Vancouver – die ersten Wochen, der erste Job, die ersten Ausflüge!

Hallo liebe Freunde!

Die erste Zeit in Vancouver ist vorbei. Die meisten Dinge laufen wie erwartet und eigentlich auch nach Plan.
Bankkonto ist eröffnet, Sozialversicherungsnummer und Handynummer sind am Start, auch den Führerschein für British Columbia habe ich beantragt. Man darf nämlich maximal nur 3 Monate mit seinem Deutschen Führerschein hier fahren. Und da ich ja vor habe mir ein Auto zu kaufen und umherzufahren macht so eine kanadischer driver licence durchaus Sinn. Meinen Deutschen Führerschein musste ich an der Behörde abgeben, 30 $ bezahlen und noch einen kleinen Test zu den Regeln und für die Augen machen. Hat alles geklappt und ich bin jetzt stolzer besitzer eines BC Führerscheins. Den ich auch als cooles Andenken sehe, denn den Deutschen bekomme ich nicht wieder, sondern muss ihn in Deutschland neu beantragen. Dafür soll es ganz ratsam sein, nicht anzugeben, dass man ihn nach Kanada transferiert hat, sondern ihn einfach verloren hat. Macht die Sache einfacher.

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Nach der ersten Woche Eingewöhnung ging es dann auch schon an das Bewerben. Damit bin ich fast jeden Tag einige Stunden in der Bibliothek beschäftigt. Lebenslauf und Anschreiben angepasst und verbessert. Ein Freund aus England hat mir dabei geholfen. Er ist eigentlich Polizist in der Nähe von London und sucht jetzt hier was als Security Manager. Es ist echt manchmal verrückt und interessant was man für Charaktere kennenlernt. Er wollte eigentlich zu seiner Freundin nach Ontario ziehen, das ist aber nach 11 Monaten in die Brüche gegangen und dann stand er in Kanada ohne was da. Also ist er nach Vancouver weil er seine Chancen hier besser sieht. Er hat meine Bewerbung echt aufgebessert. Danke dafür.
Es hat dann insgesamt ca eine Woche gedauert bis ich zu den ersten Job Interviews, so nennt man hier die Vorstellungsgespräche eingeladen wurde. Es klappt in Canada eigentlich am Besten wenn man direkt zu den Firmen oder Restaurants geht und seine Bewerbungen persönlich dem Chef übergibt. Für die Zeit in Vancouver habe ich jetzt einen Job in der Küche einer sehr beliebten Sportsbar in Downtown auf der Daviestreet bekommen (http://scoreondavie.com/). Dort bin ich Hauptsächlich mit Geschirrwaschen, Essen vorbereiten und Essen portionieren beschäftigt. Die Beliebtheit der Bar bringt zum einen ein gutes Trinkgeld mit sich, welches unter allen Angestellten geteilt wird, aber auch oft viel Hektik und Stress mit sich. Als Lohn bekomme ich 10,50$ plus ca. 2$ Trinkgeld pro Stunde und eine Mahlzeit pro Schicht. Der Check wird zweimal im Monat und das Trinkgeld jede Woche verteilt. Mit dem tollen Check gehe ich dann einfach zu meiner Bank hier in Kanada und löse ihn ein. Es gibt für mich zwei verschiedene Schichte, entweder von 11 bis 19 Uhr oder von 19 bis 3 Uhr. Zum Fußball schauen während der WM also ganz angenehm, denn die Spiele werden hier um 9, 12 oder 15 Uhr am Morgen übertragen. Meistens schauen wir uns die Spiele in der Hostel-Bar an. Oft während des Frühstücks.

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Mh eine Stellung zu unseren aktuellen Auftritten möchte ich auch gerne abgeben. Das Portugal Spiel hat mir ansich gut gefallen. Allerdings haben die Portugiesen auch die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld nicht zu bekommen und wenig Druck bei Kontern ausgeübt, speziell über die Außen. Ghana hat wesentlich besser verteidigt und das Zentrum Dicht gehalten. Was Deutschland probleme bereitet, da wenig Druck über die Innenverteidiger die auf den außen spielen ausgeübt wird. Ich habe gestern einen guten Kommentar gelesen, der als Trainerfrage formuliert war: Sie sind Trainer eines Favoriten auf den WM Titel, ein Außenverteidiger (Boateng) verletzt sich. Auf dem Spielfeld spielt der beste Rechtsverteidiger (Lahm) der letzten Jahre auf der Sechser-Position und auf der Auswechselbank haben Sie einen der besten Sechser (Schweini) den es im Internationalen Fußball gibt. Wie handeln Sie??? Richtig, Sie wechseln einen international unerfahrenen Innenverteidiger (Mustafi) auf der Außenposition ein! Nunja, ich würde eine Viererkette mit Außenverteidigern die Flankenläufe drauf haben bevorzugen. Ich bin guter Dinge dass wir das letzte Spiel gegen die USA gewinnen werden und in die nächste Runde einziehen. Wir sind eine Turniermannschaft und können uns noch richtig steigern. Auf gehts Deutschland.

