Roadtrip – USA Westküste

Wow, endlich hat es sich mal ein Freund/Verwandter gewagt mich in Nordamerika zu besuchen. Mein Bruder ist für 24. Tage über den großen Teich geflogen. Und ich kann es jetzt schon vorweg nehmen, es war eine richtige Gaudi. Und ich kann es nur jedem raten sich den Mut zusammenzunehmen. Denn einfacher geht es eigentlich nicht mal nach Kanada zu reisen. Der Flug kostet um die 600 $, vor Ort habe ich Wohnung, Auto, bekomme viele Rabatte und es ist alles vorbereitet…
In der Zeit in der mein Bruder zu Besuch war hatte ich meine Arbeit als Ski Guide schon beendet und somit die komplette Zeit Urlaub. Ski fahren ging immernoch und das Wetter an der Küste war warm und sonnig. Also haben wir unsere 7 Sachen gepackt und sind nach allen Regeln der Kunst umhergereist. Bei so einem Roadtrip heist es vor allem nicht zu wissen wo man am nächsten Tag schläft und was man alles tolles erlebt. Auf dem Plan stand die Westküste von Kanada bis nach San Francisco abzufahren. Am Ende waren es bestimmt an die 4.000 km…

Hier eine kleine Kurzfassung:
1.-2. Tag Vancouver
3. Tag Whistler
4.-5. Tag Whidbey Island
6. Tag Seattle
7. Tag Columbia River Gorge
8. Tag Cannon Beach
9. Tag Cape Kewanda und Oregon Sand-Dünen
10. Tag Trinidad und der Redwoods Nationalpark
11.-13. Tag San Francisco
14.-15. Tag Yosemite Nationalpark
16. Tag Umpqua Hot Springs
17. Tag Autofahrt 😉
18. Tag Shopping im Tulalip Outlet
19.-21. Tag Whistler Ski Tour
22.-24. Vancouver

Roadtrip mit meinem Bruder

Roadtrip mit meinem Bruder

Am Tag von Lucas’ Ankunft war perfektes Wetter für einen spektakulären Sonnenuntergang an einem der schönen Strände in Vancouver. Direkt vom Flughafen sind wir zur Spanish Banks gefahren und bei einem gut gekühlten kanadischen Dosenbier den Ausblick genossen. An das Bier musste sich der verwöhnte Paulaner und Augustiner Trinker erst gewöhnen. Am Abend musste er auch erstmal seine eigenen Erfahrungen machen als wir in einer kleinen Brauerei in Vancouver mit meiner Bekannten Sophie unterwegs waren. Nach der ersten Bestellung hat er gelernt, dass er auf keinen Fall mehr ein IPA Bier (Indian Pale Ale) bestellen wird. Das ist ein sehr hopfenhaltiges Bier, es schmeckt einfach nicht gut. In Vancouver haben wir die erst Nacht bei Sophie und Luisa auf der Couch geschlafen.

Sonnenuntergang in Vancouver (Spanish Banks)

Sonnenuntergang in Vancouver (Spanish Banks)

Eine Stadttour in Vancouver macht man am Besten auf dem Fahrrad, denn die Stadt ist nicht super groß und auf relativ flachen Radwegen kann man an der Seepromenade entlangfahren. Die Drahtesel hatten wir uns an dem Tag für 3 Stunden ausgeliehen. Lucas war vor allem von dem Stanley Park, Vancouvers Stadtpark der auf einer kleinen Halbinsel liegt, begeistert.

Am Nachmittag ging es dann nach Whistler wo wir uns noch meinen Kumpels zum Apres Ski angeschlossen haben. Für Lucas konnte ich einige Freikarten zum Skifahren organisieren und Mikko, der in einem Verleihgeschäft arbeitet, hat Lucas mit Snowboardausrüstung ausgestattet. Dadurch haben wir 130 $ Skipass und 50 $ Leihgebür pro Tag gespart. Der Schnee und das Wetter an dem Tag waren in Ordnung zum fahren. Die teilweise vereisten Stellen haben sich gegen Mittag aufgeweicht und wir konnten einige tolle Freeride Hänge fahren.

Auf dem Weg Richtung Süden haben wir unsere gemeinsamen Freunde Theresa und Christopher aus der Heimat aufgesammelt. Sie wollten auch Richtung Seattle fahren um von dort getrennt weiterzureisen. Christopher Kaufi, ist von Seattle direkt nach Mittelamerika geflogen und Theresa fährt die US Westküste in den Süden um ihren Freund dann in Mexiko wieder zu treffen. Vancouver nach Seattle sind eigentlich nur gute 2 Stunden, aber wir haben uns einen kleinen Stopp auf einer Insel (Whidbey Island) gegönnt und sind dort Campen gegangen. Es war gemütlich mit allen zusammen ein Lagerfeuer und BBQ zu machen, am Strand spatzieren zu gehen und Volleyball zu spielen.

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Auf der Fähre nach Whidbey Island mit Theresa und Kaufi

In Seattle war ich ja bereits zweimal um meine Studienkollegen Miriam und Christopher zu besuchen. Sie arbeiten beide im Microsoft Hauptsitz in Seattle und haben eine super moderne Doppelhaushälfte etwas außerhalb von Seattle. Bei ihnen haben wir vier ‘Heimatlosen’ eine Unterkunft gefunden. Natürlich ging es am nächsten Tag, nach Amerikanischen Frühstück mit Bacon und Eggs, zum Sightseeing in die Stadt. Spaceneedle engl. Weltraumnadel (ein Aussichtsturm der einfach als Attraktion gebaut wurde), pike place market (Bauernmarkt im Hafen), die Monorail (eine Stadtbahn die auf einer Schiene in der Höhe durch die Stadt fährt) und das Columbia Center (größtes Gebäude der Stadt) gehörten zu den Highlights. Mit einem überragenden Burger-BBQ haben wir den Tag mit einem gekühlten Bier ausklingen lassen. So eine Stadttour ist immer recht anstrengend und ermüdent.

Auf dem Weg nach San Francisco waren vor allem die Redwoods, die weiten der Sanddünen und die Küste von Cape Kewanda unvergesslich. Die Redwoods in Oregon sind pazifische Mammutbäume die in einem rießigen Gebiet einen wichtigen Nationalpark bilden. Der Big Tree, einer der größten Bäume im Nationalpark ist 92,6 meter hoch, hat einen Stammdurchmesser von 6,6 m und ist geschätzte 1500 Jahre alt.
In den Sanddünen von Oregon haben wir uns Strand Buggys gemietet und hatten rießen Spaß beim umhercruisen.

Die Mammut Bäume in den Redwoods

Die Mammut Bäume in den Redwoods

Cape Kewand in Oregon

Cape Kewand in Oregon

Strand Buggy in den Sand Dünen

Strand Buggy in den Sand Dünen

In San Francisco hatten wir dann die erste nach in einem Hostel gebucht um uns mal eine warme Dusche zu gönnen. In drei Tagen haben wir versucht so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich vom San Fran zu sehen und trotzdem eine entspannte Zeit zu haben. Die Golden Gate Bridge ist mit der Stadt im Hintergrund atemberaubend und mit dem Cable Car die steilen Straßen zu erkunden macht auch Freude.

Golden Gate Bridge San Francisco

Golden Gate Bridge San Francisco

San Francisco war unsere südlichste Station auf dem Roadtrip und nach den Tagen dort haben wir die Reise zurück in den Norden in Angriff genommen. Eigentlich hatte ich für Lucas und mich einen Fallschirmsprung als Überraschung gebucht, leider musste der wegen schlechtem Wetter abgesagt werden und wir sind weiter in den Yosemite Nationalpark gefahren. Die Berge sind mit ihrem Granitstein ähnlich beeindruckend wie die Dolomiten der Alpen, allerdings machen die zahlreichen Wasserfälle den Yosemite zu etwas besonderen. Auf dem Zeltplatz des Nationalparks haben wir zwei Nächte verbracht und sind zwei Tagestouren gewandert.
Etwas weiter nördlich wollten wir uns noch den Crater Lake, ein See im Krater eines erloschenen Vulkans, anschauen. Allerdings hat uns eine Sackgasse die im 2 meter hohen Schnee endete aufgehalten. Denn der Vulkan liegt auf einer Höhe von 1300 Metern und ist erst ab Juni anzufahren. Als alternative sind wir an die nahegelegenen Hot Springs (engl. heiße Quellen) vom Umpqua Tal gefahren. Auch wieder ein einzigartiges Erlebnis für meinen Bruder und mich, im Regenschauer in einer natürlichen Badewanne im Wald zu liegen.

