christian

Ski fahren mit Rosi und Christian

Neben der Arbeit mit den Promis und anderen Gästen aus Deutschland drehte sich auch diese Saison vielen um das Ski Touring. An meinen freien Tagen zwischendurch bin ich immer Eintagestouren in Whistler gegangen. Das heist wir haben die Skilifte verwendet um so hoch wie möglich zu kommen und sind dann von dort mit Fellen weiter ins Hinterland (Backcountry) gewandert. Innerhalb von 45 min erreicht man von dort unberührte Gletscherabfahrten die auch die örtlichen Helicopter Ski Firmen als Abfahrten nutzen.
An dieser Stelle möchte ich auch meine neue Freundin vorstellen, mit der ich die meisten dieser Ski Touren gemacht habe. Evelyn ist auch Skilehrerin, kommt aus Niederösterreich und es ist super mit ihr Ski fahren zu gehen.

ski tour in whistler

ski tour in whistler

Für diese Saison haben wir uns auch eine Merhtagestour mit Übernachtung in einer Hütte vorgenommen. Kurz vor meinem Geburtstag, am 16./17. März, haben dann sowohl das Wetter, der Schnee und meine freien Tage gepasst. Ziel war eine Hütte im sogenannten steep creek (Tal des steilen Flusses). Um diese Hütte zu erreichen sind wir in etwa eine Stunde mit dem Auto nördlich von Whistler eine Passstraße gefahren. Der Parkplatz von dem aus wir die Ski anschnallen konnten liegt auf 1200 Metern. Vollgepackt mit Proviant, Kochutensilien, Schlafsäcken, Isomatten und Lawinenausrüstung haben wir einen 2 stündigen Aufstieg zur Hütte am Darkside Lake bewältigt. Die Hütte ist wundervoll gelegen im Wald an einem See, umgeben von atemberaubenden Bergen und Gletschern.
An der Hütte haben wir dann all unser schweres Gepäck abgelegt und sind dann mit leichteren Rucksäcken Ski gefahren. Am ersten Tag sind wir in weiteren 2 Stunden unseren ersten Gipfel erklummen. Die anspruchsvolle Abfahrt mit ca 700 Höhenmetern war das i-Tüpfelchen zu dem gelungenen Tag.

Wir sind gegen 18 Uhr ziemlich erschöpft aber glücklich an der Holzhütte (Log Cabin) angekommen. Erfreulicher Weise haben unsere Mitbewohner, drei Kanadier aus Vancouver Island, bereits den Kamin angefeuert. Zum Abendessen haben wir mit einem Topf Nudeln unsere Kohlenhydrat Reserven wieder aufgefüllt und den Abend mit einem kühlen Bier ausklingen lassen. Die Nacht war sehr abwechslungsreich: unter dem Dach war es zu Beginn sehr warm, Mitten in der Nacht hat uns eine Ratte die in den Wänden Krawall gemacht hat wach gehalten, am frühen morgen ist es ziemlich kalt geworden denn der Kamin hat nicht mehr wirklich geheizt. Aber im Großen und Ganzen haben wir die Nacht gut rumbekommen und sind mit Haferschleim motiviert in die Berge gezogen.

Hütte am Darkside Lake

Hütte am Darkside Lake

Frühstück vorm touren gehen

Frühstück vorm touren gehen

Wir hatten einen perfekten Ski Touring Tag, Sonne, Pulverschnee und anspruchsvolle Abfahrten!
Schaut einfach auf den Bildern…

Den Berg haben wir bestiegen

Den Berg haben wir bestiegen

und sind ihn hier abgefahren

und sind ihn hier abgefahren

Nachdem wir unsere Schlafsachen aus der Hütte geholt hatten machten wir uns auf dem Rückweg Richtung Auto.
Leider gab es auf unserer letzten Abfahrt noch ein kleines Schockerlebnis. In den Bergen gibt es neben den bekannten Gefahren wie Lawinen, Gletscherspalten und Klippen auch noch die weniger bekannten Treewells engl. Baumbrunnen oder Baumlöcher. Solche Baumlöcher bilden sich bei viel Schnee um den Stamm des Baums, da die Äste den Schnee abhalten entsteht ein Hohlraum. Diese Löcher können bis zu 4 Meter tief sein und die Gefahr ist dort reinzufallen und zu ersticken. Man kommt alleine nicht wieder raus und der Schnee von den Ästen kann einen schnell verschütten.
Und genau in so ein Baumloch ist die Evelyn gefallen. Da uns die Gefahr bewusst war, sind wir relativ nah zusammen gefahren und ich habe mitbekommen als sie in den treewell gefallen ist. Mit Hilfe der Lawinenschaufel und beruhigenden Worten konnte ich sie innerhalb von 4 Minuten ausgraben. Also Glück im Unglück, nix gebrochen oder verletzt.

