Aloha aus Hawaii

Der Abschluss meines Work and Travel Jahres haette besser nicht sein koennen. Nach dem spannenden Abenteuern in der kaelte von Alaska ging es fuer 2 Wochen zum entspannen und erkunden nach Hawaii. Die Inselgruppe (mit 8 Hauptinseln) im pazifischen Ozean gehoert zu den 50 US-Bundesstaaten und ist von Vancouver in 5 Flugstunden zu erreichen. Mit 3 weiteren Stunden Zeitverschiebung war ich dann also genau 12 Stunden hinter der deutschen Zeit und buchstaeblich auf der anderen Seite der Erde. Auf meinem Plan Stand die Insel Oahu mit der Hauptstadt Honolulu und die Insel Kauia mit der wunderschoenen Na Pali Kueste.

Erster Sonnenuntergang in Hawaii

Erster Sonnenuntergang in Hawaii

Nach meiner Ankunft am Flughafen in Honolulu wollte ich irgendwie in den Stadtteil Waikiki mit dem beruehmten Waikiki Beach kommen. Der Busfahrer hat nur US Bargeld akzeptiert was ich zu dem Zeitpunkt leider noch nicht besass. Ein netter Mann auf der anderen Strasenseite der seine Frau abgeholte hat das mitbekommen und mir eine Fahrt nach Waikiki angeboten. Diese spontane und wiedermal glueckliche Situation habe ich natuerlich auch ausgenutzt. In Waikiki bin ich dann die sehr touristische Strandpromenade entlanggeschlaendert und zufaellig in eine Skilehrerkollegin aus Whistler mit ihrem Freund gerannt. Wir haben uns dann gleich fuer den naechsten morgen auf eine kleine Wanderung und erkundungstour mit ihrem Mietwagen gemacht. Ziel war es an der Nordkueste der Insel ein bisschen Schnorcheln zu gehen, also haben wir uns einfach fuer ein paar dollar im Walmart Schnorchel Ausruestung gekauft, denn in Hawaii kann man ganz einfach vom Strand aus zum Riff schwimmen und tolle Meeresbewohner bestaunen.

Schnorchel Tag

Schnorchel Tag

Schwimmen mit einer Meeresschildi

Schwimmen mit einer Meeresschildi

An der Nordkueste der Insel hat es mir auch wesentlich besser gefallen als in den Touristen ueberfuellten Waikiki, sodass ich spontan entschieden habe dort zu bleiben und habe fuer eine Woche in ein cooles Hostel das direkt am Strand gelegen war eingecheckt. 30 $ pro Nacht und super coole Mitbewohner in unserer kleinen Huette. Mit meinen Mitbewohnern haben wir dann auch viel unternommen, wie zb Surfen, Klippenspringen, Fahrradtouren, Strandfussball oder Lagerfeuer am Strand. Auserdem hatte ich mich eigentlich zum Fallschirmspringen angemeldet, allerdings wurde das leider Wegen zu schlechtem Wetter (Wolken) abgesagt 🙁
Hawaii ist vor allem auch fuer die vielen Fruechte bekannt, vor allem Ananas und Papaya waren gerade gereift und wir konnten direkt vor unserm Haus jeden morgen eine Papaya ernten.
Ziel war es fuer mich eigentlich auch meine Surfer Karriere ein bisschen voranzutreiben. North Shore von Hawaii hat mit die besten Wellen auf der ganzen Welt und durch das warme Wasser kann man ohne Neopren Anzug stundenlang im Wasser verbringen. 3 Tage lang habe ich mir ein Brett ausgeliehen. Dieser Sport ist einfach unheimlich schwer, fordert Geduld und ist auch noch gefaehrlich. Man muss so viel paddeln um gegen die Wellen aufs Wasser zu kommen und dann bekommt man in der Stunde vielleicht 3 mal die Chance eine Welle zu reiten, kommt aber aus der balance und steht fuer wenige sekunden. Das ist im vergleich zum Snowboarden nicht viel zeit um sich wirklich zu verbessern. Wie gefaehrlich es ist habe ich dann auch noch an meinem letzten Tag zu spueren bekommen. Eine grosse Welle hat mich vom Board geschmissen und nach unten gedruckt, sodass ich meinen Ruecken an den scharfen Korallen des Riffs aufgerissen habe. Wiedermal eine neue Narbe die meine Geschichten erzaehlt.