Yosemite National Park

Yosemite National Park

Yosemite Nationalpark

Yosemite Nationalpark

Umpqua Hot Springs

Umpqua Hot Springs

Am Ende unserer Reise standen noch einige Tage Whistler und Vancouver auf dem Programm. In Whistler ist Lucas dann mit mir seine erste Ski Tour gegangen und er hat sich gut geschlagen. Bei immer schlechter werdender Sicht haben wir uns gut an Gletscherspalten vorbei durch den Spearhead Gletscher navigiert.
In Vancouver haben wir bei meinem Freund Dominic aus England in einer coolen Wohnung im 19. Stock mit Balkon geschlafen und die gemeinsame Zeit in Kanada und den USA ausklingen lassen.

Ich war sehr angetan von dem Trip, alles hat mit dem Auto (haben wir dann in Whistler verkauft) geklappt und geschlafen haben wir super. Ein total lohnenswerter Trip ging in Frankfurt zuende wo ich meine Eltern nach 5 Monaten Ausland wieder in die Arme nehmen konnte.

Columbia River Gorge

Columbia River Gorge

Lucas in Vancouver

Lucas in Vancouver

Und jetzt im Sommer… leite ich mit meiner Evi die Edtalmhütte am Dachstein West in Österreich. Dazu viele Details beim nächsten mal.

LG pauli

Ski fahren mit Weltcup- und Olympiasiegern

Am Ende der diesjährigen Wintersaison hat unser Reiseveranstalter mit einer Spezialreise ein Highlight gesetzt. Unsere Gäste und ich hatten die Ehre mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther Ski fahren zu können.
Ich als Guide durfte diese Gruppe in Whistler die schönsten Abfahrten herunterführen. Ein tolles Erlebnis!

Ski fahren mit Rosi und Christian

Ski fahren mit Rosi und Christian

Neben der Arbeit mit den Promis und anderen Gästen aus Deutschland drehte sich auch diese Saison vielen um das Ski Touring. An meinen freien Tagen zwischendurch bin ich immer Eintagestouren in Whistler gegangen. Das heist wir haben die Skilifte verwendet um so hoch wie möglich zu kommen und sind dann von dort mit Fellen weiter ins Hinterland (Backcountry) gewandert. Innerhalb von 45 min erreicht man von dort unberührte Gletscherabfahrten die auch die örtlichen Helicopter Ski Firmen als Abfahrten nutzen.
An dieser Stelle möchte ich auch meine neue Freundin vorstellen, mit der ich die meisten dieser Ski Touren gemacht habe. Evelyn ist auch Skilehrerin, kommt aus Niederösterreich und es ist super mit ihr Ski fahren zu gehen.

ski tour in whistler

ski tour in whistler

Für diese Saison haben wir uns auch eine Merhtagestour mit Übernachtung in einer Hütte vorgenommen. Kurz vor meinem Geburtstag, am 16./17. März, haben dann sowohl das Wetter, der Schnee und meine freien Tage gepasst. Ziel war eine Hütte im sogenannten steep creek (Tal des steilen Flusses). Um diese Hütte zu erreichen sind wir in etwa eine Stunde mit dem Auto nördlich von Whistler eine Passstraße gefahren. Der Parkplatz von dem aus wir die Ski anschnallen konnten liegt auf 1200 Metern. Vollgepackt mit Proviant, Kochutensilien, Schlafsäcken, Isomatten und Lawinenausrüstung haben wir einen 2 stündigen Aufstieg zur Hütte am Darkside Lake bewältigt. Die Hütte ist wundervoll gelegen im Wald an einem See, umgeben von atemberaubenden Bergen und Gletschern.
An der Hütte haben wir dann all unser schweres Gepäck abgelegt und sind dann mit leichteren Rucksäcken Ski gefahren. Am ersten Tag sind wir in weiteren 2 Stunden unseren ersten Gipfel erklummen. Die anspruchsvolle Abfahrt mit ca 700 Höhenmetern war das i-Tüpfelchen zu dem gelungenen Tag.

Wir sind gegen 18 Uhr ziemlich erschöpft aber glücklich an der Holzhütte (Log Cabin) angekommen. Erfreulicher Weise haben unsere Mitbewohner, drei Kanadier aus Vancouver Island, bereits den Kamin angefeuert. Zum Abendessen haben wir mit einem Topf Nudeln unsere Kohlenhydrat Reserven wieder aufgefüllt und den Abend mit einem kühlen Bier ausklingen lassen. Die Nacht war sehr abwechslungsreich: unter dem Dach war es zu Beginn sehr warm, Mitten in der Nacht hat uns eine Ratte die in den Wänden Krawall gemacht hat wach gehalten, am frühen morgen ist es ziemlich kalt geworden denn der Kamin hat nicht mehr wirklich geheizt. Aber im Großen und Ganzen haben wir die Nacht gut rumbekommen und sind mit Haferschleim motiviert in die Berge gezogen.

Hütte am Darkside Lake

Hütte am Darkside Lake

Frühstück vorm touren gehen

Frühstück vorm touren gehen

Wir hatten einen perfekten Ski Touring Tag, Sonne, Pulverschnee und anspruchsvolle Abfahrten!
Schaut einfach auf den Bildern…

Den Berg haben wir bestiegen

Den Berg haben wir bestiegen

und sind ihn hier abgefahren

und sind ihn hier abgefahren

Nachdem wir unsere Schlafsachen aus der Hütte geholt hatten machten wir uns auf dem Rückweg Richtung Auto.
Leider gab es auf unserer letzten Abfahrt noch ein kleines Schockerlebnis. In den Bergen gibt es neben den bekannten Gefahren wie Lawinen, Gletscherspalten und Klippen auch noch die weniger bekannten Treewells engl. Baumbrunnen oder Baumlöcher. Solche Baumlöcher bilden sich bei viel Schnee um den Stamm des Baums, da die Äste den Schnee abhalten entsteht ein Hohlraum. Diese Löcher können bis zu 4 Meter tief sein und die Gefahr ist dort reinzufallen und zu ersticken. Man kommt alleine nicht wieder raus und der Schnee von den Ästen kann einen schnell verschütten.
Und genau in so ein Baumloch ist die Evelyn gefallen. Da uns die Gefahr bewusst war, sind wir relativ nah zusammen gefahren und ich habe mitbekommen als sie in den treewell gefallen ist. Mit Hilfe der Lawinenschaufel und beruhigenden Worten konnte ich sie innerhalb von 4 Minuten ausgraben. Also Glück im Unglück, nix gebrochen oder verletzt.

treewell engl. Baumloch oder Baumbrunnen

Gipfelfoto

Gipfelfoto

Durch den Unfall waren wir beide etwas durcheinander und haben uns bei der Abfahrt noch verfahren, aber es dann doch kurz nach Einbruch der Dunkelheit ans Auto zurück geschafft.
Evelyn hatte ihren Rückflug schon für Anfang April gebucht und ich habe sie zum Flughafen begleitet. Beim ersten Versuch wurden allerdings in einer Parkgarage in Vancouver unsere Rucksäcke gestohlen und ohne ihren Reisepass durfte sie nicht ausfliegen. Also musste/durfte Evelyn noch eine Woche länger bei mir in Whistler bleiben bis sie von der österreichischen Botschaft einen Notpass bekommen hat. Beim zweiten Anlauf haben wir dann den Campingplatz in der Nähe von Vancouver dem Hotel vorgezogen und buchstäblich auf den Reisepässen geschlafen.
Das Tal in dem wir gecampt haben, der Golden Ears Park, ist wunderschön und der See ist bitter kalt (siehe Fotos)

Henry (unser Pontiac Montana)

Henry (unser Pontiac Montana)

Das Schlafzimmer

Das Schlafzimmer

Einen Tag nach dem Evelyn abgeflogen ist, hatte ich schon meinen nächsten Liebsten an meiner Seite… Das Bruderlein Lucas kam am Samstag den 09.04. in Vancouver an.

Mit ihm mache ich einen Roadtrip entlang der Westküste von Whistler, über Vancouver, Seattle, Oregon bis nach San Francisco in Kalifornien. Auf dem Rückweg werden wir dann zum Wandern Stopps im Yosemite National Park und dem Umpqua Park einlegen. Von dem Trip gibt es dann mehr in Kürze.

Ansonsten kann ich hier ja auch schonmal verraten, dass ich gemeinsam mit meinem Bruder in Frankfurt am 03. Mai lande…

Ganz viele Grüße von Übersee !

Euer Paul

Arbeit auf dem Berg!