treewell engl. Baumloch oder Baumbrunnen

Gipfelfoto

Gipfelfoto

Durch den Unfall waren wir beide etwas durcheinander und haben uns bei der Abfahrt noch verfahren, aber es dann doch kurz nach Einbruch der Dunkelheit ans Auto zurück geschafft.
Evelyn hatte ihren Rückflug schon für Anfang April gebucht und ich habe sie zum Flughafen begleitet. Beim ersten Versuch wurden allerdings in einer Parkgarage in Vancouver unsere Rucksäcke gestohlen und ohne ihren Reisepass durfte sie nicht ausfliegen. Also musste/durfte Evelyn noch eine Woche länger bei mir in Whistler bleiben bis sie von der österreichischen Botschaft einen Notpass bekommen hat. Beim zweiten Anlauf haben wir dann den Campingplatz in der Nähe von Vancouver dem Hotel vorgezogen und buchstäblich auf den Reisepässen geschlafen.
Das Tal in dem wir gecampt haben, der Golden Ears Park, ist wunderschön und der See ist bitter kalt (siehe Fotos)

Henry (unser Pontiac Montana)

Henry (unser Pontiac Montana)

Das Schlafzimmer

Das Schlafzimmer

Einen Tag nach dem Evelyn abgeflogen ist, hatte ich schon meinen nächsten Liebsten an meiner Seite… Das Bruderlein Lucas kam am Samstag den 09.04. in Vancouver an.

Mit ihm mache ich einen Roadtrip entlang der Westküste von Whistler, über Vancouver, Seattle, Oregon bis nach San Francisco in Kalifornien. Auf dem Rückweg werden wir dann zum Wandern Stopps im Yosemite National Park und dem Umpqua Park einlegen. Von dem Trip gibt es dann mehr in Kürze.

Ansonsten kann ich hier ja auch schonmal verraten, dass ich gemeinsam mit meinem Bruder in Frankfurt am 03. Mai lande…

Ganz viele Grüße von Übersee !

Euer Paul

Arbeit auf dem Berg!

Hallo ihr Lieben,

die Wintersaison hier in Whistler dauert jetzt schon 4 Monate und neigt sich langsam dem Ende entgegen. Beruflich kommt noch eines der Highlights auf mich zu. Denn in der kommenden Osterwoche hat sich mit meiner Firma Hagen Alpin Tours auch ein prominentes Pärchen zum Skifahren angekündigt. In ihrer Zeit hier in Whistler werde ich Rosi Mittermaier und Christian Neureuther betreuen. Sie kommen als Werbefiguren mit einer Gruppe aus Deutschland zum Skifahren. Ich freue mich ihnen dann mal zeigen zu können wie man ‘richtig’ Ski fährt 😉

Ein ganz normaler Arbeitstag startet um 8 Uhr mit verlassen des Hauses. In 30 min. gehe ich dann entlang des Golfkurses auf dem Valley Trail in Richtung Skilifte wo ich mein Schließfach mit der ganzen Ausrüstung habe. Um 9 Uhr begrüße ich dann am Treffpunkt die Gäste zum Ski Guiding. Normal sind es Gruppen von 2-8 Personen die hier eine Woche zum Urlaub herkommen. Die ersten zwei Tage sind Ski Guiding für sie gebucht. Ich als Bergführer bin vor allem in einem Skigebiet wie Whistler sehr hilfreich, da es sich hier vorwiegend nicht um ausgeschilderte normale Pisten handelt sondern freies Gelände das schwer zu erreichen ist.

Arbeitsweg auf dem Valley Trail Richtung Berge!

Arbeitsweg auf dem Valley Trail Richtung Berge!

Je nach Könnerstufe, das ich bei den ersten paar Abfahrten teste, geht es dann auf die schwierigen black diamond und double black diamond Hänge im Skigebiet. Oft gilt es einen kleinen 5-10 minütigen Aufstieg mit Ski auf der Schulter zu bewältigen um auf der Rückseite der Berge den frischen Tiefschnee zu finden.

