Ski fahren mit Weltcup- und Olympiasiegern

Am Ende der diesjährigen Wintersaison hat unser Reiseveranstalter mit einer Spezialreise ein Highlight gesetzt. Unsere Gäste und ich hatten die Ehre mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther Ski fahren zu können.
Ich als Guide durfte diese Gruppe in Whistler die schönsten Abfahrten herunterführen. Ein tolles Erlebnis!

Ski fahren mit Rosi und Christian

Ski fahren mit Rosi und Christian

Neben der Arbeit mit den Promis und anderen Gästen aus Deutschland drehte sich auch diese Saison vielen um das Ski Touring. An meinen freien Tagen zwischendurch bin ich immer Eintagestouren in Whistler gegangen. Das heist wir haben die Skilifte verwendet um so hoch wie möglich zu kommen und sind dann von dort mit Fellen weiter ins Hinterland (Backcountry) gewandert. Innerhalb von 45 min erreicht man von dort unberührte Gletscherabfahrten die auch die örtlichen Helicopter Ski Firmen als Abfahrten nutzen.
An dieser Stelle möchte ich auch meine neue Freundin vorstellen, mit der ich die meisten dieser Ski Touren gemacht habe. Evelyn ist auch Skilehrerin, kommt aus Niederösterreich und es ist super mit ihr Ski fahren zu gehen.

ski tour in whistler

ski tour in whistler

Für diese Saison haben wir uns auch eine Merhtagestour mit Übernachtung in einer Hütte vorgenommen. Kurz vor meinem Geburtstag, am 16./17. März, haben dann sowohl das Wetter, der Schnee und meine freien Tage gepasst. Ziel war eine Hütte im sogenannten steep creek (Tal des steilen Flusses). Um diese Hütte zu erreichen sind wir in etwa eine Stunde mit dem Auto nördlich von Whistler eine Passstraße gefahren. Der Parkplatz von dem aus wir die Ski anschnallen konnten liegt auf 1200 Metern. Vollgepackt mit Proviant, Kochutensilien, Schlafsäcken, Isomatten und Lawinenausrüstung haben wir einen 2 stündigen Aufstieg zur Hütte am Darkside Lake bewältigt. Die Hütte ist wundervoll gelegen im Wald an einem See, umgeben von atemberaubenden Bergen und Gletschern.
An der Hütte haben wir dann all unser schweres Gepäck abgelegt und sind dann mit leichteren Rucksäcken Ski gefahren. Am ersten Tag sind wir in weiteren 2 Stunden unseren ersten Gipfel erklummen. Die anspruchsvolle Abfahrt mit ca 700 Höhenmetern war das i-Tüpfelchen zu dem gelungenen Tag.

Wir sind gegen 18 Uhr ziemlich erschöpft aber glücklich an der Holzhütte (Log Cabin) angekommen. Erfreulicher Weise haben unsere Mitbewohner, drei Kanadier aus Vancouver Island, bereits den Kamin angefeuert. Zum Abendessen haben wir mit einem Topf Nudeln unsere Kohlenhydrat Reserven wieder aufgefüllt und den Abend mit einem kühlen Bier ausklingen lassen. Die Nacht war sehr abwechslungsreich: unter dem Dach war es zu Beginn sehr warm, Mitten in der Nacht hat uns eine Ratte die in den Wänden Krawall gemacht hat wach gehalten, am frühen morgen ist es ziemlich kalt geworden denn der Kamin hat nicht mehr wirklich geheizt. Aber im Großen und Ganzen haben wir die Nacht gut rumbekommen und sind mit Haferschleim motiviert in die Berge gezogen.

Hütte am Darkside Lake

Hütte am Darkside Lake

Frühstück vorm touren gehen

Frühstück vorm touren gehen

Wir hatten einen perfekten Ski Touring Tag, Sonne, Pulverschnee und anspruchsvolle Abfahrten!
Schaut einfach auf den Bildern…

Den Berg haben wir bestiegen

Den Berg haben wir bestiegen

und sind ihn hier abgefahren

und sind ihn hier abgefahren

Nachdem wir unsere Schlafsachen aus der Hütte geholt hatten machten wir uns auf dem Rückweg Richtung Auto.
Leider gab es auf unserer letzten Abfahrt noch ein kleines Schockerlebnis. In den Bergen gibt es neben den bekannten Gefahren wie Lawinen, Gletscherspalten und Klippen auch noch die weniger bekannten Treewells engl. Baumbrunnen oder Baumlöcher. Solche Baumlöcher bilden sich bei viel Schnee um den Stamm des Baums, da die Äste den Schnee abhalten entsteht ein Hohlraum. Diese Löcher können bis zu 4 Meter tief sein und die Gefahr ist dort reinzufallen und zu ersticken. Man kommt alleine nicht wieder raus und der Schnee von den Ästen kann einen schnell verschütten.
Und genau in so ein Baumloch ist die Evelyn gefallen. Da uns die Gefahr bewusst war, sind wir relativ nah zusammen gefahren und ich habe mitbekommen als sie in den treewell gefallen ist. Mit Hilfe der Lawinenschaufel und beruhigenden Worten konnte ich sie innerhalb von 4 Minuten ausgraben. Also Glück im Unglück, nix gebrochen oder verletzt.

treewell engl. Baumloch oder Baumbrunnen

Gipfelfoto

Gipfelfoto

Durch den Unfall waren wir beide etwas durcheinander und haben uns bei der Abfahrt noch verfahren, aber es dann doch kurz nach Einbruch der Dunkelheit ans Auto zurück geschafft.
Evelyn hatte ihren Rückflug schon für Anfang April gebucht und ich habe sie zum Flughafen begleitet. Beim ersten Versuch wurden allerdings in einer Parkgarage in Vancouver unsere Rucksäcke gestohlen und ohne ihren Reisepass durfte sie nicht ausfliegen. Also musste/durfte Evelyn noch eine Woche länger bei mir in Whistler bleiben bis sie von der österreichischen Botschaft einen Notpass bekommen hat. Beim zweiten Anlauf haben wir dann den Campingplatz in der Nähe von Vancouver dem Hotel vorgezogen und buchstäblich auf den Reisepässen geschlafen.
Das Tal in dem wir gecampt haben, der Golden Ears Park, ist wunderschön und der See ist bitter kalt (siehe Fotos)

Henry (unser Pontiac Montana)

Henry (unser Pontiac Montana)

Das Schlafzimmer

Das Schlafzimmer

Einen Tag nach dem Evelyn abgeflogen ist, hatte ich schon meinen nächsten Liebsten an meiner Seite… Das Bruderlein Lucas kam am Samstag den 09.04. in Vancouver an.

Mit ihm mache ich einen Roadtrip entlang der Westküste von Whistler, über Vancouver, Seattle, Oregon bis nach San Francisco in Kalifornien. Auf dem Rückweg werden wir dann zum Wandern Stopps im Yosemite National Park und dem Umpqua Park einlegen. Von dem Trip gibt es dann mehr in Kürze.

Ansonsten kann ich hier ja auch schonmal verraten, dass ich gemeinsam mit meinem Bruder in Frankfurt am 03. Mai lande…

Ganz viele Grüße von Übersee !

Euer Paul