Canada… Let’s go!

Leute… Ich freue mich wahnsinnig meinen ersten Eintrag aus Kanada schreiben zu können.

Erstmal danke an alle Glücksbringer, Andenken, und Reisewünsche. Das Abschieds-Barbecue war toll und die letzten Tage in Barchfeld habe ich genossen.

ABER ich war unglaublich froh als ich endlich am Frankfurter Flughafen in der Boeing 747 auf die Center Runway gerollt bin. Ich war guter Dinge, dass mich der Lufthansa Flug 492 sicher über den großen Teich bringen wird. Die Flugroute war vielversprechend und hielt diese aufgrund von klarem Himmel auch. Neben den Isländischen Fjorden und der Nord-West Passage waren vor allem die Gebirge auf Grönland ein absolutes Highlight. Endloses Weiß, steile Felswände und gigantische Gletscherzungen haben den Flug interessant gemacht.

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Unter die Faszination des Fluges und die allgemeine Vorfreude mischte sich beim Überflug von Kanadas Norden ein mix aus Ungewissheit und Anspannung gepaart mit Erwartungen die ich in dem Moment schürte. Übergeordnete Erwartungen sind vor allem das entdecken eines Landes und dessen Kultur mit hilfsbereiten Menschen, lebendigen Städten und vor allem unberührter Wildnis. Neben neuen Bekanntschaften erhoffe ich mir interessante Jobs. So beginnt also meine Reise in Vancouver. Jetzt ist Wochenende! Nachdem ich alle organisatorischen Dinge (kanadisches Handy, Sozialversicherungsnummer, Bankkonto usw.) erledigt haben werde, geht es intensiv auf Jobsuche. Ich möchte die erste Zeit hier in Vancouver bleiben. Vielleicht so ein/zwei Monate und sehen wie das Leben so läuft, damit ich nicht so weit vom Flughafen entfernt bin der mich zur Not schnell wieder nach Deutschland bringen kann ;-P

Spaß bei Seite… In Vancouver werde ich in einem 4 Mann Zimmer im Hostel wohnen, 33$ mit Frühstück finde ich für City Center vollkommen OK, wenn man bedenkt dass ein WG Zimmer im Randgebiet ca 600 $ im Monat kostet. Außerdem steht die suche nach einem geeigneten Camping Van auf dem Programm. Zwischen 2000 – 4000 $ bekommt man schon einen vernünftigen Wagen mit Matratze, Kocher und jede Menge Camping Ausrüstung. Mir ist dabei wichtig, dass das Automobil nicht auffällig nach camper aussieht, denn sann hat man die Möglichkeit auf “normalen” Parkplätzen zu übernachten. Ein bisschen bedenken habe ich allerdings vor der Haltbarkeit, was wenn die karre irgendwo in der Wildnis den Arsch hoch macht? Vielleicht findet sich ja in der Zeit eine Person mit der man sich gut versteht und die auch Lust auf einen Roadtrip hat. So könnte man sich anfallende kosten teilen.

Der Van steht dann natürlich für bedingungslose Freiheit! Also möchte ich mich auch noch nicht auf eine Route festlegen. Einige Stationen stehen für mich aber schon fest: Vancouver Island (Surfen, Wale anschauen), Yukon (Bundesstaat im Norden zum Kanu fahren), Nationalparks in den Rockies (Jasper, Lake Louise und Banff zum Wandern und Biken) und einige Wochen auf einer Farm arbeiten. Bis auf Jasper, wo eine Schilehrerkollegin aus Saalbach arbeitet, habe ich noch nirgends eine Anlaufstelle. Lassen wir uns mal überraschen. Sesshaft möchte ich dann wieder im Winter werden und in einem ski resort als Schilehrer arbeiten. Zu den Favoriten gehören Whistler, Big White und Banff. Die Schigebiete veranstalten im Herbst immer Jobmessen in den Städten um die Saisonarbeiter zu interviewen. Dort werde ich mein Glück versuchen, aber bereits vorher gezielt Schischulen anschreiben. Dabei möchte ich auch nicht den Zufall entscheiden lassen sondern habe eine Art Bewerbungsvideo zusammengestellt. Werde ich beim nächsten mal hier veröffentlichen 🙂