Aufstieg zur Bergrückseite!

Aufstieg zur Bergrückseite!

Mittagspausen werden auf einer der wenigen Hütten (Großraum Kantinen) gemacht. Zum Glück ist es geduldet dort sein eigenes Essen mitzubringen und ich verspeise meistens mein selbstgebackenes Pausenbrot. Denn wenn man sich überlegt ich würde bei 120 Tagen auf dem Berg jedes mal 15 $ ausgeben, dann kommt mich das ziemlich teuer. Nach dem Skifahren gehört es zu meinen Aufgaben die Gäste bei Buchungen wie Heli-Skiing zu unterstützen und mit ihnen in die Büros zu gehen. Ein obligatorisches Aprés Ski Bier darf dann auch nicht fehlen.
Körperlich macht mir das tägliche Skifahren nix mehr aus. Meine anfänglichen Rückenbeschwerden habe ich durch zweimal schwimmen und Fitness Studio gut in den Griff bekommen. Allerdings ist es stressig die ganze Zeit unter der Verantwortung zu stehen die Gäste die richtigen Abfahrten runterzuschicken und sie zu unterhalten.

Hagen Guiding in Spankys Ladder

Hagen Guiding in Spankys Ladder

Die Arbeit mit den Gästen macht richtig Spaß weil ich wirklich viel zum Ski fahren komme und auch meistens da lang fahren kann wo ich selber auch fahren würde. Das Niveau ist sehr hoch und die Leute sind hier um an ihre Grenzen zu gehen.
Allerdings vermisse ich das Coachen von Kids und Jugendlichen sehr. Mit dem Nachwuchs zu arbeiten und zu sehen wie sie sich weiterentwickeln ist etwas ganz besonderes. Naja mal sehen wie es dann die nächsten Jahre so weitergeht. Bisher gibt es keinen Plan sondern nur Ideen, und das ist auch gut so!

Liebe Grüße

Euer Paul

Glacier Expedition in Haines, Alaska

Im April 2015 bin ich mit meiner Skilehrerkollegin aus Whistler mit dem Roadtrip Batmobil in Richtung Alaska gefahren. Ziel waren die großen Berge von Haines in Alaska. Vorab haben wir uns mit unserem Guide Joe Eppler über unsere Tour und Organisation ausgetauscht. Am Ende hat alles perfekt gepasst und wir hatten einen unvergesslichen Skitrip!

Ski – Eat – Sleep … Repeat

Roadtrip: 12 Tage – 6 Skigebiete – 1.900 Kilometer

Ein Ski Guide hat in der Wintersaison 12 Tage Urlaub am Stück… Natürlich versucht er so viel Zeit wie möglich auf dem Berg zu verbringen und sucht nach neuen Herausforderungen.

Andy und ich sind in den freien Tagen auf ski safari gegangen. Auto voll packen mit Ski, Essen, Schlafsack und los gehts Richtung Rocky Mountains.

Unser treuester Reisepartner Henry, ein weißer 12 Jahre alter Pontiac Montana, hat uns in der ersten Nacht ins Big White Skigebiet bei Kelowna transportiert. In Big White haben wir bei Kaufi, einem guten Freund aus der Heimat übernachtet. Geschneit hat es in Big White schon länger nicht, allerdings hatten wir dafür Sonnenschein pur und tolle Ausblicke.