Klippenspringen in der Bucht von Waimea

Klippenspringen in der Bucht von Waimea

Unsere Cabin mit einem Papaya Baum

Unsere Cabin mit einem Papaya Baum

Eine Woche habe ich auf Oahu verbracht und bin dann mit einem Inselflugzeug nach Kauai, eine kleinere Insel im Norden geflogen. Vor meiner Abreise in Vancouver habe ich noch von einem Bekannten den Tipp bekommen auf Kauai die Napali Kueste entlang wandern zu gehen. Und genau das stand auch auf meinem Plan. Mit einem Mietwagen habe ich letzte Beschaffungen wie Essen und kleinere Camping Utensilien gemacht um dann an den Start des mehrtaegigen Trips zu fahren. Aus Kanada hatte ich Schlafsack und Matratze mitgenommen. Ziel der Wanderung war das Kalalau Valley (Tal der Wunder), ein abgelegener Strand den man nur auf Landweg zu Fuss betreten darf. Das heist Touristen koennen nicht mit Booten angekuttert werden…
Die 6 Stunden Wanderung mit schwerem Gepaeck ging entlang der einzigartigen Steilkueste der Napali Coast. Auf der linken Seite konnte man staendig den Urwald mit Wasserfaellen bewundern, in dessen Landschaft zahlreiche Filme wie z.b. auch jurassic park oder king kong gefilmt wurden, auf der rechten seite die weite des ozeans mit dem rauschen der brandung.

Wanderung an der Napali Coast

Wanderung an der Napali Coast

Dschungel mit den Lava Bergen

Dschungel mit den Lava Bergen

Angekommen in Kalalau erwartete mich das Paradies! Wunderschoener Strand mit einem Wasserfall, Hoehlen und einem Wald am anderen Ende. Mein Lager habe ich an der Waldgrenze zum Strand aufgebaut. Als Zelt hatte ich nur eine Plane die ich mit einer Schnur an den Baeumen befaesstigt habe. Gekocht wurde dann am Feuer und mit einem kleinen Camping Kocher. Offiziell muss man eine Genehmigung besorgen um dort den Zelt Platz zu benutzen, allerdings sind diese Genehmigungen immer sehr frueh ausverkauft und so richtig kontrolliert wird auch nicht. An diesem Strand leben einige Leute seit Monaten und Jahren. Vor allem Menschen die durch Events vom Leben enttaeuscht wurden und ein Aussteigerleben als Hippies fuehren. Ich habe in den Tagen dort drausen so viele beruehrende Lebensgeschichten gehoert von Leuten die Eltern verloren haben oder tief im Drogensumpf waren. Das Leben in der Wildnis haben sie dann auf das noetigste beschraenkt, so wird sich zum beispiel teilweise von eigens angebauten Pflanzen (Taro Pflanze) ernaehrt, am Feuer gekocht und von Blaettern mit Stoeckchen gegessen. Fuer die Leute dort ist es ein magischer Ort an denen viel gebetet wird und yoga praktiziert wird, eben das TAL DER WUNDER.
In der Zeit dort habe ich die Gastfreundschaft der Einheimischen genossen und mich am Gemeinschaftsleben beteiligt in dem ich beim ernten, Feuerholz suchen und kochen geholfen habe. Am zweiten Abend wurde am Feuer Pizza selbstgemacht und wie schon erwaehnt von Olivenbaum Blaettern gegessen. Wir sassen auf ausgebreiteten Decken, Frauen waren Oberkoerperfrei, dazu wurde gesungen, Kava Tee getrunken und Geschichten erzaehlt. Kava ist die Wurzel einer Pflanze die zermahlen und mit wasser vermischt wird, durch den Tee bekommt man einen Rausch und wird ziemlich high, macht den Mund taub und man wird super entspannt.

