Planungen und Skilehrerausbildung

Hey ihr Lieben – Freunde, Verwandte und Leser …

Nun bin ich endlich zu meinem ersten Blog-Eintrag gekommen und möchte euch mit einem fetten “HALLO” begrüßen.
All diejenige denen meine Erlebnisse und Reisen interessieren, werde ich hier auf dem Laufenden halten.

Ich bin schwer am überlegen, was in so einen ersten richtigen Post reinkommt. Vor allem möchte ich euch über meine genauen Vorstellungen vom kommenden Auslandsjahr und über die abgeschlossene Ausbildung zum Ski- und Snowboardlehrer berichten. Weiterlesen –>

Die Hintergründe:
Nachdem ich im Oktober des letzten Jahres meinen Master of Science im Bereich Informatik für Luft- und Raumfahrt mit einem guten Ergebnis abgeschlossen habe, bin ich 2013 gut in das Berufsleben beim DLR am Forschungsflughafen Braunschweig gestartet. Vorträge, Projektmeetings und Dienstreisen in München, Washington D.C. oder Madrid ließen mich durch die ganze Welt jetten.

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Conference in Washington D.C.

Die Reise-Zeit war echt cool, aber jedesmal wenn ich zurück im Büro saß kam dieses Gefühl hoch: “WOW, du bist jetzt 24 hast nen Master und hältst vor wichtigen Leuten Vorträge. Das ging alles sehr schnell!”
Und irgendwie auch viel zu schnell, wie ich fand. Das Studium habe ich in 5 Jahren ohne mal vom Wege abgekommen zu sein beendet und in der Zeit nicht wirklich mal ins Ausland geschaut um andere Kulturen genauer kennenzulernen. Schleichend kam immer mehr das Gefühl hoch, über den Tellerrand schauen zu wollen um neue Erfahrungen machen zu können. Immerhin habe ich schon seit 2007 permanent neben dem Studium beim DLR gearbeitet. Zusätzlich merke ich selber, wie ich von den ganzen neuen Kommunikationsmedien wie Facebook und WhatsApp immer mehr eingenommen werde. Bei den Reisen konnte ich davon immer gut abschalten.
Ok, genug Begründungen. Ich bin jung, ungebunden und abenteuerlustig!!!

Die Leidenschaft für Berge und den Wintersport brachten mich auf die Idee, eine Saison als Ski- und Snowboardlehrer in den Alpen zu arbeiten. Außerdem weckten die Begeisterungen und Geschichten während meiner Reise nach Toronto/Kanada die Neugier auf einen Aufenthalt im zweitgrößten Land der Erde. Aus Träumen werden Ideen und aus den Ideen wurden Pläne! Während der Planung begleitet mich ständig ein für mich zutreffender Spruch: “Manchmal sollte man das tun, was einen glücklich macht und nicht das, was das Beste ist”

Der Plan:
Im August informierte ich mich genau über die Ausbildung und Jobmöglichkeiten eines Skilehrers und über das genaue Prozedere für ein Work & Travel Jahr in Kanada.
Im September habe ich die Anmeldung für den Lehrgang zum Dualen Schneesportlehrer beim Salzburger Skiverband abgeschickt, Bewerbungen an Skischulen geschrieben und alles für die Visumsbeantragung Kanada vorbereitet.
In den vergangenen zwei Wochen war nun die Ausbildung zur Skilehrer Grundstufe, oder auch Anwärter wie man in Österreich pflegt zu sagen. Ich mag das Wort “Anwärter” aber irgendwie nicht 😉 Und, ich habe mit Erfolg abgeschlossen! Das heißt ich werde in der Wintersaison 2013/2014 in einer österreichischen Skischule arbeiten! Im April könnte es noch zu einem Besuch zum Ski fahren in Hemsedal/Norwegen bei meiner Freundin Nine kommen. Nach der Winter-Saison soll es dann wohl im Mai in Richtung Kanada gehen um von Vancouver aus eine kleine Reise zu starten und mit kleineren Jobs die finanzielle Grundversorgung zu sichern. Evtl. bietet sich auch die Möglichkeit einem IT-Job oder Praktikum am Flughafen nachzugehen.
Die ganzen Details und Vorstellungen werden sich in nächster Zeit allmählich in den Posts herauskristallisieren.