Chair Lift durch Big White

Chair Lift durch Big White

Snow Ghosts in Big White

Snow Ghosts in Big White

Silver Star Mountain Resort

Auf dem Weg zu nach Revelstoke haben wir auf der Karte das kleine Skigebiet Silver Star gefunden und natürlich haben wir  dort für einen Tag stopp gemacht um uns dort mal auszutoben. Und es hat sich gelohnt!
Das Wetter und der Schnee waren zwar nicht besonders gut. Relativ feuchter Schnee bei Schneeregen und Bewölkung.
Aber das Skigebiet hat trotz weniger Skilifte so viele Varianten zum Abfahren, sehr steile Abfahrten in den Wäldern.
Und diese oft versteckten Abfahrten haben wir durch Siobhan gefunden, ein einheimisches Mädel dass wir auf einer unserer ersten Liftfahrten kennengelernt haben. Sie war mal Rennfahrerin und ihre ganze Familie hat an dem Tag am Rennkurs gearbeitet oder wie z.B. ihr kleiner Bruder sogar beim Rennen teilgenommen. Auf alle Fälle haben wir uns gut verstanden und ihre Mutter hat uns dann zum Abendessen eingeladen. Natürlich haben wir das angenommen. Also sind wir zu der Adresse gefahren und wir haben uns in einer 5 Mio. $ Villa wiedergefunden. Whirlpool, Heimkino, rießiger Küche und Glasfront am Berg. Zum Abendessen gab es Reis mit Wildlachs und Gemüse. Ich habe um Wasser gebeten, weil unser Plan war am Abend noch weiterzufahren. Allerdings hat Ann-Marie mir Wein eingeschenkt begleitet vom Satz: Ihr fahrt heute nirgends mehr hin, ihr könnt hier schlafen. Naja als Reisender ohne wirklich eine Unterkunft zu haben sind wir gerne in dem Haus geblieben.

Abendessen bei den Clancys

Abendessen bei den Clancys

Henry vollgepackt !!

Henry vollgepackt !!

Als weitere Stationen standen Revelstoke, Kicking Horse, Panorama und Fernie auf dem Programm.
In Revy haben wir bei einem Freund von Andy schlafen können, der uns auch mit zum Skitouring als Guide geführt hat. Der Schnee ist immer besser geworden und wir hatten viele tolle Tiefschneeabfahrten. Beim Skitouring haben wir ein paar kleine Lawinen ausgelöst, aber nix beunruhigendes. Aber es war eine gute Erfahrung und Übung wie man mit so einer Situation umgehen sollte.

Ski Tour in Revelstoke!

Ski Tour in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Ab Golden hat uns dann Marion aus Calgary begleitet. Marion habe ich vor 1,5 Jahren auf Vancouver Island kennengelernt, wir haben dort viel Zeit im Sommer verbracht und sind in Whistler zusammen Ski gefahren. Sie hat Freunde in Golden und Fernie bei denen wir schlafen konnten und ihre Eltern sogar ein eigenes Haus am See in Windermere (Nahe Panorama).

Marions Haus in Windermere

Marions Haus in Windermere

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

In Golden (Kicking Horse Ski Gebiet) hatten wir den richtigen Champagne Powder. So leichter und trockener Schnee dass man richtig tief einsinkt. Das Skigebiet dort hat auch viel zu bieten, allerdings gibt es nur eine Gondel und einen Sessellift von dem aus man viel erlaufen kann. Wie zum Beispiel den Terminator 1 & 2, so werden die zwei Berge genannt die man in 15 min. zu Fuß erklimmen kann.

Am besten hat mir aber eigentlich Revelstoke gefallen. Es hat mich am meisten an Whistler erinnert und hat viele verschiedene Variationen zu bieten. Steile Abfahrten im Wald sowie tolles Gelände zwischen Felsen.

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

Liegestütze am Hang

Liegestütze am Hang

Nach einem Tag Skifahren in Fernie mussten wir uns leider auf dem Weg zurück nach Whistler machen, nachdem es über 30 cm Neuschnee über Nacht gegeben hat. Also sind wir mit einem weinenden Auge losgefahren. Aber das Risiko erst über Nacht zu fahren war zu groß, da wir am nächsten Tag wieder in Whistler arbeiten mussten. Und es hat sich auch bewährt. Die Strecke von Fernie nach Whistler beträgt 1080 km und ca 12 Stunden Autofahrt. Circa 400 km vor dem Ziel hat einer unserer Reifen den Geist aufgegeben und sich verformt. Wir haben es noch bis kurz vor 18 Uhr nach Kamloops geschafft und gerade so eine Werkstatt gefunden die uns Helfen konnten.