Das Tal der Wunder

Das Tal der Wunder

Mein Lager im Dschungel

Mein Lager im Dschungel

Als dank wurde ich dann von einem Jungen und einem Maedl am naechsten Tag in das Tal gefuehrt und mir wurden die Gaerten gezeigt, ein Wasserfall und tolle Badestellen im Fluss. Die 5 Stunden wandern durch den Dschungel haben wir alle Barfuss gemacht um mit der Erde in Einklang zu kommen. Mir haben die Fusse dann schon wie hoelle wehgetan. Am letzten Tag bin ich dann mit einem Bekannten um die Klippe herum zu  einem anderen Strand geschwommen. Auf halben Weg hat mich eine boese Feuerqualle erwischt, das hat hoellisch wehgetan aber im ersten moment nur auf der Haut. Als ich dann nach 40 min schwimmen am anderen Strand angekommen bin hat das Gift der Qualle mein Nervensystem erreicht. Als Folge musste ich mich uebergeben, habe Magen und Muskelkraempfe bekommen. Ich hatte echt ne ordentliche Dosis abbekommen und ne heftige Reaktion. Zum Glueck war ein Kanu fahrer an dem Strand der mir dann angeboten hat mich mit zum Kalalau Strand zurueck zu nehmen. Neben diesem Erlebnis habe ich mich aber in Hawaii sicher gefuehlt. Hawaii hat keine wirklich giftigen oder jagenden Tiere an Land die einen toeten koennen. Das gefaehrlichste ist wohl ein Wildschwein, die dort sehr aggressiv sind. Also ein guter Ort um im Urwald zu leben.

Die Gaerten im Dschungel mit einer Guave in der Hand

Die Gaerten im Dschungel mit einer Guave in der Hand

Die Pools des Kalalau Flusses

Die Pools des Kalalau Flusses

Zurueck aus der Wildnis habe ich am ersten Abend an einem traditionellen Fest, dem Luau teilgenommen. An dem ein Schwein im Erdofen zubereitet wird und als Show traditionelle Taenze aufgefuehrt werden. Ein gutes Event dass man mal gesehen haben muss wenn man in Hawaii war.
Meinen letzten Tag habe ich dann noch in Oahu verbracht und bin mit einem Mietwagen und Alesha einer Freundin aus Whistler die ich durch zufall getroffen habe um die Insel gefahren. Leider wurde bei einem Strandbesuch die Beifahrerscheibe meines Autos aufgebrochen und Aleshas Rucksack mit ihrem australischen Reisepass und Geldboerse geklaut.

Im grossen und ganzen hat mich Hawaii positiv ueberrascht und mir sehr gut gefallen mit den Lava Bergen und Vulkansteinen.

Jetzt kann ich nicht mehr zu viel schreiben, Ich will ja meinen Flug in die Heimat nach Deutschland nicht verpassen. Einige haben ja durch mein kleines Raetsel in meinem letzten Artikel schon rausgefunden wann genau ich wieder in Frankfurt landen werde.

Viele liebe Gruesse aus Vancouver wo ich meine letzten Tage verbracht habe. Bleibt immer schoen abenteuerlustig und wir sehen uns dann hoffentlich bald.

Paule

Der Ultimative Trip nach Alaska

Am Mittwoch 15. April habe ich mich auf einen unvergesslichen 21 taegigen Trip / Roadtrip gen Alaska begeben. Was dabei rauskam hat meine Erwartungen uebertroffen. Die Natur, Wildnis, Tiere und das Skifahren … alles hat gepasst! Geplant waren 5 Tage Autofahrt nach Haines, Alaska um dort mit Helikopter auf eine mehrtaegige Gletschertour geflogen zu werden.

http://tinyurl.com/paulalaskaroadtrip

Von Whistler – Prince George – Dawson Creek – Whitehorse – Haines – Skagway – Whitehorse – Stewart – Prince George zurueck nach Whistler sind ziemlich genau 5.000 km !!!

