Freie Tage und Powder!

Hallo liebe Leute!

Viele Grüße aus meinem Urlaub….
Urlaub, fragt ihr euch? Ja, ich habe diese Woche tatsächlich frei. Das alljährliche Jänner-Loch ist da und die Schi Schüler in Saalbach sind recht knapp. Grund sind natürlich die fehlenden Ferien und die Urlauber zu dieser Zeit können meistens schon gut schi fahren. Deshalb wechseln wir uns aktuell ein bisschen mit freien Tagen ab. Und was macht ein Schilehrer an freien Tagen? Na klar, Schi fahren! Aber dazu später mehr. Erst einmal möchte ich euch von meinen letzten Wochen erzählen: Weiterlesen ->

Nach den Privat- und Fortgeschrittenen Kursen durfte ich die letzten Wochen blutige Anfänger unterrichten. Aber wie bereits in dem vorherigem Bericht erklärt, ist das echt super. Die sind einem echt dankbar wenn man ihnen die ersten Grundlagen beibringt und damit die Angst nimmt. Einige Schwierigkeiten gibt es allerdings doch. Zum einen ist ein gutes Gruppengefühl und Hilfsbereitschaft wichtig und man muss versuchen die Gruppe zusammen zuhalten. Denn es gibt immer welche die entwickeln sich schneller als andere und die muss man bei leichten Übungen auch bei Laune halten. Als Lehrer muss ich mich immer an den schlechtesten richten. Abhängig ist das oft von der Art der Internationalität und dem alter. Ich hatte mal eine Gruppe in der das suboptimal war, als ein Schüler, dessen Nationalfarbe orange ist dachte er kann schon alles und muss den Kasper spielen, habe ich auch mal strenge Worte formuliert :-). Als ein älterer irischer Gast seiner Frau beim apres ski erzählte ich sei streng, konnte sie das gar nicht glauben. In einer anderen hat es wieder super geklappt, wie zum Beispiel mit einer großteils britischen und irischen Gruppe. Die waren super, mit vielen lustigen Momenten und gutem aprės schi.
Ein weiteres Problem kann der Berg werden. Wenn nach ein bis zwei Tagen am Anfängerlift im Tal alles super funktioniert, dann heißt es noch lange nicht, dass es auf einer ähnlich steilen Piste vom Gipfel klappt. Es gibt auf der einen Seite den Faktor, dass man plötzlich nicht mehr vom Anfang der Piste zum Ende der Piste blicken kann und auf der einen Seite noch nie da gewesene Höhenangst. Als Beispiel meine Gruppe beim ersten mal auf einem schmalen Weg mit einer Kante Richtung Abhang. Die wären am liebsten rechts den Hang nach oben gefahren. 🙂

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Daran sieht man, dass es nicht einzig und alleine um das vermitteln von Schitechniken geht, sondern auch um die psyche von einzelnen. Durch gutes zureden und vertrauen habe ich sie bisher aber alle wieder sicher und im Gegensatz zu mir auch unverletzt ins Tal gebracht. Japp, ich habe mich verletzt. Es ist nichts dramatisches, aber sehr schmerzhaft: angebrochene und verstauchte Rippen! Offiziell ist es bei einem Sturz auf Schiern passiert. Inoffiziell verrate ich natürlich nicht, nur so viel: es war nicht beim apres schi sondern auch auf Schnee. Jedoch weder auf Snowboard noch auf Schi. Und glaubt mir, es tut wirklich so schlimm weh, wie immer alle berichten, die es schon mal hatten. Vom Arzt habe ich gute Schmerztabletten verschrieben bekommen und so kann ich ohne Probleme schi fahren und unterrichten. Stehen und bewegen ist auch ganz OK. Das schlimmere übel ist liegen, niesen und husten. Vor allem beim schlafen, wenn man nicht daran denkt und sich dreht, wache ich immer vor Schmerz auf. Wie es das Schicksal nunmal so will bin ich letztens beim schifahren erneut drauf gefallen und so plage ich mich schon seit 3 Wochen damit rum.

Seit Sonntag habe ich nun Urlaub. Am Sonntag bin ich mit einer einheimischen Kollegin (Anna) und ihrer Mutti das Schigebiet ausgefahren und am Montag vormittags bin ich noch ein bisschen seiner schi gefahren, bis ich mich dann mit dem Bus und umstiegen in Saalfelden und Maria Alm auf dem Weg nach Dienten am Hochkönig gemacht habe. Dort besuchte ich für 3 Tage eine Freundin (Celine), die dort Schilehrerin ist und mit der ich die Ausbildung zusammen gemacht habe. Am Hochkönig war ich seit Anfang Dezember das erste mal wieder Snowboarden. Ein bisschen Neuschnee und ein cooler Funpark machten die zwei Pistentage zu einem tollen Erlebnis. Das Schigebiet am Hochkönig ist echt super und hat mich positiv überrascht. Es erstreckt sich von Maria Alm bis Mühlbach und gehört zum Verbund ski amade. Die Orte sind sehr auf Familie ausgelegt und daher auch eher ruhig. Also Entspannung pur, die auch noch durch Pool und Sauna abgerundet wurde.