Zurück in Whistler hat die Arbeit wieder gerufen. Aber so schlimm ist das ja auch nicht. Der Vater von der Familie bei der wir übernachtet haben, ist eine Woche später nach Whistler auf eine Dienstreise gekommen und hatte einen Tag frei zum Skifahren. Gerne habe ich ihn den Tag unterricht gegeben als Dank für die nette Gastfreundschaft in Silver Star.
Es ist ein tolles Gefühl dafür Geld zu bekommen was man liebt und gerne macht. Beim nächsten mal werde ich schreiben was sich in meinem Job als Ski Guide alles so abspielt.
Hier ein kleiner Einblick wie so ein Tag Ski Guiding aussehen kann: https://vimeo.com/157677371

Viele Liebe Grüße aus Kanada

Euer Paul

Heimat – nur als Zwischenstopp

Nach genau 364 Tagen in Nordamerika bin ich am 29. Mai wieder am Flughafen in Frankfurt gelandet. Tolles Gefühl, Vorfreude auf die Zeit mit Familie und Freunden. Allerdings wurde das Gefühl auch begleitet von Ungewissheit wie ich mich da zurechtfinde, was auf mich zukommt und was ich nach dem Jahr eigentlich machen will. In dem Artikel lass ich euch wissen, was mich geleitet hat und welche Einflüsse dazu beigetragen haben warum ich wieder nach Kanada zum Skifahren bin.

Im Vordergrund stand natürlich erstmal meine ganze Familie und die Freunde wieder zu sehen. Das war in den ersten Momenten ein tolles Gefühl. Ich muss aber auch sagen, dass es mir in einigen Situationen schwer gefallen ist lange sehr viele Leute um mich herum zu haben. Wie zum Beispiel auf Geburtstagen oder anderen Familienfeiern. Es ist ein Kontrast vom Dschungel in Hawaii oder dem Gletscher in Alaska zu den Abendessen mit mehr als 10 Leuten. Aber ich denke ich habe das ganz gut gemeistert und mich bei Bedarf einfach mal zurückgezogen in mein Kinderzimmer 😉

Schnell wurde mir dann aber klar, dass ich irgendwie mit Whistler und dem Winter in Kanada noch nicht abgeschlossen habe. Ich hatte noch so viele Abfahrten auf meiner Liste die ich nicht gefahren bin, der Schnee hat die Erwartungen nicht zu 100 % erfüllt und die Atmosphäre in einem kanadischen Skigebiet habe ich schnell vermisst. Dazu kam, dass einige Bekannte aus der Saison haben geredet und gefragt wer in der darauffolgenden Saison wiederkommt. Also habe ich mich damit auseinandergesetzt wie ich es am besten realisieren kann erneut einen Winter in Whistler zu verbringen. Als erste Option gab es das Sponsoring durch die Skischule in Whistler. Denn Kernproblem ist es eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Leider wurde ich in dem Sponsoring nicht berücksichtigt. Daraufhin habe ich mich bei einer Deutschen Firma (Hagen Alpin Tours – http://www.pulver-schnee.de/) als Ski Guide beworben und wurde für den Job eingestellt. Als Angestellter bei einer Deutschen Firma kann ich in Kanada ohne Arbeitsvisum arbeiten.

Um den Plan verwirklichen zu können musste ich mir ein bisschen Bares über den Sommer verdienen. Denn Flug und einige Nebenkosten müssen selber gedeckt sein. Am einfachsten und besten Geld zu sparen war es über den Sommer in meinem Elternhaus zu wohnen, Danke Mama und Papa, und nebenbei habe ich bei meinem Onkel (Elektro- und Systemmontagen Roth) auf dem Bau gearbeitet. Gar nicht so übel sich mal wieder körperlich richtig schinden zu müssen und dabei zu wissen der Familie noch zu helfen. Meistens ging es für 4-5 Tage mit Großcousin Benny, Bruder Lucas und Dominik zum Arbeiten nach München auf die Baustellen um Kabel zu verlegen und anzuschließen. Geschlafen haben wir bei der Bobby in der Pension Neubiberger Hof (http://www.neubibergerhof.info/) bester Strammer Max den ich je gegessen habe. Und natürlich haben wir auch ein paar gute Paulaner Helle vernascht.

Handwerklich begabt der Bube

Handwerklich begabt der Bube

Nebenbei hat mich auch die Begeisterung für den Fußball wieder gepackt und ich habe die Schuhe für den heimischen FC 02 geschnürt um die alten Freunde ein bisschen zu unterstützen. Leider habe ich trotz Training ein paar Kilo über den Sommer draufgepackt. Das könnte aber an die vielen Tagen die ich am Baggersee mit Hefeweizen und Curry-Wurst verbracht habe liegen und an der guten Küche von Oma, Mama und Tante Edith 😉

Und zum Schluss noch ein aktuelles Foto aus Whistler Kanada:

Mit Gast Micheal in der Gondel

Mit Gast Micheal in der Gondel