Nachdem wir aus dem Mitarbeiterhaus ausgezogen sind, sind wir vollgepackt mit Skiern, Camping- und Winterausruestung am ersten Tag nach Prince George gefahren. Vorbei an Lillooet und entlang des Fraser Rivers ging es durch huegeliges Gelaende! Fuer die kaelte in Alaska haben wir uns noch mit Hand- und Fusswaermern ausgestattet und unsere Ski zum Wachsen und Kantenschleifen in eine lokale vertraute Tuning Werkstatt gebracht. Gute Arbeit bei Alpine Pro!!!
Bis Dawson Creek war die Landschaft relativ unspektakulaer, allerdings fing dann in Dawson Creek der Alaskan Highway an. Mile “0” in Dawson Creek, wo es unteranderem auch eine alte schweizer Backstube gab.

Vollgepackt bis obenhin, unser Reisemobil.

Vollgepackt bis obenhin, unser Reisemobil.

Die Richtung ist vorgegeben - ALASKA !

Die Richtung ist vorgegeben – ALASKA !

Mile "0" des Alaska Highway

Mile “0” des Alaska Highway

Der Alaska Highway wurde von den Amerikanern im zweiten Weltkrieg gebaut um neben dem Seeweg auch einen Landweg fuer Militaerfracht zu den Stuetzpunkten in Alaska zu haben. Nachdem die Japaner Pearl Harbour angegriffen haben, war die Sicherheit auf dem See- und Luftweg nicht mehr gegeben. Die Strasse ist von der grosse mit deutschen Bundesstrassen vergleichbar, allerdings geht es die meiste Zeit nur gerade aus. Den Tempomat auf die zugelassene Hoechstgeschwindigkeit von 100 km/h eingestellt kann man sich dann von der umgebenen Natur verwoehnen lassen. Und die Natur hat es in sich: in den ersten Tagen haben wir vor allem viele Bisons und Elche gesehen. Eines der Highlights auf dem ganzen Trip waren die Nordlichter. Ein wahrnsinns Naturschauspiel, dass relative zufaellig entsteht und schwer vorherzusagen ist. Eines Abends ist mir ca 23 Uhr  eine merkwuerdige Wolke am Himmel aufgefallen waehrend ich im Auto sass, die sich dann als Nordlicht herausstellte. Die gruenen Lichtstreichen bewegen sich unfassbar schnell und spielerisch durch die Luft… Coole Sache

Nordlichter auf dem Weg nach Alaska

Nordlichter auf dem Weg nach Alaska

Bisons am Strassenrand

Bisons am Strassenrand

Auf dem weiteren Weg ins Yukon (die nord westliche kanadische Provinz) war unter anderem ein Stopp an den Hotsprings (heissen quellen) des Liard River und an dem Schilderwald von Watson Lake. Die Hotsprings sind direkt neben dem Highway gelegen und das ganze Jahr zugaenglich. Nach einigen Tagen im Auto ohne dusche kam uns das Bad recht gelegen. Natuerlich ohne Shampoo um die Umweld zu schonen. Ich fande ziemlich cool dass die Quelle im grossen und ganzen naturbelassen wurde und nur mit halzumkleideraeumen ausgestattet war. Denn andere heisse quellen wurden in Kanada ziemlich kommerzialisiert und als Poolanlage umgestaltet.
Den Schilderwald von Watson Lake begannen 1942 Touristen aus der ganzen Welt mit einheimischen Schildern zu bestuecken. Natuerlich sind jede Menge deutsche Ortsschilder unter den heute 77.000 Schildern.

Schilderwald

Schilderwald

Liard River Horsprings bei 0 Grad ausentemperatur

Liard River Horsprings bei 0 Grad ausentemperatur

Weiter ging die Reise nach Whitehorse, die Hauptstadt vom Yukon und letzte groessere Stadt vor Alaska. Entlang des Weges haben wir immer wieder stopp an attraktionen gemacht oder sind fuer einige stunden wandern gegangen wie zum miles canyon in Whitehorse. So kamen wir im Schnitt auf 6 Stunden taeglicher Autofahrt. Letzte Station vor der Grenze und dem Pass der nach Haines fuehrt war Haines Junction, wo wir bei schoenen Sonnenuntergang und tollen Bergen im Hintergrund unser letztes Essen in Kanada zu uns genommen haben.

