Ski Touring, Snowmobile Tour und Wintercamping!

Hallo meine lieben Freunde, jetzt ist mehr als die halbe Wintersaison in Whistler schon fast vorbei. In Kanada bin ich jetzt schon über 9 Monate, dass bedeutet es bleiben noch knapp 3 weitere Monate uebrig. Viel Spass beim lesen meiner Erlebnisse des letzten Monats.

Hier am Anfang möchte ich gerne riesige Glückwünsche an meinen Kumpel und nun Doppelweltmeister Erik Lesser einschieben. Klasse Rennen bei der WM in Konthiolati, du hast dir das verdient. Als Gratulation habe ich ihm das folgende Foto gesendet und in der ARD hat er in einem Interview erwähnt dass er sich über ein Foto gefreut hat auf dem er alten Kumpels Nachhilfe im Skilanglauf gibt, pfiff das ich nicht lache! Ohne diese Trainingseinheit wärst du jetzt nicht da wo du bist 😛

Herzlichen Glückwunsch zu zwei Goldmedallien bei der W! Klasse job!

Herzlichen Glückwunsch zu zwei Goldmedallien bei der WM! Klasse job!

Der Januar und die ersten Wochen im Februar waren hauptsaechlich vom Alltag in der Schischule gepreagt. Leider bleiben die grossen Schneemassen immernoch aus und die Temperaturen sind viel zu warm. Als ich wusste es geht fuer den Winter nach Whistler habe ich mir andere Bedingungen erhofft als aktuell herrschen. Es regnet die meiste Zeit und der Schnee ist ab der Mittelstation schon fast komplett verschwunden. Das ist echt traurig und es ist so schwer die Gaeste bei Laune zu halten geschweige denn vernuenftig zu trainieren.

Gut gelaunt beim crazy Helm Tag, meine wild sharks ski Club Mannschaft.

Gut gelaunt beim crazy Helm Tag, meine wild sharks ski Club Mannschaft.

Dazu kommt noch, dass ich mich Mitte Januar bei einem Sturz im Alltag verletzt habe. Ich bin ausgerutscht und habe mein Schienbein an einer scharfen Kante aufgeschlagen an der ich haengen geblieben bin. Das Bein war Anfangs sehr stark geschwollen und die Arbeit im Schistiefel war die Hoelle mit den Schmerzen. In den ersten zwei Wochen nach dem Sturz bin ich an meinen freien Tagen gar nicht auf den Berg um das Bein etwas zu schonen. Dafuer habe ich die freien Tage genutzt um meinen Freund Dominic und meine alten Arbeitskollegen in der Score Bar in Vancouver zu besuchen. Wir hatten zusammen einen schoenen Abend und haben am naechsten Tag hauptsaechlich ueber alle Ereignisse geredet. Vancouver ist ungefaehr 1,5 Stunden mit dem Auto von Whistler entfernt und es lohnt sich vor allem einige Einkaeufe zu erledigen wenn man schon einmal in der Stadt ist. Der preisliche Unterschied zwischen dem Berg- und Touristendorf Whistler zu den grossen Maerkten in Vancouver ist vor allem in Lebensmitteln deutlich zu sehen und zu merken.

Abwechslung auf dem Snowboard.

Abwechslung auf dem Snowboard.

Das tägliche skifahren macht sich natürlich sehr auf mein können bemerkbar. Diese Woche habe ich meinen 100. Tag im Whistler Blackcomb Skigebiet diese Saison und ich habe mich ziemlich verbessert. Vor allem was die Geländevariation angeht bin ich viel sicherer geworden. Dadurch wird man aber auch viel feinfühliger was das Material angeht und ich ware mit meinen Skischuhen nicht mehr so zufrieden. Also habe ich mich zu einem schuhspezialisten begeben, eine neue innensole anpassen lassen und mit einigen schaumstoffverstärkungen im innenschuh experimentiert. Außerdem habe ich in ein paar Schuhwärmer investiert, dabei wird in die sole ein Heizdraht eingebaut der dann über einen kleinen Akku am Schuh in drei verschiedenen stufen erwärmt werden kann. Durch die Veränderungen habe ich ein besseres Gefühl im Schuh und bin auf die Kälte in Alaska vorbereitet.

Skifahren mit neu eingestelltem Schuh und Fußwärmer geht gleich viel besser.

Skifahren mit neu eingestelltem Schuh und Fußwärmer geht gleich viel besser.

Apropos Alaska: Ich gehe auf eine Gletscher Expedition/ Tour zum Ski fahren in Haines, Alaska! Das ist jetzt sicher, ich habe heute erst mit einem guide telefoniert. Also werde ich mich nach meinem letzten skilehrertag am 12. April ist, mit meinem Auto auf die 3000 km lange Reise machen. Begleitet werde ich von einer weiteren Skilehrerkollegin aus Dänemark und wir haben vor die Strecke mit Zwischenstopps z.B. in Whitehorse, Yukon in ungefähr 5 Tagen zu fahren. In Haines angekommen geht es dann mit dem Flugzeug auf einen Gletscher wo wir ein basecamp mit zelten aufbauen und von dort tägliche Skitouren starten sowie evtl. ein zweites camp aufbauen können. Falls sich jemand mal die Angebote anschauen möchte kann hier rumstöbern: http://alaskamountainguides.com/?page_id=521

Eine weitere Vorbereitung für Alaska war der Kauf eines Winterschlafsacks, wobei ich bei north face für 25% Rabatt mit einem Schlafsack bis zu -25°C fündig geworden bin. Um gleich einen praxistest zu machen bin ich einige Tage später zum campen an einen See gefahren und nach einem Lagerfeuer mal wieder eine Nacht in meinem camping van geschlafen. Bei minus 4°C habe ich mit langer Unterwäsche im Schlafsack geschwitzt… Am nächsten Tag sind wir dann noch zu den Joffree Seen gewandert die ihr aus meinen sommerberichten bereits kennt. Allerdings konnten wir dieses mal auf den zugefrorenen Seen laufen und eine atemberaubende Szenerie genießen. Seht selbst auf den Fotos:

Camping Platz. Überragend

Camping Platz. Überragend

Joffree Lake Wanderung.