Hallo ihr Lieben,

die Wintersaison hier in Whistler dauert jetzt schon 4 Monate und neigt sich langsam dem Ende entgegen. Beruflich kommt noch eines der Highlights auf mich zu. Denn in der kommenden Osterwoche hat sich mit meiner Firma Hagen Alpin Tours auch ein prominentes Pärchen zum Skifahren angekündigt. In ihrer Zeit hier in Whistler werde ich Rosi Mittermaier und Christian Neureuther betreuen. Sie kommen als Werbefiguren mit einer Gruppe aus Deutschland zum Skifahren. Ich freue mich ihnen dann mal zeigen zu können wie man ‘richtig’ Ski fährt 😉

Ein ganz normaler Arbeitstag startet um 8 Uhr mit verlassen des Hauses. In 30 min. gehe ich dann entlang des Golfkurses auf dem Valley Trail in Richtung Skilifte wo ich mein Schließfach mit der ganzen Ausrüstung habe. Um 9 Uhr begrüße ich dann am Treffpunkt die Gäste zum Ski Guiding. Normal sind es Gruppen von 2-8 Personen die hier eine Woche zum Urlaub herkommen. Die ersten zwei Tage sind Ski Guiding für sie gebucht. Ich als Bergführer bin vor allem in einem Skigebiet wie Whistler sehr hilfreich, da es sich hier vorwiegend nicht um ausgeschilderte normale Pisten handelt sondern freies Gelände das schwer zu erreichen ist.

Arbeitsweg auf dem Valley Trail Richtung Berge!

Arbeitsweg auf dem Valley Trail Richtung Berge!

Je nach Könnerstufe, das ich bei den ersten paar Abfahrten teste, geht es dann auf die schwierigen black diamond und double black diamond Hänge im Skigebiet. Oft gilt es einen kleinen 5-10 minütigen Aufstieg mit Ski auf der Schulter zu bewältigen um auf der Rückseite der Berge den frischen Tiefschnee zu finden.

Aufstieg zur Bergrückseite!

Aufstieg zur Bergrückseite!

Mittagspausen werden auf einer der wenigen Hütten (Großraum Kantinen) gemacht. Zum Glück ist es geduldet dort sein eigenes Essen mitzubringen und ich verspeise meistens mein selbstgebackenes Pausenbrot. Denn wenn man sich überlegt ich würde bei 120 Tagen auf dem Berg jedes mal 15 $ ausgeben, dann kommt mich das ziemlich teuer. Nach dem Skifahren gehört es zu meinen Aufgaben die Gäste bei Buchungen wie Heli-Skiing zu unterstützen und mit ihnen in die Büros zu gehen. Ein obligatorisches Aprés Ski Bier darf dann auch nicht fehlen.
Körperlich macht mir das tägliche Skifahren nix mehr aus. Meine anfänglichen Rückenbeschwerden habe ich durch zweimal schwimmen und Fitness Studio gut in den Griff bekommen. Allerdings ist es stressig die ganze Zeit unter der Verantwortung zu stehen die Gäste die richtigen Abfahrten runterzuschicken und sie zu unterhalten.

Hagen Guiding in Spankys Ladder

Hagen Guiding in Spankys Ladder

Die Arbeit mit den Gästen macht richtig Spaß weil ich wirklich viel zum Ski fahren komme und auch meistens da lang fahren kann wo ich selber auch fahren würde. Das Niveau ist sehr hoch und die Leute sind hier um an ihre Grenzen zu gehen.
Allerdings vermisse ich das Coachen von Kids und Jugendlichen sehr. Mit dem Nachwuchs zu arbeiten und zu sehen wie sie sich weiterentwickeln ist etwas ganz besonderes. Naja mal sehen wie es dann die nächsten Jahre so weitergeht. Bisher gibt es keinen Plan sondern nur Ideen, und das ist auch gut so!

Liebe Grüße

Euer Paul

Ski – Eat – Sleep … Repeat

Roadtrip: 12 Tage – 6 Skigebiete – 1.900 Kilometer

Ein Ski Guide hat in der Wintersaison 12 Tage Urlaub am Stück… Natürlich versucht er so viel Zeit wie möglich auf dem Berg zu verbringen und sucht nach neuen Herausforderungen.

Andy und ich sind in den freien Tagen auf ski safari gegangen. Auto voll packen mit Ski, Essen, Schlafsack und los gehts Richtung Rocky Mountains.

Unser treuester Reisepartner Henry, ein weißer 12 Jahre alter Pontiac Montana, hat uns in der ersten Nacht ins Big White Skigebiet bei Kelowna transportiert. In Big White haben wir bei Kaufi, einem guten Freund aus der Heimat übernachtet. Geschneit hat es in Big White schon länger nicht, allerdings hatten wir dafür Sonnenschein pur und tolle Ausblicke.

Chair Lift durch Big White

Chair Lift durch Big White

Snow Ghosts in Big White

Snow Ghosts in Big White

Silver Star Mountain Resort

Auf dem Weg zu nach Revelstoke haben wir auf der Karte das kleine Skigebiet Silver Star gefunden und natürlich haben wir  dort für einen Tag stopp gemacht um uns dort mal auszutoben. Und es hat sich gelohnt!
Das Wetter und der Schnee waren zwar nicht besonders gut. Relativ feuchter Schnee bei Schneeregen und Bewölkung.
Aber das Skigebiet hat trotz weniger Skilifte so viele Varianten zum Abfahren, sehr steile Abfahrten in den Wäldern.
Und diese oft versteckten Abfahrten haben wir durch Siobhan gefunden, ein einheimisches Mädel dass wir auf einer unserer ersten Liftfahrten kennengelernt haben. Sie war mal Rennfahrerin und ihre ganze Familie hat an dem Tag am Rennkurs gearbeitet oder wie z.B. ihr kleiner Bruder sogar beim Rennen teilgenommen. Auf alle Fälle haben wir uns gut verstanden und ihre Mutter hat uns dann zum Abendessen eingeladen. Natürlich haben wir das angenommen. Also sind wir zu der Adresse gefahren und wir haben uns in einer 5 Mio. $ Villa wiedergefunden. Whirlpool, Heimkino, rießiger Küche und Glasfront am Berg. Zum Abendessen gab es Reis mit Wildlachs und Gemüse. Ich habe um Wasser gebeten, weil unser Plan war am Abend noch weiterzufahren. Allerdings hat Ann-Marie mir Wein eingeschenkt begleitet vom Satz: Ihr fahrt heute nirgends mehr hin, ihr könnt hier schlafen. Naja als Reisender ohne wirklich eine Unterkunft zu haben sind wir gerne in dem Haus geblieben.

Abendessen bei den Clancys

Abendessen bei den Clancys

Henry vollgepackt !!

Henry vollgepackt !!

Als weitere Stationen standen Revelstoke, Kicking Horse, Panorama und Fernie auf dem Programm.
In Revy haben wir bei einem Freund von Andy schlafen können, der uns auch mit zum Skitouring als Guide geführt hat. Der Schnee ist immer besser geworden und wir hatten viele tolle Tiefschneeabfahrten. Beim Skitouring haben wir ein paar kleine Lawinen ausgelöst, aber nix beunruhigendes. Aber es war eine gute Erfahrung und Übung wie man mit so einer Situation umgehen sollte.

Ski Tour in Revelstoke!

Ski Tour in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Ab Golden hat uns dann Marion aus Calgary begleitet. Marion habe ich vor 1,5 Jahren auf Vancouver Island kennengelernt, wir haben dort viel Zeit im Sommer verbracht und sind in Whistler zusammen Ski gefahren. Sie hat Freunde in Golden und Fernie bei denen wir schlafen konnten und ihre Eltern sogar ein eigenes Haus am See in Windermere (Nahe Panorama).

Marions Haus in Windermere

Marions Haus in Windermere

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

In Golden (Kicking Horse Ski Gebiet) hatten wir den richtigen Champagne Powder. So leichter und trockener Schnee dass man richtig tief einsinkt. Das Skigebiet dort hat auch viel zu bieten, allerdings gibt es nur eine Gondel und einen Sessellift von dem aus man viel erlaufen kann. Wie zum Beispiel den Terminator 1 & 2, so werden die zwei Berge genannt die man in 15 min. zu Fuß erklimmen kann.

Am besten hat mir aber eigentlich Revelstoke gefallen. Es hat mich am meisten an Whistler erinnert und hat viele verschiedene Variationen zu bieten. Steile Abfahrten im Wald sowie tolles Gelände zwischen Felsen.

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

Liegestütze am Hang

Liegestütze am Hang

Nach einem Tag Skifahren in Fernie mussten wir uns leider auf dem Weg zurück nach Whistler machen, nachdem es über 30 cm Neuschnee über Nacht gegeben hat. Also sind wir mit einem weinenden Auge losgefahren. Aber das Risiko erst über Nacht zu fahren war zu groß, da wir am nächsten Tag wieder in Whistler arbeiten mussten. Und es hat sich auch bewährt. Die Strecke von Fernie nach Whistler beträgt 1080 km und ca 12 Stunden Autofahrt. Circa 400 km vor dem Ziel hat einer unserer Reifen den Geist aufgegeben und sich verformt. Wir haben es noch bis kurz vor 18 Uhr nach Kamloops geschafft und gerade so eine Werkstatt gefunden die uns Helfen konnten.