Haines Junction Abendessen

Haines Junction Abendessen

Nach 5 Tagen auf der Strasse sind wir am Sonntag Mittag in Haines Alaska angekommen. Das Wetter war ziemlich betruebt und wir machten uns wenig Hoffnung, dass wir an einem der naechsten Tage die Gletscherexpedition starten konnten. Trotzdem haben wir das Buero der Bergfuehrer und guiding Firma aufgesucht um Wetterprognosen zu checken. Ausserdem konnten wir unseren Bergfuehrer Joe Eppler persoenlich kennenlernen um letzte Beschaffungen abzusprechen. Wetterweis sah es gar nicht so schlecht aus fuer die kommende Woche. Eine Schoenwetterfront hatte sich fuer Mittwoch angekuendigt. Das hiess dann zwei Tage warten und die Zeit todschlagen. So haben wir einige Wanderungen unternommen oder die lokale Fairweather Ski Fabrik besucht die als Hauptgeschaefft Holzboote herstellt, wunderschoene Ski. Doch damit waren wir nicht alleine, in den Cafes, Restaurants und der Bibliothek sind unzaehlige Skifahrer anzutreffen die man anhand der Kleidung sofort erkennen kann. Ende Mai kommen sehr viele professionelle Skifahrer fuer Film- und Fotoshootings nach Haines Alaska um in athemberaubender Szenerie Ski fahren zu koennen. Und wir waren mittendrin.
Dieses Haines hat mich am zweiten Tag dann so richtig beeindruckt, als sich die Wolken langsam aufloesten und direkt neben dem Ozean gigantische Berge mit ihren Gletschern aufgetuermt haben. Am Dienstag Morgen wurden wir von einer Gruppe Seeloewen geweckt die am Ufer direkt neben unserem Nachtplatz ein Schauspiel veranstalteten. Mit lautem Bellen haben die Bullen im grossen Pulk gekaempft und im Meer weiter draussen konnte man einige Wale beobachten die es auf die Robben abgesehen haben.