Die Skilehrerausbildung:
Der Salzburger Berufsschilehrer und Snowboardlehrer Verband (http://www.sbssv.at/) bietet jedes Jahr mehrere Termine für Ausbildungen und Weiterbildungen für Schneesportlehrer an. Einige werden sich bestimmt fragen, warum Salzburger Land? Nunja, der erste wichtige Grund war, dass der Termin für die duale Ausbildung einfach am besten gepasst hat und die Kosten mit am günstigsten waren im Vergleich zu Tirol oder Wien. Die Ausbildung beim DSV oder DSLV kam für mich nicht in Frage, da man dafür Mitglied im Skiclub sein musste und bereits 50 h Praktikum in einer Skischule absolviert haben muss. Außerdem habe ich in Gesprächen mit Skilehrern nur positives gehört.
Vom 16. November bis 01. Dezember hieß es also 16 Tage lang Ski und Snowboard fahren mit theoretischem Unterricht ! Hier geht es zur -> Galerie

Ich wusste vor der Ausbildung nicht so richtig was micht erwartet und wie mit meinen Fähigkeiten die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss der Ausbildung stehen. Also ging es 2 Wochen vor der Ausbildung nochmal zur Nine in die Skihalle nach Bottrop um zu trainieren. Dort merkte ich schnell, dass an der Technik Skifahren einiges zu verbessern sein wird und ich erst jetzt so langsam vestehe wie Skifahren richtig funktioniert 😉
Egal, Abenteuer heißt ja immerhin auch Ungewissheit und Unsicherheit. Das macht den Reiz aus!

Die Reise zum Lehrgang began am Freitag in der früh mit dem Zug in Braunschweig. Durch das Europa-Spezial habe ich eine Verbindung für insgesamt 90 € für Hin- und Rückfahrt nach Zell am See in der 1. Klasse gebucht. Von Zell am See bin ich dann noch 15 min. mit dem Bus nach Kaprun gefahren. Dadurch, dass der Lehrgang am Samstag erst um 16 Uhr beginnen sollte, hatte ich am Samstag vormittag bereits Zeit, das Skigebiet kennenzulernen und mich auf Skiern einzufahren. Am Abend dann also die Begrüßung und ich war richtig gespannt, was mich für Leute erwarten. In einem kleinen Seminarraum des Hotels Toni waren dann also 70 junge und motivierte Gleichgesinnte. Allerdings hörte ich fast ausnahmslos Fremdsprache. Wie sich später herausstellen sollte, nahmen sehr sehr sehr viele Holländer an dem Kurs teil. Es ist für Reiseunternehmer in Holland ein gutes Geschäft die Ausbildung in Verbindung mit einer Jobgarantie und Deutschkurs als Komplettpaket zu verkaufen. Allerdings lassen die sich die Organisation auch gut bezahlen, soweit ich das gehört habe.
Also war ich wirklich froh, dass sich gleich eine nette Österreicherin zu mir in die Gruppe (jeweils 10 Personen) von Reini gesellte. Ich bin nämlich eigentlich davon ausgegangen, dass vorwiegend österreichische Landsleute an dem Kurs teilnehmen. Mit Reini haben wir für den Skiteil einen perfekten Ausbilder im guten Lehreralter mit sehr viel Erfahrungen bekommen, was sich wirklich als Glücksgriff rausstellen sollte.

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Reini

Die meisten vom Lehrgang haben in den 18 Tagen in den zwei Appartement-Häusern des Hotel Tonis ihre Unterkunft bezogen. Ein Appartement besteht aus 3-5 Bettzimmern mit jeweils zwei Bädern. Also eine Art WG-Leben. Das Essen am Abend war der Hammer, super geiles Buffet mit immer variierenden und frischem Grillgut von der Grilltheke! Das Programm für die Ausbildung war wirklich eng geschnürt (7:00 Uhr Frühstück, 7:50 Uhr Ski-Bus, 8:30 Uhr Gletscher, 14:30 Uhr Rückfahrt, 16:00 Uhr Theorie, 19:00 Uhr Abendessen, 21:00 Uhr kitsch&bitter). Der Arbeit stand nix mehr im Weg und es wurde gleich ordentlich losgelegt. In den Skitagen bekamen wir alles mit auf dem Weg gegeben, was einen guten Unterricht für Anfänger und Kinder vom Pflug bis zum Carven Grundstufe ausmacht. Dadurch erlernten wir alle von Grund auf nochmal die richtigen Techniken und Fahrverhalten kennen. In der Theorie wurde über Themen wie Alpinkunde, Gerätekunde oder auch Erste-Hilfe vorgetragen. Am Ende der 8 Tage Ski standen also die theoretischen und praktischen Prüfungen an, bevor wir auf ein Board und bequeme Softboots umsteigen konnten. Nachdem die ersten Tage wirklich wunderschönes Wetter war, sollte es das Wetter zu unserer Prüfung nicht ganz so gut mit uns meinen und es schneite aus allen Wolken. Das waren für die Schulprüfungsfahrten wie Kurven im Pflug und Carven Grundstufe erschwerte Bedingungen, da der viele Neuschnee im Pflug schwer wegzuschieben ging. Für die Fahrt zum Eigenkönnen Kurze Radien dachte ich sei es perfekt im Powder zu fahren, allerdings wurde ein etwas zu flaches Gelände gewählt und man kam gar nicht richtig zum wedeln. Mit der Note 2 war ich dabei aber trotzdem sehr zufrieden. Ich habe in den Tagen echt ein ganz anderes Gefühl für das Skifahren bekommen und habe verstanden wie leicht man durch Entlastung aus dem Sprunggelenk das Steuern vereinfachen kann.
Allgemein wurde uns bereits zu Begin der Notenschlüssel als sehr streng verkauft. So bekommt man eine 4, wenn man das Anwärter Niveau hat, eine 3 sei Landesskilehrer Niveau, für eine 2 muss man ähnlich wie die Ausbilder fahren und eine 1 bekommt nur Gott. Als weitere Prüfung gab es da noch den Lehrauftritt. Das bedeutete man muss für eine halbe Stunde in die Lehrerrolle schlüpfen und der Gruppe ein zugelostes Thema erläutern und methodisch erlernen. Das hat echt super geklappt und der Prüfer sagte bei mir perfekt… Die genauen Ergebnisse der anderen Prüfungen bekomme ich erst noch zugeschickt.