Zurück in Whistler hat die Arbeit wieder gerufen. Aber so schlimm ist das ja auch nicht. Der Vater von der Familie bei der wir übernachtet haben, ist eine Woche später nach Whistler auf eine Dienstreise gekommen und hatte einen Tag frei zum Skifahren. Gerne habe ich ihn den Tag unterricht gegeben als Dank für die nette Gastfreundschaft in Silver Star.
Es ist ein tolles Gefühl dafür Geld zu bekommen was man liebt und gerne macht. Beim nächsten mal werde ich schreiben was sich in meinem Job als Ski Guide alles so abspielt.
Hier ein kleiner Einblick wie so ein Tag Ski Guiding aussehen kann: https://vimeo.com/157677371

Viele Liebe Grüße aus Kanada

Euer Paul

Heimat – nur als Zwischenstopp

Nach genau 364 Tagen in Nordamerika bin ich am 29. Mai wieder am Flughafen in Frankfurt gelandet. Tolles Gefühl, Vorfreude auf die Zeit mit Familie und Freunden. Allerdings wurde das Gefühl auch begleitet von Ungewissheit wie ich mich da zurechtfinde, was auf mich zukommt und was ich nach dem Jahr eigentlich machen will. In dem Artikel lass ich euch wissen, was mich geleitet hat und welche Einflüsse dazu beigetragen haben warum ich wieder nach Kanada zum Skifahren bin.

Im Vordergrund stand natürlich erstmal meine ganze Familie und die Freunde wieder zu sehen. Das war in den ersten Momenten ein tolles Gefühl. Ich muss aber auch sagen, dass es mir in einigen Situationen schwer gefallen ist lange sehr viele Leute um mich herum zu haben. Wie zum Beispiel auf Geburtstagen oder anderen Familienfeiern. Es ist ein Kontrast vom Dschungel in Hawaii oder dem Gletscher in Alaska zu den Abendessen mit mehr als 10 Leuten. Aber ich denke ich habe das ganz gut gemeistert und mich bei Bedarf einfach mal zurückgezogen in mein Kinderzimmer 😉

Schnell wurde mir dann aber klar, dass ich irgendwie mit Whistler und dem Winter in Kanada noch nicht abgeschlossen habe. Ich hatte noch so viele Abfahrten auf meiner Liste die ich nicht gefahren bin, der Schnee hat die Erwartungen nicht zu 100 % erfüllt und die Atmosphäre in einem kanadischen Skigebiet habe ich schnell vermisst. Dazu kam, dass einige Bekannte aus der Saison haben geredet und gefragt wer in der darauffolgenden Saison wiederkommt. Also habe ich mich damit auseinandergesetzt wie ich es am besten realisieren kann erneut einen Winter in Whistler zu verbringen. Als erste Option gab es das Sponsoring durch die Skischule in Whistler. Denn Kernproblem ist es eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Leider wurde ich in dem Sponsoring nicht berücksichtigt. Daraufhin habe ich mich bei einer Deutschen Firma (Hagen Alpin Tours – http://www.pulver-schnee.de/) als Ski Guide beworben und wurde für den Job eingestellt. Als Angestellter bei einer Deutschen Firma kann ich in Kanada ohne Arbeitsvisum arbeiten.

Um den Plan verwirklichen zu können musste ich mir ein bisschen Bares über den Sommer verdienen. Denn Flug und einige Nebenkosten müssen selber gedeckt sein. Am einfachsten und besten Geld zu sparen war es über den Sommer in meinem Elternhaus zu wohnen, Danke Mama und Papa, und nebenbei habe ich bei meinem Onkel (Elektro- und Systemmontagen Roth) auf dem Bau gearbeitet. Gar nicht so übel sich mal wieder körperlich richtig schinden zu müssen und dabei zu wissen der Familie noch zu helfen. Meistens ging es für 4-5 Tage mit Großcousin Benny, Bruder Lucas und Dominik zum Arbeiten nach München auf die Baustellen um Kabel zu verlegen und anzuschließen. Geschlafen haben wir bei der Bobby in der Pension Neubiberger Hof (http://www.neubibergerhof.info/) bester Strammer Max den ich je gegessen habe. Und natürlich haben wir auch ein paar gute Paulaner Helle vernascht.

Handwerklich begabt der Bube

Handwerklich begabt der Bube

Nebenbei hat mich auch die Begeisterung für den Fußball wieder gepackt und ich habe die Schuhe für den heimischen FC 02 geschnürt um die alten Freunde ein bisschen zu unterstützen. Leider habe ich trotz Training ein paar Kilo über den Sommer draufgepackt. Das könnte aber an die vielen Tagen die ich am Baggersee mit Hefeweizen und Curry-Wurst verbracht habe liegen und an der guten Küche von Oma, Mama und Tante Edith 😉

Und zum Schluss noch ein aktuelles Foto aus Whistler Kanada:

Mit Gast Micheal in der Gondel

Mit Gast Micheal in der Gondel

Kanada die Zweite !

Die Faszination Skifahren in Kanada hat mich so sehr gepackt, dass ich nun die zweite Wintersaison in Whistler British Columbia verbringe. Ein Grund für meine Rückkehr könnt ihr in meinen kleinen Videos über Kanada sehen. Das erste über Vancouver findet ihr hier: http://paul-weitz.de/?p=786

Leider ist mein letzter Beitrag schon eine ganze Weile her, aber ich finde es zu schade wenn der Blog nun einfach so ausstirbt. Denn es gibt weiterhin tolle Sachen zu berichten und weitere Abenteuer stehen vor der Tür. Ich habe mir aber jetzt mal vorgenommen lieber öfter kleine Berichte zu verfassen als alles anzusammeln und einen großen Text zu schreiben. In den nächsten Wochen möchte ich sowohl erlebtes aus dem Sommer kurz aufarbeiten und dann die aufregenden Dinge aus diesem Winter dokumentieren. Folgendes habe ich mir auf meiner Liste vermerkt:

  • Ein Jahr Kanada und was danach kam
  • 169,3 km Rennsteigwanderung
  • Baggersee und Radtouren an Sommertagen
  • Edersee
  • Warum zurück nach Kanada?
  • Der neue Job in Whistler
  • Das leben im WG-Haus und das neue Auto

Und dazu werde ich auch ein paar visuelle Eindrücke bereitstellen.

 

Aloha aus Hawaii

Der Abschluss meines Work and Travel Jahres haette besser nicht sein koennen. Nach dem spannenden Abenteuern in der kaelte von Alaska ging es fuer 2 Wochen zum entspannen und erkunden nach Hawaii. Die Inselgruppe (mit 8 Hauptinseln) im pazifischen Ozean gehoert zu den 50 US-Bundesstaaten und ist von Vancouver in 5 Flugstunden zu erreichen. Mit 3 weiteren Stunden Zeitverschiebung war ich dann also genau 12 Stunden hinter der deutschen Zeit und buchstaeblich auf der anderen Seite der Erde. Auf meinem Plan Stand die Insel Oahu mit der Hauptstadt Honolulu und die Insel Kauia mit der wunderschoenen Na Pali Kueste.

Erster Sonnenuntergang in Hawaii

Erster Sonnenuntergang in Hawaii

Nach meiner Ankunft am Flughafen in Honolulu wollte ich irgendwie in den Stadtteil Waikiki mit dem beruehmten Waikiki Beach kommen. Der Busfahrer hat nur US Bargeld akzeptiert was ich zu dem Zeitpunkt leider noch nicht besass. Ein netter Mann auf der anderen Strasenseite der seine Frau abgeholte hat das mitbekommen und mir eine Fahrt nach Waikiki angeboten. Diese spontane und wiedermal glueckliche Situation habe ich natuerlich auch ausgenutzt. In Waikiki bin ich dann die sehr touristische Strandpromenade entlanggeschlaendert und zufaellig in eine Skilehrerkollegin aus Whistler mit ihrem Freund gerannt. Wir haben uns dann gleich fuer den naechsten morgen auf eine kleine Wanderung und erkundungstour mit ihrem Mietwagen gemacht. Ziel war es an der Nordkueste der Insel ein bisschen Schnorcheln zu gehen, also haben wir uns einfach fuer ein paar dollar im Walmart Schnorchel Ausruestung gekauft, denn in Hawaii kann man ganz einfach vom Strand aus zum Riff schwimmen und tolle Meeresbewohner bestaunen.