Der Hafen von Haines mit Bergen

Der Hafen von Haines mit Bergen

Fairweather Ski Fabrik

Fairweather Ski Fabrik

Wie ich bereits erwaehnte hat sich das Wetter entgegen der Prognosen schon am Dienstag verbessert und wir konnten uns auf einen Flug am spaeten Nachmittag vorbereiten. Ein bisschen Sorgen machten wir uns ueber die hohe Lawinengefahr die nach 2 Metern Neuschnee und maechtig Wind auf dem Gletscherfeld herrschte. Aber es blieb uns nichts anderes uebrig als dem Bergfuehrer zu vertrauen und alle Sicherheitsvorkehrungen zu nehmen die das Risiko minimieren. Also kam auch nix anderes in Frage als mit Lawinen Air Bag Rucksack zu fahren. Ich setze nicht vorraus dass jeder weis was das ist, deshalb eine kleine Erklaerung: Im Fall eine Lawine loest sich, sollte man an einem Ausloeser am Rucksack ziehen, der dann einen Airbag aktiviert der wie ein grosser Luftballon am ruecken aufgeht. Die Blasse soll dem Skifahrer dazu verhelfen auf den Schneemassen der Lawine zu schwimmen und nicht begraben zu werden. Das gute im voraus, wir mussten den Air Bag nicht verwenden!
Mit zwei Fluegen wurden wir und das Gepaeck dann auf den Gletscher zu unserem Camping Platz geflogen. Der Flug dauerte maximal 15 min und war atemberaubend . Mein erster Helikopter Flug ueberhaupt und dann durch die riesigen Gletscherfelder von Suedost Alaska…
Da es schon relative spaet war hatten wir nicht viel Zeit vor der Dunkelheit unser Camp aufzubauen. Das beinhaltete zwei Schlafzelte, ein Kuechenzelt und eine “Toilette”. Beschwerend kam hinzu dass der Wind angefangen hatte durch das Tal zu fegen. Um das Zelt im Schnee zu befaestigen sind die herkoemmlichen Zeltheringe nicht ausreichend, es bedarf einen kleinen Trick. Jeo hatte quadratische 10×10 cm Holzplatten mit loechern vorbereitet an denen wir dann das Zelt mit Schnueren befaestigen und im Schnee begraben konnten. Ausserdem bauten wir an den zwei windanfaelligen seiten Mauern aus Schneebloecken als Windschutz. Um das Schuhe an- und umziehen am Zelt zu vereinfachen haben wir vor dem Eingang eine Grube gegraben sodass man ins Zelt kriechen musste und beim sitzen an der Kante des Zelteingangs die Fuesse nicht in dem Schnee hatte.
Nach dem selben Prinzip wurde unsere Kueche gestaltet. Eine hohe Bar und Sitzbank damit die Fuesse weg vom schnee kommen und warm bleiben (siehe Fotos). Auf dem Foto unten ist noch unser Helikopter Pilot Shamus mit seinem Mechaniker zu sehen. Die sind auf einem Inspektionsflug am morgen zu einem Kaffee vorbeigekommen. Nicht der schlechteste Ort fuer einen Fruehstuecksauslfug 🙂
Und einige werden sich fragen was bei uns in den Tagen auf dem Speiseplan stand. Ich muss echt sagen wir wurden verwoehnt. Ich habe damit gerechnet dass es Camping Essen gibt. Grundsaetzlich sind das Fertigbeutel zu denen man nur heisses Wasser hinzufuegt und man dann eine komplette Mahlzeit hat. Das gab es auch an unserem ersten Abend da wir mit Camp Aufbau schon genug gearbeitet haben. Allerdings haben wir an den naechsten Tagen Lachs Crème Suppe, Buffel Geschnetzeltes und viele weitere leckereien aufgetischt.

Campaufbau nach dem Heli Flug

Campaufbau nach dem Heli Flug

Unser Camp am naechsten Morgen

Unser Camp am naechsten Morgen

Als Helikopter Pilot fliegt man zum Fruehstueck auf den Gletscher

Als Helikopter Pilot fliegt man zum Fruehstueck auf den Gletscher

Am ersten Skitag sind wir frueh gestartet und haben mit ein bisschen Bergungstraining begonnen. Suche nach verschuetteten in der Lawine und Gletscherspalten Bergung sowie das Wandern und Klettern in einer Seilschaft. Unseren ersten Alaskan Gipfel haben wir dann am gleichen Tag noch erklummen: Crazy Horse ist der Name des Berges was verruecktes Pferd auf deutsch bedeutet.
Der Kampf gegen die Kaelte: Ja es ist wie anzunehmen kalt auf den Gletschern von Alaska. – 15 Grad war es die erste nacht und die Nasenspitze faengt an einzufrieren bei den Temperaturen. Allerdings ist gutes Material die halbe Miete und kombiniert mit ein paar Tricks von Joe habe ich die Naechte nicht gefroren und gut geschlafen. So haben wir z.B. heisses Wasser in Flaschen gefuellt und als waerme quelle mit in den Schlafsack genommen. Als Schlafsack hatte ich einen duennen Sommerschlafsack als inneren und einen warmen Winterschlafsack als aeuseren Schlafsack. Dazwischen habe ich dann Sachen gepackt die trocknen mussten wie z.B. Handschuhe oder Struempfe. Gute Nacht!