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Am Donnerstag bin ich dann zum Sightseeing nach Salzburg gefahren. Dort studiert Melina Sport, ist aber leider durch ihren Kreuzbandriss, den sie sich beim unterrichten in der Schischule Fürstauer zugezogen hat, eingeschränkt. Salzburg ist mega gemütlich und gar nicht wirklich groß. Innerhalb von 3 Stunden konnten wir die Mozart-Stadt mit Goldgasse, Dom und Festung am Mönchsberg gemütlich abgehen. Aufgefallen ist mir aus Fußballer Sicht eine ziemlich große Fankultur der Anhänger von Austria Salzburg mit einer deutlichen Abneigung gegen Red Bull Salzburg. Also ein ähnliches Bild wie in Deutschland: pro Tradition gegen Kommerz. Am Abend haben wir im Wohnheim richtig lecker gekocht (gestampfte Erdäpfel mit Truthahn). Anschließend ging es mit befreundeten Sportstudenten ins Kino. “Wolf of Wall Str.”  zeigt Klasse geschauspielte Charaktere im Löwenkäfig Börse, indem wohl hauptsächlich skrupellose Abzocker das große Geld als Broker machen. Einige Abschnitte waren mir etwas zu gekünzelt und langatmig, aber im großen und ganzen sehr witzig. Leo di Caprio hat nen tollen job gemacht. Am Freitag nach dem Frühstück viel dann wieder der Startschuss Richtung Saalbach. Bei der Fahrt mit bus und Bahn dachte ich mir erneut: schon ein ziemlich cooler Anblick, eine Stadt mit Burg und im Hintergrund die Alpen leicht angepudert vom Schnee. Apropos Schnee… der für Freitag angekündigte Schnee blieb nicht aus. In Salzburg noch flüssiger Niederschlag, verwandelte sich das Wasser in Richtung Bischofshofen und Zell am See immer stärker in das weiße Gold!

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Am Samstag sollte es eigentlich zum legendären Hahnenkammrennen nach Kitzbühel gehen. Leider musste meine Kollegin, Begleitung und Fahrerin aufgrund von Nackenschmerzen nach einem Snowboard crash absagen. Also gong es für mich leicht bedrückt auf die piste zum schi fahren und die Stimmung änderte sich nach den ersten power Abfahrten schlagartig. Man hätte ich da was verpasst. Dem Rennen auf der Streif fieberten alle trotzdem heiß entgegen. Ich verabredete mich schließlich mit Reini zum public viewing auf einer Hütte. In der Vorwoche zitterten die Veranstalter noch um die Austragung. Denn zu warmes Wetter und der angekündigte Schnee machen eine optimale Fertigstellung der piste unmöglich. Eine Weltcup Piste muss eisig und hart wie Beton sein, um für das komplette Starterfeld ähnliche Bedingungen garantieren zu können. Mitunter wird direkt Wasser in die Strecke gespritzt um den Schnee härter zu machen. Und der Neuschnee müsste für die Wettkämpfe komplett von der Strecke entfernt werden. Deshalb wurde der für Sonntag geplante Slalom mit dem super G am Freitag getauscht. Denn die kürzere Slalom Strecke ist einfacher vom Neuschnee, der sich Freitag angekündigt hat zu befreien, als die lange super g Strecke. Um das Abfahrtsrennen am Samstag austragen zu können, ist immer ein Training notwendig. Zum Glück sanken am Dienstag die Temperaturen und am Mittwoch konnte das Training mit einer kleinen Umleitung durchgeführt werden. Allerdings konnte das Rennen nicht mit gewohnter Streckenführung ausgetragen werden und Fahrer mit höheren Startnummern war es mit einem guten schi möglich auf einer langsamen Abfahrt mit vielen Gleitpassagen noch in die Spitzengruppe zu fahren. Mit Hannes Reichelt blieb der Sieg und somit die Ehre sogar in Österreich und die Zuschauer auf der Hütte sind regelrecht ausgerastet.
Nach dem Weltcup schauen ging es wieder auf oder besser neben die Piste. Boah ist das geiler Schnee. Es hat sicher 40 cm Neuschnee gegeben. Und mit Reini hatte ich auch einen guten Bergführer als Trainer dabei.

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So, jetzt beginnt die neue Woche mit Privatunterricht.
Ich werde versuchen die nächsten Tage mal ein powder Video hochzuladen.
Viele grüße und bleibt sauber! “NO FRIENDS ON POWDER DAYS” Paule

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