Schnorchel Tag

Schnorchel Tag

Schwimmen mit einer Meeresschildi

Schwimmen mit einer Meeresschildi

An der Nordkueste der Insel hat es mir auch wesentlich besser gefallen als in den Touristen ueberfuellten Waikiki, sodass ich spontan entschieden habe dort zu bleiben und habe fuer eine Woche in ein cooles Hostel das direkt am Strand gelegen war eingecheckt. 30 $ pro Nacht und super coole Mitbewohner in unserer kleinen Huette. Mit meinen Mitbewohnern haben wir dann auch viel unternommen, wie zb Surfen, Klippenspringen, Fahrradtouren, Strandfussball oder Lagerfeuer am Strand. Auserdem hatte ich mich eigentlich zum Fallschirmspringen angemeldet, allerdings wurde das leider Wegen zu schlechtem Wetter (Wolken) abgesagt 🙁
Hawaii ist vor allem auch fuer die vielen Fruechte bekannt, vor allem Ananas und Papaya waren gerade gereift und wir konnten direkt vor unserm Haus jeden morgen eine Papaya ernten.
Ziel war es fuer mich eigentlich auch meine Surfer Karriere ein bisschen voranzutreiben. North Shore von Hawaii hat mit die besten Wellen auf der ganzen Welt und durch das warme Wasser kann man ohne Neopren Anzug stundenlang im Wasser verbringen. 3 Tage lang habe ich mir ein Brett ausgeliehen. Dieser Sport ist einfach unheimlich schwer, fordert Geduld und ist auch noch gefaehrlich. Man muss so viel paddeln um gegen die Wellen aufs Wasser zu kommen und dann bekommt man in der Stunde vielleicht 3 mal die Chance eine Welle zu reiten, kommt aber aus der balance und steht fuer wenige sekunden. Das ist im vergleich zum Snowboarden nicht viel zeit um sich wirklich zu verbessern. Wie gefaehrlich es ist habe ich dann auch noch an meinem letzten Tag zu spueren bekommen. Eine grosse Welle hat mich vom Board geschmissen und nach unten gedruckt, sodass ich meinen Ruecken an den scharfen Korallen des Riffs aufgerissen habe. Wiedermal eine neue Narbe die meine Geschichten erzaehlt.

Klippenspringen in der Bucht von Waimea

Klippenspringen in der Bucht von Waimea

Unsere Cabin mit einem Papaya Baum

Unsere Cabin mit einem Papaya Baum

Eine Woche habe ich auf Oahu verbracht und bin dann mit einem Inselflugzeug nach Kauai, eine kleinere Insel im Norden geflogen. Vor meiner Abreise in Vancouver habe ich noch von einem Bekannten den Tipp bekommen auf Kauai die Napali Kueste entlang wandern zu gehen. Und genau das stand auch auf meinem Plan. Mit einem Mietwagen habe ich letzte Beschaffungen wie Essen und kleinere Camping Utensilien gemacht um dann an den Start des mehrtaegigen Trips zu fahren. Aus Kanada hatte ich Schlafsack und Matratze mitgenommen. Ziel der Wanderung war das Kalalau Valley (Tal der Wunder), ein abgelegener Strand den man nur auf Landweg zu Fuss betreten darf. Das heist Touristen koennen nicht mit Booten angekuttert werden…
Die 6 Stunden Wanderung mit schwerem Gepaeck ging entlang der einzigartigen Steilkueste der Napali Coast. Auf der linken Seite konnte man staendig den Urwald mit Wasserfaellen bewundern, in dessen Landschaft zahlreiche Filme wie z.b. auch jurassic park oder king kong gefilmt wurden, auf der rechten seite die weite des ozeans mit dem rauschen der brandung.

Wanderung an der Napali Coast

Wanderung an der Napali Coast

Dschungel mit den Lava Bergen

Dschungel mit den Lava Bergen

Angekommen in Kalalau erwartete mich das Paradies! Wunderschoener Strand mit einem Wasserfall, Hoehlen und einem Wald am anderen Ende. Mein Lager habe ich an der Waldgrenze zum Strand aufgebaut. Als Zelt hatte ich nur eine Plane die ich mit einer Schnur an den Baeumen befaesstigt habe. Gekocht wurde dann am Feuer und mit einem kleinen Camping Kocher. Offiziell muss man eine Genehmigung besorgen um dort den Zelt Platz zu benutzen, allerdings sind diese Genehmigungen immer sehr frueh ausverkauft und so richtig kontrolliert wird auch nicht. An diesem Strand leben einige Leute seit Monaten und Jahren. Vor allem Menschen die durch Events vom Leben enttaeuscht wurden und ein Aussteigerleben als Hippies fuehren. Ich habe in den Tagen dort drausen so viele beruehrende Lebensgeschichten gehoert von Leuten die Eltern verloren haben oder tief im Drogensumpf waren. Das Leben in der Wildnis haben sie dann auf das noetigste beschraenkt, so wird sich zum beispiel teilweise von eigens angebauten Pflanzen (Taro Pflanze) ernaehrt, am Feuer gekocht und von Blaettern mit Stoeckchen gegessen. Fuer die Leute dort ist es ein magischer Ort an denen viel gebetet wird und yoga praktiziert wird, eben das TAL DER WUNDER.
In der Zeit dort habe ich die Gastfreundschaft der Einheimischen genossen und mich am Gemeinschaftsleben beteiligt in dem ich beim ernten, Feuerholz suchen und kochen geholfen habe. Am zweiten Abend wurde am Feuer Pizza selbstgemacht und wie schon erwaehnt von Olivenbaum Blaettern gegessen. Wir sassen auf ausgebreiteten Decken, Frauen waren Oberkoerperfrei, dazu wurde gesungen, Kava Tee getrunken und Geschichten erzaehlt. Kava ist die Wurzel einer Pflanze die zermahlen und mit wasser vermischt wird, durch den Tee bekommt man einen Rausch und wird ziemlich high, macht den Mund taub und man wird super entspannt.

Das Tal der Wunder

Das Tal der Wunder

Mein Lager im Dschungel

Mein Lager im Dschungel

Als dank wurde ich dann von einem Jungen und einem Maedl am naechsten Tag in das Tal gefuehrt und mir wurden die Gaerten gezeigt, ein Wasserfall und tolle Badestellen im Fluss. Die 5 Stunden wandern durch den Dschungel haben wir alle Barfuss gemacht um mit der Erde in Einklang zu kommen. Mir haben die Fusse dann schon wie hoelle wehgetan. Am letzten Tag bin ich dann mit einem Bekannten um die Klippe herum zu  einem anderen Strand geschwommen. Auf halben Weg hat mich eine boese Feuerqualle erwischt, das hat hoellisch wehgetan aber im ersten moment nur auf der Haut. Als ich dann nach 40 min schwimmen am anderen Strand angekommen bin hat das Gift der Qualle mein Nervensystem erreicht. Als Folge musste ich mich uebergeben, habe Magen und Muskelkraempfe bekommen. Ich hatte echt ne ordentliche Dosis abbekommen und ne heftige Reaktion. Zum Glueck war ein Kanu fahrer an dem Strand der mir dann angeboten hat mich mit zum Kalalau Strand zurueck zu nehmen. Neben diesem Erlebnis habe ich mich aber in Hawaii sicher gefuehlt. Hawaii hat keine wirklich giftigen oder jagenden Tiere an Land die einen toeten koennen. Das gefaehrlichste ist wohl ein Wildschwein, die dort sehr aggressiv sind. Also ein guter Ort um im Urwald zu leben.

Die Gaerten im Dschungel mit einer Guave in der Hand

Die Gaerten im Dschungel mit einer Guave in der Hand

Die Pools des Kalalau Flusses

Die Pools des Kalalau Flusses

Zurueck aus der Wildnis habe ich am ersten Abend an einem traditionellen Fest, dem Luau teilgenommen. An dem ein Schwein im Erdofen zubereitet wird und als Show traditionelle Taenze aufgefuehrt werden. Ein gutes Event dass man mal gesehen haben muss wenn man in Hawaii war.
Meinen letzten Tag habe ich dann noch in Oahu verbracht und bin mit einem Mietwagen und Alesha einer Freundin aus Whistler die ich durch zufall getroffen habe um die Insel gefahren. Leider wurde bei einem Strandbesuch die Beifahrerscheibe meines Autos aufgebrochen und Aleshas Rucksack mit ihrem australischen Reisepass und Geldboerse geklaut.

Im grossen und ganzen hat mich Hawaii positiv ueberrascht und mir sehr gut gefallen mit den Lava Bergen und Vulkansteinen.

Jetzt kann ich nicht mehr zu viel schreiben, Ich will ja meinen Flug in die Heimat nach Deutschland nicht verpassen. Einige haben ja durch mein kleines Raetsel in meinem letzten Artikel schon rausgefunden wann genau ich wieder in Frankfurt landen werde.

Viele liebe Gruesse aus Vancouver wo ich meine letzten Tage verbracht habe. Bleibt immer schoen abenteuerlustig und wir sehen uns dann hoffentlich bald.