Aufstieg zum Crazy Horse Gipfel

Aufstieg zum Crazy Horse Gipfel

Nachts auf dem Gletscher

Nachts auf dem Gletscher

An Tag 3 auf dem Gletscher wollten wir wieder eine Skitour gehen und uns unser Hauptziel “Sitting Bowl”, so der Name des einen Berges, aufzuheben und zu warten bis die Lawinengefahr sich gelegt hat. Allerdings hat sich unser Bergfuehrer dazu entschieden den Berg doch am selben Tag zu erzwingen da die geaenderte Windrichtung den Hang noch mehr mit Schnee belastet hat und die Gefahr sogar noch groesser zu werden drohte. Denn einen Tag zuvor hat es eine maechtige Lawine nicht weit entfernt gegeben die einen ganzen Hang abrutschen lassen hat als eine Schneewaechte abgerissen ist. Also starteten wir ueber die Gletscherspalten an Seilen den Aufstieg, der am Ende ueber 3,5 Stunden dauerte. Pausen waren nicht gestattet, da wir uns so schnell wie moeglich aus dem Gefahrenfeld des Hanges bewegen mussten. Nach den ersten hundert Metern mit Touring Ski mussten wir schnell zum Klettern uebergehen und die Ski auf den Rucksack binden. Die Steilheit des Gelaendes und der Schnee haben einen mix aus Angst, Erschoepfung und Adrenalin in mir ausgeloest. Einmal ist mir das Herz so richtig in die Hose gerutscht, als wir dabei waren mal wieder einen Bergschrunt zu ueberqueren bin ich tief mit meinen Fuessen eingesunken und habe keinen Schnee mehr unter mir gespuert. Ich bin durch die Schneebruecke auf denen wir liefen durchgebrochen und sass nur noch auf einem schmalen Balken aus Schnee. Ohne hektische Bewegungen ist es mir dann gelungen seitlich ueber die Schlucht zu kriechen. Eine weitere riskante aber auch lustige Aktion mussten wir meistern als Katrin dann auf halber strecke einen Toilettengang brauchte. Der Berg war so steil dass ich versucht habe eine kleine Plattform zu bauen und sie dann an ihrem Rucksack festgehalten habe. Aufregender Platz zum pinkeln 😉

Unser Ziel "Sitting Bowl"

Unser Ziel “Sitting Bowl”

3,5 Stunden Aufstieg

3,5 Stunden Aufstieg

Oben angekommen, eine 55+ Grad Steile Abfahrt vor Augen, Angst vor Lawinen aber voller Vorfreude endlich die Abfahrt meines Lebens machen zu koennen. Joe unser Bergfuehrer war der erste. Abseits der Pisten sollte man immer einzeln in einen Hang fahren um die Schneeschichten nicht unnoetig zu belasten und im Fall einer Lawine nur eine Person in Gefahr ist verschuettet zu werden, damit die Partner ihn retten koennen. Unten angekommen hat uns Joe dann per Walky Talky Anweisungen und Tips gegeben.
3,5 Stunden schuften fuer 4 Minuten geilste Abfahrt meines Lebens!!!
Wie Ruhmtraechtig diese Abfahrt ist wurde mir eigentlich erst nach unserer Rueckkehr in Haines bewusst als viele Bergfuehrer und einheimische Skifahrer uns gratuliert haben dass wir “Sitting Bowl” gefahren sind. Geiles Gefuehl solch eine

Mein Blick von Sitting Bowl nach unten

Mein Blick von Sitting Bowl nach unten auf unsere Abfahrt

Mit dem Gedanken im Kopf den Hauptberg bezwungen zu haben und der Nachricht, dass die Wettervorhersage unbestaendig wird, hat unser Bergfuehrer entschieden am 4. Tag die Zelte abzubrechen und uns abholen zu lassen. Gute Entscheidung wenn man bedenkt dass zuvor einige Skifahrer fuer 2 Wochen wegen Sturm nicht abgeholt werden konnten und am Gletscher festgesteckt sind.
Das Wetter zeigte sich einen Tag nach unserer Gletschertour immernoch von der schoensten Seite, wir waren immernoch sehr begeistert vom Skifahren auf dem Alaska Schnee — dann buchen wir halt einen Tag Helikopter Skifahren dazu!
Wir haben an dem Tag mit der 5er Gruppe und Bergfuehrer Joe 5 Abfahrten hinbekommen. Sicherlich die teuersten Abfahrten die ich je gemacht habe, aber die unbeschreibliche Schoenheit der Berge und der Schnee haben alles zurueckgezahlt.
Der Schnee ist anders, es ist trocken, und viele kleine Schneeschichten. Das hat zur Folge dass der Schnee relative leicht rutscht. Ich musste meine Art Ski zu fahren sehr umstellen, denn es ist als wenn man permanent in einer kleinen mini Lawine faehrt, der Schnee bewegt sich einfach mit dir.

ready for take off

ready for take off

Helikopter bringt die ersten Fahrer in den Schnee

Helikopter bringt die ersten Fahrer in den Schnee

Alles Roger!

