Was noch alles in Österreich geschah:

Die restlichen Wochen der Wintersaison im Jänner, Februar und März wechselte sich mein Aufgabengebiet recht munter von Erwachsenen Gruppen, Kinder Gruppen und Privatunterricht von Anfängern bis leicht Fortgeschrittene. Hier in dem Blog-Eintrag folgen einige markante Ereignisse aus dieser Zeit… Weiterlesen –>

Vielleicht können sich einige von euch noch an die drei kleinen Geschwister (Lulu, Noah, Villa) aus Neuseeland erinnern, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe. Ende Januar hatte ich die gleiche Konstelation mit zwei Schwestern und dem älteren Bruder, nur ca. 20 Jahre älter und aus Ireland als private Ski Gäste. Auch die 3 konnten wieder super Schi fahren und wir haben Carven kurze Radien mit Formationsfahren und viele weiter fortgeschrittene Sachen gemacht. Was ich mit den Kids nicht machen konnte, den Apres Schi, habe ich umso mehr mit den Geschwistern aus Irland gemacht. Iren können echt super feiern und ich habe mich super gut mit ihnen verstanden, sodass ich eine Woche später einen Reiseführer von lonely planet für Canada geschickt bekommen habe. Echt nette Gäste!

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Gäste aus Ireland, die einem auch einen tollen Reiseführer schenken!

An freien Tagen habe ich mich mit einigen einheimischen Schilehrerkollegen wie Anna, Julia, Maja und Max auf die Suche nach unberührten Abfahrten und Pulverschnee begeben. Dabei haben wir auch gerne viele mühsame Minuten Aufstieg in Kauf genommen, wie z.B. zur Schönhofer Wand beim Seekar-Lift in der Hinterglemmer Region. In Zeiten mit wenig Schnee sind vor allem diese Firnhänge eine gute Alternative. Firnschnee ist vorwiegend an Südhängen zu finden, denn als Firn bezeichnet man feuchten Schnee der nach einer kalten Nacht komplett durchgefroren ist und am Folgetag durch Sonneneinstrahlung an der Oberfläche leicht taut um super weichen Schnee vorzufinden. Ein weiterer Reiz an dem Schnee ist es, dass man den richtigen Zeitpunkt, meist von 11 bis 12 Uhr, abgreifen muss.
Am Fuße des Freeride Hangs findet man eine einsame Hütte im abgelegenen Tal mit cooler Sitzecke vor. Zufälliger Weise haben wir an dem einen Tag die Pächter dieser Hütte auf der Abfahrt getroffen und so einen Blick in die Hütte bekommen. Echt ein Traum, zu dem man nur mit Rucksack die Verpflegung transportieren kann. Die Kids der Besitzer haben Silvester mit 14 weiteren Kumpels dort gefeiert…

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Tour mit Anna und Max zur Schönhofer Wand

In den Ferienwochen im Februar hatten wir in der Schischule sehr viele Kinderanmeldungen. Deshalb habe ich in den Wochen Kids in einer Gruppe unterrichtet. Es ist sowohl ein großer Reiz komplette Anfänger Kinder als auch eine coole Erfahrung mit Fortgeschrittenen zu fahren. Beim Kinderunterricht ist man viel mehr als Entertainer gefragt, braucht nicht so viel erklären, da der Nachwuchs einfach sehr viel durch nachmachen von Übungen lernt. Der Vorteil ist auch der große Mut der Buben, die haben vor nix wirklich Angst und geben einfach Gas. Ein bisschen schwierig war allerdings die Sprachbarriere. Ein bisschen holländisch habe ich mir angeeignet, aber alles konnte ich natürlich nicht verstehen. Für das Unterrichten war es nicht wirklich ein Problem, denn wie beschrieben machen sie die Bewegungen einfach nach, wenn es allerdings um andere Befindlichkeiten oder Schmerzen ging, musste ich einfach meinem Bauchgefühl folgen. Ein kleines holländisches Mädl hatte zum Beispiel Schmerzen am Kopf. Es hat gedauert bis ich geschnallt habe, dass die super toll gestalteten Zöpfe mit vielen Spangen und Haargummis unter dem Helm einfach unheimlich drückten.