Paule

Der Ultimative Trip nach Alaska

Am Mittwoch 15. April habe ich mich auf einen unvergesslichen 21 taegigen Trip / Roadtrip gen Alaska begeben. Was dabei rauskam hat meine Erwartungen uebertroffen. Die Natur, Wildnis, Tiere und das Skifahren … alles hat gepasst! Geplant waren 5 Tage Autofahrt nach Haines, Alaska um dort mit Helikopter auf eine mehrtaegige Gletschertour geflogen zu werden.

http://tinyurl.com/paulalaskaroadtrip

Von Whistler – Prince George – Dawson Creek – Whitehorse – Haines – Skagway – Whitehorse – Stewart – Prince George zurueck nach Whistler sind ziemlich genau 5.000 km !!!

Nachdem wir aus dem Mitarbeiterhaus ausgezogen sind, sind wir vollgepackt mit Skiern, Camping- und Winterausruestung am ersten Tag nach Prince George gefahren. Vorbei an Lillooet und entlang des Fraser Rivers ging es durch huegeliges Gelaende! Fuer die kaelte in Alaska haben wir uns noch mit Hand- und Fusswaermern ausgestattet und unsere Ski zum Wachsen und Kantenschleifen in eine lokale vertraute Tuning Werkstatt gebracht. Gute Arbeit bei Alpine Pro!!!
Bis Dawson Creek war die Landschaft relativ unspektakulaer, allerdings fing dann in Dawson Creek der Alaskan Highway an. Mile “0” in Dawson Creek, wo es unteranderem auch eine alte schweizer Backstube gab.

Vollgepackt bis obenhin, unser Reisemobil.

Vollgepackt bis obenhin, unser Reisemobil.

Die Richtung ist vorgegeben - ALASKA !

Die Richtung ist vorgegeben – ALASKA !

Mile "0" des Alaska Highway

Mile “0” des Alaska Highway

Der Alaska Highway wurde von den Amerikanern im zweiten Weltkrieg gebaut um neben dem Seeweg auch einen Landweg fuer Militaerfracht zu den Stuetzpunkten in Alaska zu haben. Nachdem die Japaner Pearl Harbour angegriffen haben, war die Sicherheit auf dem See- und Luftweg nicht mehr gegeben. Die Strasse ist von der grosse mit deutschen Bundesstrassen vergleichbar, allerdings geht es die meiste Zeit nur gerade aus. Den Tempomat auf die zugelassene Hoechstgeschwindigkeit von 100 km/h eingestellt kann man sich dann von der umgebenen Natur verwoehnen lassen. Und die Natur hat es in sich: in den ersten Tagen haben wir vor allem viele Bisons und Elche gesehen. Eines der Highlights auf dem ganzen Trip waren die Nordlichter. Ein wahrnsinns Naturschauspiel, dass relative zufaellig entsteht und schwer vorherzusagen ist. Eines Abends ist mir ca 23 Uhr  eine merkwuerdige Wolke am Himmel aufgefallen waehrend ich im Auto sass, die sich dann als Nordlicht herausstellte. Die gruenen Lichtstreichen bewegen sich unfassbar schnell und spielerisch durch die Luft… Coole Sache

Nordlichter auf dem Weg nach Alaska

Nordlichter auf dem Weg nach Alaska

Bisons am Strassenrand

Bisons am Strassenrand

Auf dem weiteren Weg ins Yukon (die nord westliche kanadische Provinz) war unter anderem ein Stopp an den Hotsprings (heissen quellen) des Liard River und an dem Schilderwald von Watson Lake. Die Hotsprings sind direkt neben dem Highway gelegen und das ganze Jahr zugaenglich. Nach einigen Tagen im Auto ohne dusche kam uns das Bad recht gelegen. Natuerlich ohne Shampoo um die Umweld zu schonen. Ich fande ziemlich cool dass die Quelle im grossen und ganzen naturbelassen wurde und nur mit halzumkleideraeumen ausgestattet war. Denn andere heisse quellen wurden in Kanada ziemlich kommerzialisiert und als Poolanlage umgestaltet.
Den Schilderwald von Watson Lake begannen 1942 Touristen aus der ganzen Welt mit einheimischen Schildern zu bestuecken. Natuerlich sind jede Menge deutsche Ortsschilder unter den heute 77.000 Schildern.

Schilderwald

Schilderwald

Liard River Horsprings bei 0 Grad ausentemperatur

Liard River Horsprings bei 0 Grad ausentemperatur

Weiter ging die Reise nach Whitehorse, die Hauptstadt vom Yukon und letzte groessere Stadt vor Alaska. Entlang des Weges haben wir immer wieder stopp an attraktionen gemacht oder sind fuer einige stunden wandern gegangen wie zum miles canyon in Whitehorse. So kamen wir im Schnitt auf 6 Stunden taeglicher Autofahrt. Letzte Station vor der Grenze und dem Pass der nach Haines fuehrt war Haines Junction, wo wir bei schoenen Sonnenuntergang und tollen Bergen im Hintergrund unser letztes Essen in Kanada zu uns genommen haben.

Haines Junction Abendessen

Haines Junction Abendessen

Nach 5 Tagen auf der Strasse sind wir am Sonntag Mittag in Haines Alaska angekommen. Das Wetter war ziemlich betruebt und wir machten uns wenig Hoffnung, dass wir an einem der naechsten Tage die Gletscherexpedition starten konnten. Trotzdem haben wir das Buero der Bergfuehrer und guiding Firma aufgesucht um Wetterprognosen zu checken. Ausserdem konnten wir unseren Bergfuehrer Joe Eppler persoenlich kennenlernen um letzte Beschaffungen abzusprechen. Wetterweis sah es gar nicht so schlecht aus fuer die kommende Woche. Eine Schoenwetterfront hatte sich fuer Mittwoch angekuendigt. Das hiess dann zwei Tage warten und die Zeit todschlagen. So haben wir einige Wanderungen unternommen oder die lokale Fairweather Ski Fabrik besucht die als Hauptgeschaefft Holzboote herstellt, wunderschoene Ski. Doch damit waren wir nicht alleine, in den Cafes, Restaurants und der Bibliothek sind unzaehlige Skifahrer anzutreffen die man anhand der Kleidung sofort erkennen kann. Ende Mai kommen sehr viele professionelle Skifahrer fuer Film- und Fotoshootings nach Haines Alaska um in athemberaubender Szenerie Ski fahren zu koennen. Und wir waren mittendrin.
Dieses Haines hat mich am zweiten Tag dann so richtig beeindruckt, als sich die Wolken langsam aufloesten und direkt neben dem Ozean gigantische Berge mit ihren Gletschern aufgetuermt haben. Am Dienstag Morgen wurden wir von einer Gruppe Seeloewen geweckt die am Ufer direkt neben unserem Nachtplatz ein Schauspiel veranstalteten. Mit lautem Bellen haben die Bullen im grossen Pulk gekaempft und im Meer weiter draussen konnte man einige Wale beobachten die es auf die Robben abgesehen haben.

Der Hafen von Haines mit Bergen

Der Hafen von Haines mit Bergen

Fairweather Ski Fabrik

Fairweather Ski Fabrik

Wie ich bereits erwaehnte hat sich das Wetter entgegen der Prognosen schon am Dienstag verbessert und wir konnten uns auf einen Flug am spaeten Nachmittag vorbereiten. Ein bisschen Sorgen machten wir uns ueber die hohe Lawinengefahr die nach 2 Metern Neuschnee und maechtig Wind auf dem Gletscherfeld herrschte. Aber es blieb uns nichts anderes uebrig als dem Bergfuehrer zu vertrauen und alle Sicherheitsvorkehrungen zu nehmen die das Risiko minimieren. Also kam auch nix anderes in Frage als mit Lawinen Air Bag Rucksack zu fahren. Ich setze nicht vorraus dass jeder weis was das ist, deshalb eine kleine Erklaerung: Im Fall eine Lawine loest sich, sollte man an einem Ausloeser am Rucksack ziehen, der dann einen Airbag aktiviert der wie ein grosser Luftballon am ruecken aufgeht. Die Blasse soll dem Skifahrer dazu verhelfen auf den Schneemassen der Lawine zu schwimmen und nicht begraben zu werden. Das gute im voraus, wir mussten den Air Bag nicht verwenden!
Mit zwei Fluegen wurden wir und das Gepaeck dann auf den Gletscher zu unserem Camping Platz geflogen. Der Flug dauerte maximal 15 min und war atemberaubend . Mein erster Helikopter Flug ueberhaupt und dann durch die riesigen Gletscherfelder von Suedost Alaska…
Da es schon relative spaet war hatten wir nicht viel Zeit vor der Dunkelheit unser Camp aufzubauen. Das beinhaltete zwei Schlafzelte, ein Kuechenzelt und eine “Toilette”. Beschwerend kam hinzu dass der Wind angefangen hatte durch das Tal zu fegen. Um das Zelt im Schnee zu befaestigen sind die herkoemmlichen Zeltheringe nicht ausreichend, es bedarf einen kleinen Trick. Jeo hatte quadratische 10×10 cm Holzplatten mit loechern vorbereitet an denen wir dann das Zelt mit Schnueren befaestigen und im Schnee begraben konnten. Ausserdem bauten wir an den zwei windanfaelligen seiten Mauern aus Schneebloecken als Windschutz. Um das Schuhe an- und umziehen am Zelt zu vereinfachen haben wir vor dem Eingang eine Grube gegraben sodass man ins Zelt kriechen musste und beim sitzen an der Kante des Zelteingangs die Fuesse nicht in dem Schnee hatte.
Nach dem selben Prinzip wurde unsere Kueche gestaltet. Eine hohe Bar und Sitzbank damit die Fuesse weg vom schnee kommen und warm bleiben (siehe Fotos). Auf dem Foto unten ist noch unser Helikopter Pilot Shamus mit seinem Mechaniker zu sehen. Die sind auf einem Inspektionsflug am morgen zu einem Kaffee vorbeigekommen. Nicht der schlechteste Ort fuer einen Fruehstuecksauslfug 🙂
Und einige werden sich fragen was bei uns in den Tagen auf dem Speiseplan stand. Ich muss echt sagen wir wurden verwoehnt. Ich habe damit gerechnet dass es Camping Essen gibt. Grundsaetzlich sind das Fertigbeutel zu denen man nur heisses Wasser hinzufuegt und man dann eine komplette Mahlzeit hat. Das gab es auch an unserem ersten Abend da wir mit Camp Aufbau schon genug gearbeitet haben. Allerdings haben wir an den naechsten Tagen Lachs Crème Suppe, Buffel Geschnetzeltes und viele weitere leckereien aufgetischt.