Alles Roger!

Pulverschnee

Pulverschnee

Die unvergesslichen Erlebnisse und viel Glueck mit unserer Tour machten es relative einfach “Auf Wiedersehen Haines” zu sagen. Mit der Faehre haben wir nach Skagway Alaska uebergesetzt um dort auf dem Spuren des Goldrauschs die Chilkoot Trail zu wandern. In den Fluessen waren zu dieser Zeit die sogenannten Hooligan Fische oder auch Candle Fish genannt auf der Wanderung zu den Brutstaetten. An einer sehr guenstigen Stelle im Fluss konnte ich auf unserer Wanderung ein paar Fische mit der Hand fangen, die wir dann am Abend in der Pfanne zubereiteten.
Auf der Rueckfahrt nach Whistler haben wir uns noch den Stewart Glacier angeschaut, im schoenen Boya Pronicial Park gecampt und ein paar BAEREN gesehen! Die kommen jetzt alle aus ihrem Winterschlaf und sind auf der Suche nach Nahrung. Auch in Whistler sind sie jetzt schon am umherstreunern.

Hooligan Fisch

Hooligan Fisch

Bear Glacier in Stewart

Bear Glacier in Stewart

Eishoehle

Eishoehle

BAER

BAER

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Ansonsten war die Fahrt sehr angenehm mit wenig Verkehr, wie auf der ganzen Reise. Die Strassen waren auf dem westlichen Weg nicht ganz so gut ausgebaut und man musste einigen grossen Schlagloechern ausweichen die auf den Abschnitten mit kleinen Fahnen am Seitenrand gekennzeichnet sind. Zugelassene Hoechstgeschwindigkeit war 90 km/h… Was man dann nicht machen sollte, einen undercover Polizeiwagen mit 110 km/h ueberholen 🙂 Genau das habe ich naemlich gemacht und wurde mit blaulicht verfolgt. Der Polizist war sehr nett und hat es bei einer Verwarnung belassen. Mir hat er dadurch eine 190 $ Strafe und 3 Punkte erspart. Naja ich war schon sehr Einsichtig, allerdings ist es auch schwer sich an die geschwindigkeit zu halten wenn es fuer kilometer nur gerade aus geht und nie ein auto entgegen kommt…

 

Bleib Wild

Bleib Wild

Zum Abschluss noch ein Gangster Foto von Kat und mir auf dem Gletscher. “Alles ist Gut solange du Wild bist!” Alaska war unbeschreiblich und die Bilder von unserem Camp warden immer in meinem Gedaechtnis bleiben. Danke fuer die Moeglichkeit.

Nun ist auch Alaska vorbei und die Rueckkehr in die Heimat kommt immer naeher. Ich werde vorraussichtlich in Stunde 3563 des Jahres 2015 in Frankfurt landen. Meine Sommersachen habe ich bei der Ethan Familie abgeholt und packe gerade um fuer Hawaii. JA ALASKA – HAWAII, genialer Kontrast wie ich finde. Am Sonntag geht mein Flieger von Vancouver. Bei dem Urlaub brauche ich natuerlich nicht meine Ski, die kann ich gluecklicherweise bei Addisons Familie, eine Skischuelerin aus der Wintersaison unterstellen und abholen wenn ich wieder ankomme. Skigepaeck konnte ich bei Lufthansa auf der Strecke kostenlos dazubuchen, und meine kleinen Babies kommen mit nach Hause. Auserdem werde ich in Vancouver dann mein Auto verkaufen. Christine mit der ich im Sommer gereist bin ist bereit 2000 $ zu bezahlen, ist es natuerlich auch mehr als Wert.

Bleibt Gesund und Munter ! Euer Paul