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Meine Kids

Ein ganz normales Verhaltensmuster kann man im Verlauf der Woche bei Kindergruppen immer wieder beobachten. Zu Begin sind alle sehr schüchtern, ruhig und hören aufs Wort. Je länger wir zusammen sind, desto lauter wird es in der Mittagspause und mutiger versuchen die Kids die Grenzen zu testen. Mädls fangen oft an irgendwelche Klatschspiele am Tisch zu spielen und Jungs bekriegen sich mit allem was sie in die Finger bekommen, auch mit Besteck 😉 Aber zum Glück hat sich in den ganzen 4 Monaten nicht ein Gast von mir verletzt, auch nicht die Kinder bei Pausenkämpfen.
Zudem bauen die Kleinen mit der Zeit eine immer größer werdende Bindung zur Gruppe und dem Lehrer auf, Lehrer heißt in holländisch übrigens Meister… Deshalb war ich immer der “Meister Paul”, hört sich gut an wie ich finde 😛
Die Bindung ging oft so weit, dass es beim Abschied heftige Tränen und Knuddelattacken gab. Das war für mich die beste Bestätigung einer tollen Woche!
Bei der Arbeit mit Kindern kommt man natürlich zwangsläufig mit den Eltern in Kontakt. Ich habe einige male gemerkt wie gemein und dumm Eltern sein können. Ein holländischer Junge der in meine Leistungsgruppe eingeteilt wurde, bereits 4 Tage mit mir gefahren ist und auch alles gepasst hatte, sollte auf Wunsch der Eltern zu einer holländischen Muttersprachlerin in die Gruppe. Die neue Gruppe passte von der Geschwindigkeit gar nicht zu dem Kind. So hat meine Kollegin gefragt, wie es ihm gefällt und wieso er wechseln wollte, ob ich keine Übungen gemacht habe oder so. Das Kind hat gesagt, es hat bei Paul spaß gemacht und wir haben auch Übungen gemacht, er wollte nicht wechseln und ihm ist es in der neuen Gruppe langweilig. Da braucht es glaube ich keinen Kommentar mehr.
Das Highlight der Woche beim Kinderunterricht war das Abschlussrennen am Freitag! Ich habe in der Woche immermal Slalom Kurse gesteckt und dafür trainiert. Allgemein sind Wettrennen gute Übungen um die Kinder zum parallelen Schifahren zu bringen, denn wer schnell sein will darf keinen Pflug (Pizza) machen. Es wurde sich natürlich auch beim normalen fahren gebattelt, wer am schnellsten fahren kann und alle wollten hinter “Meister Paul” fahren. Um dort keinen Streit zu verursachen wechsel ich bei jeder Abfahrt generell die Reihenfolge. Auch eine pädagogisch sinnvolle Sache ist es, den Kids selber Verantwortung zu geben. Also habe ich immermal einen Jungen die Gruppe im übersichtlichen Gelände führen lassen, oder alle entscheiden lassen, welche Abfahrt als nächstes genommen wird, auf welcher Hütte wir essen gehen usw.
Am meisten vordern einen beim Unterricht talentierte Kinder im alter zwischen 9 und 13 Jahren. Man wird permanent gepusht schneller zu fahren, big jumps zu finden oder durch den Wald zwischen Bäumen langzufahren. Natürlich auch nicht ganz ungefährlich, da vor allem Jungs schnell zu übermut neigen. Funpark und Kicker springen ist ein immer wieder auftauchendes Thema. Ich habe immer die Geschwindigkeit getestet um mich dann neben den Sprung zu stellen und ihn abzusichern. Vorher klar gesagt, keiner soll schneller fahren als von dem von mir vorgegebenen Start. Ein Spezialist zum Beispiel muss aber wieder fünf Meter höher gehen, extra Schwung mit den Stöcken nehmen -> Lennart springt über jegliche Landezonen drüber, liegt waagerecht in der Luft und knallt im Flachen auf dem Rücken, so dass Ski und Stöcke in alle Richtungen fliegen. Ich denke mir, der hat sich jetzt alles gebrochen. Falsch gedacht, der verrückte Hund steht auf, fragt mich euphorisch ob ich den krassen Jump gesehen habe und ob wir das nochmal machen können! Haha, ich habe gelacht 😀

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Beim Essen

Oh man, ich habe mich schon wieder warm geschrieben merke ich. Der Eintrag sollte gar nicht so lang werden und ich wollte noch über viel mehr berichten. Das verschiebe ich jetzt einfach mal auf den nächsten Bericht.
In dem soll es dann um den letzten ganz besonderen Job mit einem Schi-Modell, den Besuch aus Barchfeld und Braunschweig, und den Kurs zum Landesschilehrer 1 gehen.

Also bis dann, bleibt sauba !!!

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