Der Skiteil war am Sonntag abgeschlossen und an der Bar erfuhr man auch bei einem Bier und gutem Draht zum Ausbildner, dass man es nicht ganz so schlecht gemacht hat. Die Snowboard-Ausbildung machten wir in den gleichen Gruppen bei anderen Ausbildern und die Schneeverhältnisse waren perfekt. Aber es war auch echt bitter bitter kalt. Bei bis zu -25°C und starkem Wind hatte ich an einem Tag auch leichte Hauterfrierungen im Gesicht zu verzeichnen. Beim Snowboarden merkte man schnell, dass es sich mehr um Freigeister dreht und nicht alles so akkurat wie beim Skifahren ist. Also ging es auch oft ins Gelände zum powdern. “No Friends on Powderdays”!
Leider mussten wir auch in unserer eigenen Gruppe spüren, dass man als Snowboarder mit langen turns auf der Piste sehr gefährdet ist. Unser Brain wurde frontal und mit voller Wucht von einer Skifahrerin abgeschossen. Beide sind mit den Köpfen zusammengerauscht. Brain war bewusstlos, hat sich eine Gehirnerschütterung und einen Muskelfaserriss zugezogen. Die brittische Dame hat sich ziemlich viel im Gesicht zerstört und heftig geblutet, was nach der Ersten Hilfe auch auf meiner Hose zu sehen war. Brain konnte (durfte zwar nicht) nach einem Tag Krankenhausaufenthalt wieder auf das Brett steigen.
Am Donnerstag stand noch ein Freestyle Contest an, bei dem aus jeder Gruppe eine Dame und ein Herr antreten sollten. Ich habe dabei den 3. Platz belegt und war mit meiner Leistung zufrieden. Als Obstacles standen eine kleine Flat-Box und ein mini-Kicker zur Verfügung. Box: 180° to NosePress-180°, dann habe ich meine Jacke ausgezogen und als showact einen Purzelbaum darauf gemacht um dann den Kicker mit einem BS 180° zu springen. Nach oben war nicht wirklich viel drin, denn zwei verrückte Isländer haben mit einem one-food bzw. einem backflip den Sieg unter sich ausgemacht.


Der Backflip vom Isländer

Am Samstag und Sonntag standen dann wieder Prüfungen an. Lehrauftritt, Schulefahrten (Rutschen, Driftturn, Freestyle auf der Piste) und die Geländefahrten auf Eigenkönnen (Carven, Radienwechsel und freie Fahrt). Beim Freestyle Schule mussten die Elemente 180°, Switch fahren und Noseroll sauber mit Rotation ausgeführt werden. Bei der freien Geländefahrt kam es darauf an, stylisch, schnell und sicher zu zeigen was man kann. Bei der Fahrt haben die Isländer wiedermal die Stange recht hoch gehangen und mit vielen coolen Elementen wie einem Grind über das hochgestellte Board des Kumpels die Teilnehmer zum Jubeln gebracht.

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Unsere Gruppe – Sechs

Das Feiern mit unserem aller Kumpel “Durst” kam die Woche natürlich auch nicht zu kurz. Denn auch darauf müssen wir für die Saison vorbereitet werden. Ein Gruppen Abend mit vielen Hüttenspielen war dabei sicher auch ein Höhepunkt.

Alles in Allem bin ich super froh diesen Lehrgang mitgemacht zu haben. Ich habe so viel gelernt und viele tolle Leute kennengelernt, mit denen ich sicher auch weiterhin in Kontakt stehen werde. Für die Arbeit in Saalbach-Hinterglemm bei der Skischule Fürstauer fühle ich mich gut vorbereitet und freue mich rießig auf meinen ersten Schüler.
Am 19. Dezember ist Anreise nach Saalbach und es folgen zwei Tage Einschulung mit kennenlernen des Teams. Zudem ist es cool, dass einmal pro Woche Skilehrertraining ist und ich mich somit weiterentwickeln kann.

In den nächsten Tagen werde ich euch ein bisschen was über das Material und die Ausrüstung schreiben, die ich mir schon für mein Work & Travel Jahr besorgt habe.
Bis bald, euer paule !!!

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