Campaufbau nach dem Heli Flug

Campaufbau nach dem Heli Flug

Unser Camp am naechsten Morgen

Unser Camp am naechsten Morgen

Als Helikopter Pilot fliegt man zum Fruehstueck auf den Gletscher

Als Helikopter Pilot fliegt man zum Fruehstueck auf den Gletscher

Am ersten Skitag sind wir frueh gestartet und haben mit ein bisschen Bergungstraining begonnen. Suche nach verschuetteten in der Lawine und Gletscherspalten Bergung sowie das Wandern und Klettern in einer Seilschaft. Unseren ersten Alaskan Gipfel haben wir dann am gleichen Tag noch erklummen: Crazy Horse ist der Name des Berges was verruecktes Pferd auf deutsch bedeutet.
Der Kampf gegen die Kaelte: Ja es ist wie anzunehmen kalt auf den Gletschern von Alaska. – 15 Grad war es die erste nacht und die Nasenspitze faengt an einzufrieren bei den Temperaturen. Allerdings ist gutes Material die halbe Miete und kombiniert mit ein paar Tricks von Joe habe ich die Naechte nicht gefroren und gut geschlafen. So haben wir z.B. heisses Wasser in Flaschen gefuellt und als waerme quelle mit in den Schlafsack genommen. Als Schlafsack hatte ich einen duennen Sommerschlafsack als inneren und einen warmen Winterschlafsack als aeuseren Schlafsack. Dazwischen habe ich dann Sachen gepackt die trocknen mussten wie z.B. Handschuhe oder Struempfe. Gute Nacht!

Aufstieg zum Crazy Horse Gipfel

Aufstieg zum Crazy Horse Gipfel

Nachts auf dem Gletscher

Nachts auf dem Gletscher

An Tag 3 auf dem Gletscher wollten wir wieder eine Skitour gehen und uns unser Hauptziel “Sitting Bowl”, so der Name des einen Berges, aufzuheben und zu warten bis die Lawinengefahr sich gelegt hat. Allerdings hat sich unser Bergfuehrer dazu entschieden den Berg doch am selben Tag zu erzwingen da die geaenderte Windrichtung den Hang noch mehr mit Schnee belastet hat und die Gefahr sogar noch groesser zu werden drohte. Denn einen Tag zuvor hat es eine maechtige Lawine nicht weit entfernt gegeben die einen ganzen Hang abrutschen lassen hat als eine Schneewaechte abgerissen ist. Also starteten wir ueber die Gletscherspalten an Seilen den Aufstieg, der am Ende ueber 3,5 Stunden dauerte. Pausen waren nicht gestattet, da wir uns so schnell wie moeglich aus dem Gefahrenfeld des Hanges bewegen mussten. Nach den ersten hundert Metern mit Touring Ski mussten wir schnell zum Klettern uebergehen und die Ski auf den Rucksack binden. Die Steilheit des Gelaendes und der Schnee haben einen mix aus Angst, Erschoepfung und Adrenalin in mir ausgeloest. Einmal ist mir das Herz so richtig in die Hose gerutscht, als wir dabei waren mal wieder einen Bergschrunt zu ueberqueren bin ich tief mit meinen Fuessen eingesunken und habe keinen Schnee mehr unter mir gespuert. Ich bin durch die Schneebruecke auf denen wir liefen durchgebrochen und sass nur noch auf einem schmalen Balken aus Schnee. Ohne hektische Bewegungen ist es mir dann gelungen seitlich ueber die Schlucht zu kriechen. Eine weitere riskante aber auch lustige Aktion mussten wir meistern als Katrin dann auf halber strecke einen Toilettengang brauchte. Der Berg war so steil dass ich versucht habe eine kleine Plattform zu bauen und sie dann an ihrem Rucksack festgehalten habe. Aufregender Platz zum pinkeln 😉

Unser Ziel "Sitting Bowl"

Unser Ziel “Sitting Bowl”

3,5 Stunden Aufstieg

3,5 Stunden Aufstieg

Oben angekommen, eine 55+ Grad Steile Abfahrt vor Augen, Angst vor Lawinen aber voller Vorfreude endlich die Abfahrt meines Lebens machen zu koennen. Joe unser Bergfuehrer war der erste. Abseits der Pisten sollte man immer einzeln in einen Hang fahren um die Schneeschichten nicht unnoetig zu belasten und im Fall einer Lawine nur eine Person in Gefahr ist verschuettet zu werden, damit die Partner ihn retten koennen. Unten angekommen hat uns Joe dann per Walky Talky Anweisungen und Tips gegeben.
3,5 Stunden schuften fuer 4 Minuten geilste Abfahrt meines Lebens!!!
Wie Ruhmtraechtig diese Abfahrt ist wurde mir eigentlich erst nach unserer Rueckkehr in Haines bewusst als viele Bergfuehrer und einheimische Skifahrer uns gratuliert haben dass wir “Sitting Bowl” gefahren sind. Geiles Gefuehl solch eine

Mein Blick von Sitting Bowl nach unten

Mein Blick von Sitting Bowl nach unten auf unsere Abfahrt

Mit dem Gedanken im Kopf den Hauptberg bezwungen zu haben und der Nachricht, dass die Wettervorhersage unbestaendig wird, hat unser Bergfuehrer entschieden am 4. Tag die Zelte abzubrechen und uns abholen zu lassen. Gute Entscheidung wenn man bedenkt dass zuvor einige Skifahrer fuer 2 Wochen wegen Sturm nicht abgeholt werden konnten und am Gletscher festgesteckt sind.
Das Wetter zeigte sich einen Tag nach unserer Gletschertour immernoch von der schoensten Seite, wir waren immernoch sehr begeistert vom Skifahren auf dem Alaska Schnee — dann buchen wir halt einen Tag Helikopter Skifahren dazu!
Wir haben an dem Tag mit der 5er Gruppe und Bergfuehrer Joe 5 Abfahrten hinbekommen. Sicherlich die teuersten Abfahrten die ich je gemacht habe, aber die unbeschreibliche Schoenheit der Berge und der Schnee haben alles zurueckgezahlt.
Der Schnee ist anders, es ist trocken, und viele kleine Schneeschichten. Das hat zur Folge dass der Schnee relative leicht rutscht. Ich musste meine Art Ski zu fahren sehr umstellen, denn es ist als wenn man permanent in einer kleinen mini Lawine faehrt, der Schnee bewegt sich einfach mit dir.

ready for take off

ready for take off

Helikopter bringt die ersten Fahrer in den Schnee

Helikopter bringt die ersten Fahrer in den Schnee

Alles Roger!

Alles Roger!

Pulverschnee

Pulverschnee

Die unvergesslichen Erlebnisse und viel Glueck mit unserer Tour machten es relative einfach “Auf Wiedersehen Haines” zu sagen. Mit der Faehre haben wir nach Skagway Alaska uebergesetzt um dort auf dem Spuren des Goldrauschs die Chilkoot Trail zu wandern. In den Fluessen waren zu dieser Zeit die sogenannten Hooligan Fische oder auch Candle Fish genannt auf der Wanderung zu den Brutstaetten. An einer sehr guenstigen Stelle im Fluss konnte ich auf unserer Wanderung ein paar Fische mit der Hand fangen, die wir dann am Abend in der Pfanne zubereiteten.
Auf der Rueckfahrt nach Whistler haben wir uns noch den Stewart Glacier angeschaut, im schoenen Boya Pronicial Park gecampt und ein paar BAEREN gesehen! Die kommen jetzt alle aus ihrem Winterschlaf und sind auf der Suche nach Nahrung. Auch in Whistler sind sie jetzt schon am umherstreunern.