Beim Ausstieg lies ich mir genügend Zeit um ein Foto in meinem business Sitz machen zu können, es wartete ja keiner auf mich. An Passkontrolle und vor dem Schalter für die Einreise und Visumvergabe sammelte sich eine mächtige Schlange und ich habe über 3 Stunden gebraucht um aus dem Flughafen zu kommen. Ansonsten wollte ich nur noch im hostel einchecken und den jetleg ‘austricksen’. Letzteres bestand daraus, so lange wie möglich wach zu bleiben um auch die Nacht schlafen zu können. Um das zu schaffen schloss ich mich einer vom hostel geführten Kneipentour an. Und es hat auch ganz gut funktioniert, denn ich habe bis um 9 Uhr schlafen können und war nur um 4 und um 6 Uhr wach.

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Das erste Hostel-Frühstück habe ich aufgrund einer ausgiebigen Dusche verpasst. Ist ja auch ne frechheit in einer Jugend Unterkunft nur bis 9:15 Frühstück anzubieten. 😉

Die ersten Tage sind rum und ich habe mich vorwiegend auf Erkundungstour begeben um einen Überblick zu bekommen, wo schöne Ecken sind, was man wo kaufen kann und ich habe jetzt eine kanadische Handynummer. Aber die Nummern setzen sich hier etwas anders zusammen. So gibt es beispielsweise auch für Handynummern regional unterschiedliche Vorwahlen, ähnlich wie in Deutschland bei den Festnetz Nummern. Ich habe die (604) ________ für British Columbia… Den Rest gibt es auf Anfrage 😛

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Mit dem ersten Eindruck hat mich Vancouver bereits bei der ersten Erwartung übertroffen. Ich hätte nie gedacht, dass die Coast Mountains wirklich so nah sind. Vergleichbar ist es ganz gut mit den bergen am Gardersee oder Lago Maggiore. Die Berge steigen direkt hinter dem Strand vom Pazifik hinauf und die spitzen sind noch mit einer leichten Zuckerglasur überzogen. Natürlich hat auch immer das Wetter einen Einfluss auf die Aussicht, aber gegen Sonnenschein un 22 ° C habe ich erstmal nix.

Vancouver ist im Prinzip eine Halbinsel mit vielen Buchten. Mein Hostel im Zentrum ist nicht weit vom Wasser entfernt. English bay und der Stanley Park sind gut erreichbar. An der promenade vom sunset Beach entlang zu laufen ist der Hammer. Strand mit 16°C warmen Pazifik Wasser, Beach Volleyball Felder, surf und kajak verleih sowie ein herrlicher Ausblick auf die berge und die zahlreichen Frachtschiffe die darauf warten in den Hafen einfahren zu können. Und ein Long Board habe ich mir auch schon zugelegt. Echt geil zum cruisen (seht ihr auf dem Foto)…

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Am Samstag sind mir unheimlich viele Sportler aufgefallen. Rennrad Fahrer, Jogger, Yoga Leute… Der Kanadier an sich scheint darauf zu achten was seinem Körper gut tut. Es wird sogar täglich von meinem Hostel eine yoga Stunde angeboten. Hier gibt auch echt weniger fette Leute bisher. Aber bei den Nahrungsmittelpreisen durchaus verständlich.

So, nach dem barbecue auf der Dachterrasse bin ich etwas fertig und hau mich aufs Ohr.

Lasst es euch gut gehen ihr daheimgebliebenen und auch reisende!

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Rubrik einfuhren, über Dinge die ich in Kanada so speziell finde:

– Man kommt hier sehr sehr einfach an eine ärztliche Bescheinigung, dass man aus gesundheitlichen Gründen Cannabis konsumieren muss und kann damit in canna-clinic gras in unbestimmter Menge kaufen. Nun gut, da spalten sich natürlich die Meinungen. Aber zumindest kann man dann davon ausgehen, dass es ziemlich reines dope ist. Und der Neuseeländer der mir das erzählt hat freute sich auch darüber die Bescheinigung bekommen zu haben, weil er beim arzt gesagt hat er sei immer so nervös 🙂

Liebe grüße nochmal und ich hoffe mich das nächste mal mit ersten Ergebnissen meiner Jobsuche und einem kanadischen Bankkonto melden zu können.

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