Joffree Lake Wanderung.

Das Eis hält.

DaDaEis hält.

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Und die whiskey jacks (Spatzen) sind zutraulich

Zu meinen weiteren indirekten Vorbereitungen auf Alaska gehört mit Sicherheit das häufige Ski Touren gehen im Backcountry von Whistler und das mehrtägige Lawinen Sicherheitstraining dass ich vor kurzem gemacht habe. Hier eine gute homepage für backcountry in whistler:  http://backcountryskiingcanada.com/index.php?p=page&page_id=Whistler

Man möchte für den Fall der Fälle vorbereitet sein, denn ein teilrisiko ist in den bergen immer da und dem sollte man sich bewusst sein. Zu dem Training gehört dass man mit Lawinenverschütteten Suchgerät einen skifahrer in einer lawine rettet, wir haben über lawinengefahren gelernt, besondere Gelände Muster die gefährlich sind für Lawinenabgänge gesprochen und sehr genaue Schneeanalysen gemacht um gefährliche Schneearten ausfindig zu machen. Alles in allem ein sehr hilfreicher Kurs der mir Sicherheit bei meinen Skitouren gibt und in dem ich gelernt habe auch nein zu sagen und umzukehren wenn Wetter oder Berg einen hindern sicher ski zu fahren. Nachdem ich schon seit längerem eine bestimmte Abfahrt dem Decker Mountain runterfahren wollte und die Bedingungen mich immer gehindert haben konnte ich letzten Montag endlich den Berg besteigen. Auf der Rückseite sind wir über den Gletscher aufgestiegen bevor ich dann auf der Nordseite abgefahren bin. Saustarkes Gefühl, hier seht ihr meine Abfahrt:

Abfahrt am Decker Mountain

Abfahrt am Decker Mountain

Gipfelfoto mit den dänischen Mädels

Gipfelfoto mit den dänischen Mädels

Schneeanalyse beim Lawinentraining

Schneeanalyse beim Lawinentraining

Außerdem sind wir einige Felsen gesprungen die wir zum Üben immer wieder hochgeladen sind…

Ein weiterer Ausflug den wir als angestellte von Whistler Blackcomb bekommen haben war eine geführte Snowmobile Tour. Ein zwischending von Jetski und Motorrad. Wir konnten eine schöne Aussicht genießen.

Snowmobile Pilot

Snowmobile Pilot

Hang loose

Hang loose

Es ist ziemlich krass wie viele verschiedene und interessante Menschen man beim reisen kennenlernt und welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben. Eine alte Schulfreundin einer meiner besten Freunde in Whistler die aus Ontario in Kanada stammen ist in einem Nachwuchsprogramm für die kanadische Bobmannschaft. Auf einer benefitsveranstaltung sind wir ins Gespräch gekommen und sie hat gemerkt dass ich einiges über Wintersport weis unter anderem eben auch über Bob. Immerhin bin ich schon als Knirps bei rennen in Oberhof gewesen und in einem Viererbob mit andre lange ind dem fincki in dem Eiskanal von Oberhof abgefahren. Also hat sich die Chance ergeben, dass ich mit ihr (Rianna McNeill) zwei Trainings mitmachen konnte und 6 Fahrten gemacht habe. Ein Video könnt ihr in meinem Video-Blog sehen. Leider hatte Rianna bei einem Wettkampf in Calgary einen Unfall und muss die Saison verletzungsbedingt für beendet erklären. Ich wünsche gute Besserung an dieser stelle, werde schnell wieder fit.

Bahnbesichtigung

Bahnbesichtigung

Bester Anschieber von Whistler :-)

Bester Anschieber von Whistler :-)

Ansonsten kann ich allen nur sagen dass es mir in Kanada richtig gut geht und die Arbeit als Skilehrer immer spannend ist. Die Skischule ist überragend organisiert. Wenn man sich überlegt dass mitallen Standorten, Abteilungen und Programmen ca 1200 Ski und Snowboardlehrer als vollzeit oder teilzeitangestellte arbeiten und es nie organisationsschwierigkeiten gab. Gute Arbeit!

Für die zeit nach Alaska und vor Deutschland habe ich Flüge nach Hawaii gebucht. Mehr darüber in meinem nächsten artikel der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt.

Bis dahin ski heil… Euer Paul

Bob Training mit Jugendathlet Rianna McNeill

Im Februar hatte ich die Moeglichkeit auf der Olympiastrecke von Whistler bei Bobtraining mitzumachen. Ziemlich zufaellig habe ich ueber einen Freund aus Ontario Rianna kennengelernt. Sieht ist in dem Nachwuchsprogramm des kanadischen Bobteams und trainiert zur Zeit in Whistler auf der Bobbahn. Da ihre Anschieberin zur Zeit nicht verfuegbar ist, sucht sie immermal Aushilfe damit sie trainieren kann.

Somit waren die zwei Trainingseinheiten eine gute win – win – Situation in der ich meine Anschieber Qualitaeten beweisen konnte… Seht selbst (ich bin uebrigens der Typ im orangenen Oberteil):