Hooligan Fisch

Hooligan Fisch

Bear Glacier in Stewart

Bear Glacier in Stewart

Eishoehle

Eishoehle

BAER

BAER

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Ansonsten war die Fahrt sehr angenehm mit wenig Verkehr, wie auf der ganzen Reise. Die Strassen waren auf dem westlichen Weg nicht ganz so gut ausgebaut und man musste einigen grossen Schlagloechern ausweichen die auf den Abschnitten mit kleinen Fahnen am Seitenrand gekennzeichnet sind. Zugelassene Hoechstgeschwindigkeit war 90 km/h… Was man dann nicht machen sollte, einen undercover Polizeiwagen mit 110 km/h ueberholen 🙂 Genau das habe ich naemlich gemacht und wurde mit blaulicht verfolgt. Der Polizist war sehr nett und hat es bei einer Verwarnung belassen. Mir hat er dadurch eine 190 $ Strafe und 3 Punkte erspart. Naja ich war schon sehr Einsichtig, allerdings ist es auch schwer sich an die geschwindigkeit zu halten wenn es fuer kilometer nur gerade aus geht und nie ein auto entgegen kommt…

 

Bleib Wild

Bleib Wild

Zum Abschluss noch ein Gangster Foto von Kat und mir auf dem Gletscher. “Alles ist Gut solange du Wild bist!” Alaska war unbeschreiblich und die Bilder von unserem Camp warden immer in meinem Gedaechtnis bleiben. Danke fuer die Moeglichkeit.

Nun ist auch Alaska vorbei und die Rueckkehr in die Heimat kommt immer naeher. Ich werde vorraussichtlich in Stunde 3563 des Jahres 2015 in Frankfurt landen. Meine Sommersachen habe ich bei der Ethan Familie abgeholt und packe gerade um fuer Hawaii. JA ALASKA – HAWAII, genialer Kontrast wie ich finde. Am Sonntag geht mein Flieger von Vancouver. Bei dem Urlaub brauche ich natuerlich nicht meine Ski, die kann ich gluecklicherweise bei Addisons Familie, eine Skischuelerin aus der Wintersaison unterstellen und abholen wenn ich wieder ankomme. Skigepaeck konnte ich bei Lufthansa auf der Strecke kostenlos dazubuchen, und meine kleinen Babies kommen mit nach Hause. Auserdem werde ich in Vancouver dann mein Auto verkaufen. Christine mit der ich im Sommer gereist bin ist bereit 2000 $ zu bezahlen, ist es natuerlich auch mehr als Wert.

Bleibt Gesund und Munter ! Euer Paul

125 Tage skifahren in Whistler

Frühlingsgefühle? Nein danke, nicht für mich – noch nicht! Ich bin lieber ne runde ski fahren in den weiten Gletschern von Alaska. Für einige scheint es etwas unverständlich dass ich nach 125 Tagen im Schnee von Whistler noch Lust auf ski fahren habe. Aber Alaska ist ein ganz anderes Kaliber, worüber ich dann im nächsten Eintrag schreibe.

Die zweite Hälfte der Wintersaison in Whistler war super cool, auch wenn der riesige Schneefall ausblieb hatten wir vor allem Ende März gute Bedingungen.

Die letzten Arbeitstage in Whistler waren relative angenehm. An den Wochentagen hat mir allerdings oft die Motivation gefehlt da die Saison schon relative lang war. An dem Wochenenden hatte ich dann wieder meine Club Kids mit denen ich unheimlich viel Spass habe. Zum Beispiel habe ich am Osterwochenende Kinderueberraschungseier im Schnee auf einer schwarzen Abfahrt Off Piste versteckt und die Kids mussten runterfahren um sie zu finden (siehe Eier Foto). Es ist erstaunlich wie die sich verbessert haben und vor allem mit was fuer selbstvertrauen sie steile pisten und schwieriges gelaende runterfahren. Es war klar, dass am letzten Wochenende was besonderes passieren sollte. Zum einen war an dem Wochenende das Motto beim Skifahren “Retro”… Ich habe schon vor einiger Zeit diese 207 cm P9 Volkl Ski aus dem 90er Jahren bekommen und dazu habe ich noch einen alten Einteiler von Helly Hansen abgestaubt (siehe foto). Es hat an dem Wochenende ziemlich geschneit und in dem powder war es relativ schwierig mit den duennen ski zu fahren. Ich habe mich sogar einmal mit den skiern vor meinen kids hingehauen, die hatten natuerlich den groesten spass dabei… Mit den aelteren Schuelern bin ich am Samstag nach dem Mittag in eine grosse Trampolinhalle gefahren, von der ich in einigen meiner vorhergehenden Artikel mal berichtet habe. Es war eine riessen Gaudi und die Eltern haben die Kinder dann abgeholt. Die kleineren Sonntagskids haben dann in einer Eisdiele ein Eis nach dem Skifahren bekommen und wir haben die Saison ruhig ausklingen lassen. Ausserdem haben alle Kinder individuell gestaltete Fotocollagen bekommen die ich in einem Fotoladen entwickeln lassen habe.

Kinderueberraschungseier in Whistler

Kinderueberraschungseier in Whistler

Retro Style im Pulverschnee von Whistler

Retro Style im Pulverschnee von Whistler

Nach meinem letzten Arbeitstag fuer Whistler Blackcomb stand dann auch schon Sachen packen fuer Alaska an. Allerdings wollte ich die letzten Tag nicht ohne auf dem Berg gewesen zu sein verbringen. Und die Schneebedingungen waren zu der Zeit sehr gut. Da ich nach einer kompletten Saison das Gebiet relative gut kenne habe ich mich auch immer mehr an schwierige Passagen gewagt und groessere felsen zum springen gesucht. Ich habe auch fuer mich selber gemerkt wie sehr ich mich verbessert habe im skifahren. Die Abfahrt die ihr unten eingezeichnet seht ist zum Beispiel eine Beruehmte Schlucht, die ich am Ende der Saison gefahren bin. Man muss etwa 30 min Wandern um dorthin zu kommen. Letzte Saison haette ich das noch nicht gefahren, diese Saison kein Problem!

Klippenspringen mit den Kids (ollie in Aktion)

Klippenspringen mit den Kids (ollie in Aktion)

Riesentorlauf mit den Klub Kindern (Aiden)

Riesentorlauf mit den Klub Kindern (Aiden)

DOA Abfahrt

DOA Abfahrt

Die Mitarbeiterwohnungen sind alle langsam leerer geworden und einige freunde haben sich vor mir verabschiedet, sodass es auch einige abschiedspartys in der letzten zeit gab. Es fiel dann fuer mich auch gar nicht so schwer auf wiedersehen zu sagen. Es war Zeit fuer ein neues kapitel (Alaska / Hawaii) und auserdem wusste ich dass ich auf meiner rueckreise von Alaska noch einen kleinen zwischenstopp in Whistler machen werde. Denn netterweise konnte ich einige meiner Sommersachen die ich in Alaska eh nicht gebrauchen kann in einem Haus einer meiner Klub kinder lagern. Die muss ich dann natuerlich wieder abholen. Als ich die Sachen bei dem kleinen Ethan (5 Jahre alt) vorbei gebracht habe hat er mir ganz aufgeregt die Tuer aufgemacht und wollte mir sofort sein Zimmer mit allen Spielsachen zeigen. Auserdem wurde ich dann von der Familie noch zum Abendessen eingeladen, es gab richtig gutes Steak mit Schrimps Avocado Cocktail als vorspeise. Es ist so toll ein gutes Verhaeltnis mit den Eltern der Schueler zu haben und die versuchen auch gerne viel anerkennung zurueckzugeben wenn sie sehen ich unterrichte die kinder gut. Als Abschiedsgeschenk habe ich von allen tolle Karten, Geschenke und einiges an Trinkgeld bekommen. Danke!

Sodalle, jetzt mache ich mich mal auf den Weg nach Alaska und hoffe das Wetter spielt dort mit damit wir ein paar Tage Skifahren bekommen. Das Wetter in der Region um Haines ist immer sehr unbestaendig und manchmal warten skigruppen 2-3 Wochen damit sie einen Tag skifahren bekommen. Leider haben wir nicht so lange Zeit.
Neben dem freue ich mich auch schon wieder mit meinem Camper Van durch das Land zu ziehen und dort zu uebernachten wo es uns gefaellt.

Liebe Gruesse!

Ah und ganz nebenbei kann man jetzt auch auf der Seite hier herausfinden wann ich wieder in Deutschland lande 😉 kleines Raetsel…