Weihnachten und Silvester in Saalbach

Ich wünsche euch allen ein tolles, spannendes und vor allem gesundes Jahr 2014! Alles was ihr euch vorgenommen habt soll auch am besten so funktionieren.

Endlich komme ich hier im Schilehrerhaus mal zum Schreiben eines neuen Eintrags. Die Weihnachtszeit hier in Saalbach war ganz angenehm und gemütlich. Vielen lieben dank für die tollen Geschenke, Plätzchen und andere Leckereien. Das hat mir die Zeit versüßt. Da ich aber arbeiten musste gingen die Tage auch super schnell vorbei. Wir waren essen, haben gekocht und am 2. Feiertag sind dann meine Eltern und mein Bruder zu Besuch gekommen. Mit meinen Eltern bin ich in den Tagen nach meinem Unterricht auch zum Schifahren gekommen und habe mich zum Mittag auf den Hütten mit ihnen getroffen. Und ich muss echt sagen, die Hütten hier im schigebiet sind super. Viele gemütliche, kleine Holzhütten mit leckerem Essen. Wenn ich mit Gruppen als Schilehrer zu den Hütten komme, bekomme ich bei den meisten kostenloses essen und trinken. Quasi als provision und dadurch gehe ich natürlich auch nur auf diese Hütten. Am 27. Dezember habe ich für meine familie und mich einen abend auf einer Hütte auf dem Berg gebucht. Wir sind mit dem Pistenbulli zum Spielberghaus gefahren, haben zu Abend gegessen und sind mit dem Rodel zurück ins Dorf gefahren. War ziemlich cool. Mit meinem Bruder habe ich dann die Nächte in den apres ski locations erkundet. Beim apres ski bekommen wir immer Schilehrer Rabatt. Auch mein Bruder Lucas hat in meiner Begleitung immer Rabatt bekommen. Das macht das leben hier echt noch einen ticken besser.

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Komme ich gleich mal zu meinen ersten Arbeitswochen. Die erste Woche wurde ich gleich für Privatunterricht eingeteilt. Weiterlesen ->

Ich wurde vier Vormittage von drei Geschwistern aus Neuseeland und 4 Nachmittage von einem holländischen Vater mit Kind gebucht. Ja mai waren die kids cool, zwei Schwestern und ein Bruder im alter von 7 bis 10 Jahren. Die waren schon fortgeschritten und wir konnten springen, rückwärts fahren und in den funpark. Ich habe ihnen auch spielerisch parallelfahren und die alpine Grundposition beigebracht. Als dank für die tollen Tage wurde ich nach Wellington/New Zealand eingeladen und habe super geile Schokolade aus Neuseeland bekommen.
Auf dem Foto bin ich gemeinsam mit Lulu, Noah und Willa zu sehen!

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Die anderen Gäste waren auch super. Ich wurde bei den privatstunden oft zum essen oder einem Feierabendbier eingeladen und habe auch Trinkgeld bekommen. Zu den längeren Gästen hatte ich einen vormittag noch ein glamour girl mit mum aus Holland und einen Nachmittag einen verwöhnten jungen aus Deutschland. Mit den Eltern gab es dann aber auch mal Champagner auf der Hütte 🙂

In der silvesterwoche habe ich eine fortgeschrittene erwachsenen Gruppe unterrichtet. Das hat auch super Spaß gemacht und viele die nur 3 Tage Kurs gebucht haben, haben noch auf 5 Tage verlängert. Nicht ganz so einfach war die Altersstruktur, die Hälfte war um die 15 Jahre und die andere Hälfte über 45… Die kids waren immer voller power und wollten gas geben, und die älteren haben am Nachmittag öfter mal eine Pause gebraucht. Naja, die kids habe ich dann einfach mit offpist runs und Sprüngen zufrieden gestellt.

