Arbeit auf dem Berg!

Hallo ihr Lieben,

die Wintersaison hier in Whistler dauert jetzt schon 4 Monate und neigt sich langsam dem Ende entgegen. Beruflich kommt noch eines der Highlights auf mich zu. Denn in der kommenden Osterwoche hat sich mit meiner Firma Hagen Alpin Tours auch ein prominentes Pärchen zum Skifahren angekündigt. In ihrer Zeit hier in Whistler werde ich Rosi Mittermaier und Christian Neureuther betreuen. Sie kommen als Werbefiguren mit einer Gruppe aus Deutschland zum Skifahren. Ich freue mich ihnen dann mal zeigen zu können wie man ‘richtig’ Ski fährt 😉

Ein ganz normaler Arbeitstag startet um 8 Uhr mit verlassen des Hauses. In 30 min. gehe ich dann entlang des Golfkurses auf dem Valley Trail in Richtung Skilifte wo ich mein Schließfach mit der ganzen Ausrüstung habe. Um 9 Uhr begrüße ich dann am Treffpunkt die Gäste zum Ski Guiding. Normal sind es Gruppen von 2-8 Personen die hier eine Woche zum Urlaub herkommen. Die ersten zwei Tage sind Ski Guiding für sie gebucht. Ich als Bergführer bin vor allem in einem Skigebiet wie Whistler sehr hilfreich, da es sich hier vorwiegend nicht um ausgeschilderte normale Pisten handelt sondern freies Gelände das schwer zu erreichen ist.

Arbeitsweg auf dem Valley Trail Richtung Berge!

Arbeitsweg auf dem Valley Trail Richtung Berge!

Je nach Könnerstufe, das ich bei den ersten paar Abfahrten teste, geht es dann auf die schwierigen black diamond und double black diamond Hänge im Skigebiet. Oft gilt es einen kleinen 5-10 minütigen Aufstieg mit Ski auf der Schulter zu bewältigen um auf der Rückseite der Berge den frischen Tiefschnee zu finden.

Aufstieg zur Bergrückseite!

Aufstieg zur Bergrückseite!

Mittagspausen werden auf einer der wenigen Hütten (Großraum Kantinen) gemacht. Zum Glück ist es geduldet dort sein eigenes Essen mitzubringen und ich verspeise meistens mein selbstgebackenes Pausenbrot. Denn wenn man sich überlegt ich würde bei 120 Tagen auf dem Berg jedes mal 15 $ ausgeben, dann kommt mich das ziemlich teuer. Nach dem Skifahren gehört es zu meinen Aufgaben die Gäste bei Buchungen wie Heli-Skiing zu unterstützen und mit ihnen in die Büros zu gehen. Ein obligatorisches Aprés Ski Bier darf dann auch nicht fehlen.
Körperlich macht mir das tägliche Skifahren nix mehr aus. Meine anfänglichen Rückenbeschwerden habe ich durch zweimal schwimmen und Fitness Studio gut in den Griff bekommen. Allerdings ist es stressig die ganze Zeit unter der Verantwortung zu stehen die Gäste die richtigen Abfahrten runterzuschicken und sie zu unterhalten.

Hagen Guiding in Spankys Ladder

Hagen Guiding in Spankys Ladder

Die Arbeit mit den Gästen macht richtig Spaß weil ich wirklich viel zum Ski fahren komme und auch meistens da lang fahren kann wo ich selber auch fahren würde. Das Niveau ist sehr hoch und die Leute sind hier um an ihre Grenzen zu gehen.
Allerdings vermisse ich das Coachen von Kids und Jugendlichen sehr. Mit dem Nachwuchs zu arbeiten und zu sehen wie sie sich weiterentwickeln ist etwas ganz besonderes. Naja mal sehen wie es dann die nächsten Jahre so weitergeht. Bisher gibt es keinen Plan sondern nur Ideen, und das ist auch gut so!

Liebe Grüße

Euer Paul

Glacier Expedition in Haines, Alaska

Im April 2015 bin ich mit meiner Skilehrerkollegin aus Whistler mit dem Roadtrip Batmobil in Richtung Alaska gefahren. Ziel waren die großen Berge von Haines in Alaska. Vorab haben wir uns mit unserem Guide Joe Eppler über unsere Tour und Organisation ausgetauscht. Am Ende hat alles perfekt gepasst und wir hatten einen unvergesslichen Skitrip!

Ski – Eat – Sleep … Repeat

Roadtrip: 12 Tage – 6 Skigebiete – 1.900 Kilometer

Ein Ski Guide hat in der Wintersaison 12 Tage Urlaub am Stück… Natürlich versucht er so viel Zeit wie möglich auf dem Berg zu verbringen und sucht nach neuen Herausforderungen.

Andy und ich sind in den freien Tagen auf ski safari gegangen. Auto voll packen mit Ski, Essen, Schlafsack und los gehts Richtung Rocky Mountains.

Unser treuester Reisepartner Henry, ein weißer 12 Jahre alter Pontiac Montana, hat uns in der ersten Nacht ins Big White Skigebiet bei Kelowna transportiert. In Big White haben wir bei Kaufi, einem guten Freund aus der Heimat übernachtet. Geschneit hat es in Big White schon länger nicht, allerdings hatten wir dafür Sonnenschein pur und tolle Ausblicke.