Am Silvesterabend haben unsere Schischulen eine show mit Formationsfahrten, lasershow und Fackelläufen veranstaltet. Danach wurden r von einer bar zum Bier und Frankfurter Wurst eingeladen. Danach sind wir zu einer open air bar und zu Mitternacht auf die Schipiste zum Raketen schießen. Neu war für mich die Begrüßung des neuen Jahres mit dem Wiener Walzer. Die Nacht wurde dann in einem Club weiter abgerundet. Am Donnerstag habe ich mich zum schifahren und apres ski mit freunden aus der Heimat getroffen. Mit Natalja, Anja und Diana hatten wir tolle Abfahrten und einen echt legendären apres ski abend 🙂

Nach diesem Wochenende sind wir nicht mehr so viele schilehrer und haben auch 2 Tage die Woche training von 8 bis 9:30 Uhr. Einige regeln gilt es auch einzuhalten. Zum Beispiel ist es nicht erlaubt, nach 17 Uhr mit dem schilehreranzug apres ski zu machen, in der Nähe des Büros oder Sammelplatz zu rauchen. Außerdem müssen wir den Anzug alle zwei Wochen waschen.

Ansonsten fühle ich mich ganz wohl und die Kollegen sind nett. Auch mit den meisten anderen Saisonarbeitern freundet man sich schnell an und so kennt man die Türsteher oder Kellner schon ganz gut. Wie eine große Gemeinschaft. Das einzige was mir zu schaffen macht, ist meine Stimme. Die Kombination aus einer Erkältung und dem lauten reden den ganzen Tag über, was ich ja nicht gewohnt bin, hat mir eine kratzige und angeschlagene Stimme beschert.
Da ich zum mittag meistens warmes essen bekomme, mache ich mir am abend ein toast oder salat. In dem Haus fehlt es mir eigentlich an nichts. Wir haben eine große Küche mit einem essbereich und eine Wohnstube mit Fernseh, Waschmaschine und Wäschetrockner. Es ist alles nicht sonderlich modern, aber ich bin mit dem nötigsten auch einfach zufrieden hier. Frühs stehe ich meistens um dreiviertel acht auf, um ab halb neun schon mit Kollegen einige Fahrten machen zu können. Es ist so ein tolles Gefühl am morgen bei blauem Himmel den Berg entgegen zu gehen und Sport machen zu können. Ein tolles Glücksgefühl! Ab 9:30 Uhr muss ich dann immer am Sammelplatz stehen. Ab 10 geht der Unterricht bis 15:30 Uhr. Also habe ich auch noch nach dem Unterricht Zeit zum fahren. Einen Tag pro Woche habe ich frei. Was macht man am freien Tag?
Na klar, Schi fahren… und vielleicht mal Wäsche waschen und aufräumen.

Seit heute habe ich eine Anfänger Gruppe, denen ich diese Woche an das schifahren heranführe. Das ist echt eine super Sache, weil es für die meisten der erste Urlaub in den Alpen ist und sie sich immer daran erinnern werden. Am Dienstag abend organisieren wir für die erwachsenen Gruppen einen Hüttenabend mit Nachtrodeln am Spielberghaus. Das ist immer super lustig…

Heute hat es endlich mal wieder auf dem Berg geschneit und im Tal geregnet. Deshalb war ich bis auf die Unterhose durchgeweicht. Der Schnee ist wirklich knapp und die Pisten bestehen fast ausschließlich aus Kunstschnee. Aber da es so warm ist, kann auch nicht immer Kunstschnee produziert werden. In Österreich ist es nicht erlaubt, wie in anderen Ländern und Schigebieten, ein natürliches Bakterium zum erhöhen des Gefrierpunktes mit dem Wasser zu vermischen. Sodass kunstschnee nur bei Temperaturen unter -4°C produziert werden kann. Kunstschnee ist im Vergleich zu naturschnee viel kompakter, aggressiver und auch stumpfer zum fahren.

So, heute abend gehen wir auf ein Bier in eine schwedische kellerbar mit live Musik. Morgen auf ein neues mit hoffentlich tollem Sonnenschein!

Viele grüße vom paule

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