Chair Lift durch Big White

Chair Lift durch Big White

Snow Ghosts in Big White

Snow Ghosts in Big White

Silver Star Mountain Resort

Auf dem Weg zu nach Revelstoke haben wir auf der Karte das kleine Skigebiet Silver Star gefunden und natürlich haben wir  dort für einen Tag stopp gemacht um uns dort mal auszutoben. Und es hat sich gelohnt!
Das Wetter und der Schnee waren zwar nicht besonders gut. Relativ feuchter Schnee bei Schneeregen und Bewölkung.
Aber das Skigebiet hat trotz weniger Skilifte so viele Varianten zum Abfahren, sehr steile Abfahrten in den Wäldern.
Und diese oft versteckten Abfahrten haben wir durch Siobhan gefunden, ein einheimisches Mädel dass wir auf einer unserer ersten Liftfahrten kennengelernt haben. Sie war mal Rennfahrerin und ihre ganze Familie hat an dem Tag am Rennkurs gearbeitet oder wie z.B. ihr kleiner Bruder sogar beim Rennen teilgenommen. Auf alle Fälle haben wir uns gut verstanden und ihre Mutter hat uns dann zum Abendessen eingeladen. Natürlich haben wir das angenommen. Also sind wir zu der Adresse gefahren und wir haben uns in einer 5 Mio. $ Villa wiedergefunden. Whirlpool, Heimkino, rießiger Küche und Glasfront am Berg. Zum Abendessen gab es Reis mit Wildlachs und Gemüse. Ich habe um Wasser gebeten, weil unser Plan war am Abend noch weiterzufahren. Allerdings hat Ann-Marie mir Wein eingeschenkt begleitet vom Satz: Ihr fahrt heute nirgends mehr hin, ihr könnt hier schlafen. Naja als Reisender ohne wirklich eine Unterkunft zu haben sind wir gerne in dem Haus geblieben.

Abendessen bei den Clancys

Abendessen bei den Clancys

Henry vollgepackt !!

Henry vollgepackt !!

Als weitere Stationen standen Revelstoke, Kicking Horse, Panorama und Fernie auf dem Programm.
In Revy haben wir bei einem Freund von Andy schlafen können, der uns auch mit zum Skitouring als Guide geführt hat. Der Schnee ist immer besser geworden und wir hatten viele tolle Tiefschneeabfahrten. Beim Skitouring haben wir ein paar kleine Lawinen ausgelöst, aber nix beunruhigendes. Aber es war eine gute Erfahrung und Übung wie man mit so einer Situation umgehen sollte.

Ski Tour in Revelstoke!

Ski Tour in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Ab Golden hat uns dann Marion aus Calgary begleitet. Marion habe ich vor 1,5 Jahren auf Vancouver Island kennengelernt, wir haben dort viel Zeit im Sommer verbracht und sind in Whistler zusammen Ski gefahren. Sie hat Freunde in Golden und Fernie bei denen wir schlafen konnten und ihre Eltern sogar ein eigenes Haus am See in Windermere (Nahe Panorama).

Marions Haus in Windermere

Marions Haus in Windermere

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

In Golden (Kicking Horse Ski Gebiet) hatten wir den richtigen Champagne Powder. So leichter und trockener Schnee dass man richtig tief einsinkt. Das Skigebiet dort hat auch viel zu bieten, allerdings gibt es nur eine Gondel und einen Sessellift von dem aus man viel erlaufen kann. Wie zum Beispiel den Terminator 1 & 2, so werden die zwei Berge genannt die man in 15 min. zu Fuß erklimmen kann.

Am besten hat mir aber eigentlich Revelstoke gefallen. Es hat mich am meisten an Whistler erinnert und hat viele verschiedene Variationen zu bieten. Steile Abfahrten im Wald sowie tolles Gelände zwischen Felsen.

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

Liegestütze am Hang

Liegestütze am Hang

Nach einem Tag Skifahren in Fernie mussten wir uns leider auf dem Weg zurück nach Whistler machen, nachdem es über 30 cm Neuschnee über Nacht gegeben hat. Also sind wir mit einem weinenden Auge losgefahren. Aber das Risiko erst über Nacht zu fahren war zu groß, da wir am nächsten Tag wieder in Whistler arbeiten mussten. Und es hat sich auch bewährt. Die Strecke von Fernie nach Whistler beträgt 1080 km und ca 12 Stunden Autofahrt. Circa 400 km vor dem Ziel hat einer unserer Reifen den Geist aufgegeben und sich verformt. Wir haben es noch bis kurz vor 18 Uhr nach Kamloops geschafft und gerade so eine Werkstatt gefunden die uns Helfen konnten.

Zurück in Whistler hat die Arbeit wieder gerufen. Aber so schlimm ist das ja auch nicht. Der Vater von der Familie bei der wir übernachtet haben, ist eine Woche später nach Whistler auf eine Dienstreise gekommen und hatte einen Tag frei zum Skifahren. Gerne habe ich ihn den Tag unterricht gegeben als Dank für die nette Gastfreundschaft in Silver Star.
Es ist ein tolles Gefühl dafür Geld zu bekommen was man liebt und gerne macht. Beim nächsten mal werde ich schreiben was sich in meinem Job als Ski Guide alles so abspielt.
Hier ein kleiner Einblick wie so ein Tag Ski Guiding aussehen kann: https://vimeo.com/157677371

Viele Liebe Grüße aus Kanada

Euer Paul