In der Zeit der WM in Brasilien war ich hier in Vancouver auch mal wieder im Stadion. Zur Vorbereitung auf die Frauen WM 2015 in Kanada hatte die Deutsche Nationalmannschaft ein Gastspiel im BC Stadium Vancouver. Es war mal wieder schön die deutsche Nationalhymne zu hören und die Stimmung war auch überraschend gut. Gespielt wurde auf Kunstrasen und zahlreiche Chancen der Deutschen blieben ungenutzt. Schlussendlich gewannen unsere Damen aber trotzdem mit 2:1.

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OK, zurück zum Working Travel. Mit dem Job in der Tasche werde ich jetzt noch bis Anfang August hier in Vancouver bleiben. Zur Zeit bin ich noch in dem Hostel direkt auf einer belebten Straße mitten im Zentrum Downtowns untergebracht, dem Samesun Backpackers Hostel (http://samesun.com/backpackers-hostels/vancouver/). Das Hostelleben ist für die Anfangszeit auch sehr passend. Man lernt ständig neue Leute kennen mit denen man Unternehmungen starten kann, es ist eine Bar mit im Haus und täglich werden wechselnde Führungen und Ausflüge zu kleinen Preisen angeboten. Geschlafen wird in 4-6 Bettzimmern in denen Doppelstockbetten stehen, jeder hat seinen eigenen Save hat und auf der Etage sind die Waschräume, auf dem Foto könnt ihr mein Zimmer sehen nachdem eine Bombe eingeschlagen hat ;-). Aber jetzt nach 3 Wochen Hostel sehne ich mich so ein bisschen nach Ruhe und Privatsphäre, außerdem ist das Hostel mit 37 $ pro Nacht mit Frühstück auf dauer etwas teuer. Also habe ich mich für den Juli nach Wohnungen und Zimmern umgeschaut und auch schon einige Besichtigungen gehabt. Ein Zimmer in einer guten WG mit Fitnessraum und evtl. Sauna kann man hier zwischen 600 und 800 $ in der Stadt bekommen. Hier mal die zwei Wohnungen die jetzt für mich in Frage kommen: http://vancouver.en.craigslist.ca/van/roo/4530040511.html ; http://vancouver.en.craigslist.ca/van/roo/4527375973.html (schaut ok aus zum leben, oder?)

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Was gibt es sonst so zum berichten?
Es ist weiterhin der Plan demnächst einen Camping Van zu kaufen um dann im August bis Oktober einen Roadtrip durch den Westen von Kanada und den Rockies zu starten. Und Ende Oktober dann zu einem Ski Resort zu fahren um den Winter dort zu arbeiten. Achja Arbeiten im Winter. Dafür bin ich in den nächsten Tagen dran die Bewerbungen fertig zu machen. Ein kleines Video habe ich ja auch zusammengeschnitten. Ich weiß noch nicht genau ob ich es einfach als Erinnerung behalten soll oder vielleicht bei der Bewerbung mitsende. Hier der Link: http://vimeo.com/user28537973/skiing-paul

Meine erste Wahl würde natürlich auf Whistler fallen, aber es gibt noch viele weitere Resorts in denen ich mich bewerbe. Zum einen als Skilehrer und zum anderen werde ich auch Bewerbungen an Hotels senden die immer Ski Guides für ihre Gäste einstellen.

Um von Vancouver aus Unternehmungen zu planen nehme ich oft den guten Lonely Planet Canada Reiseführer zur Hand, danke Opa und Oma für das Geschenk. So haben wir schon richtig viel an freien Tagen unternommen:
Fahrradtour durch den Stanley Park, der wurde übrigens vor kurzem erst zum schönsten Stadtpark der Welt gekührt (http://vancouver.ca/parks-recreation-culture/stanley-park.aspx), Wandern über die Hängebrücke im Lynn Canyon, Granville Island Foodmarket, Sonnenuntergänge am Strand, Richmond Night Market, Grouse Mountain Wanderung uvm.
Die Wanderung auf den Grouse Mountain ist sehr bekannt und beliebt weil sie für alle Sportbegeisterten eine Herausforderung darstellt. Der Stieg mit 850 Metern Höhenunterschied wird nicht umsonst “Grind” (deu. Plackerei) genannt (https://www.grousemountain.com/grousegrind). Ich habe für den Aufstieg ca 55 min. gebraucht und möchte es auf alle Fälle nochmal unterbieten. Ich wusste beim ersten mal ja nicht wirklich was mich erwartet und hatte einen schweren Rucksack dabei. Der Weltrekord ist glaube ich 23 min. Wenn man sieht wie da einige hochrennen ist es echt nicht normal. Die “Plackerei” lohnt sich aber spätestens auf dem Gipfel des Grouse Mountain, auf dem sich auch ein Ski Resort erschließt. Ski ist auch ein gutes Stichwort für einen Besuch den ich letzte Woche bekommen habe. Eine Skilehrer Kollegin aus Saalbach arbeitet zur Zeit in Jasper, Alberta, ca 9 Stunden von hier in den Rockies. Sie wollte sich in der Zeit in der sie in Canada ist auch Vancouver anschauen und wir haben einige Sehenswürdigkeiten zusammen angeschaut. Es war super mal wieder einen österreischichen Dialekt zu hören. Aber wie man ja so gut weiß sagen Bilder mehr als tausend Worte:

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Das Nachtleben in Vancouver ist auch sehr abwechslungsreich, aber auch nicht gerade günstig. Man kann entweder in ein Kneipenviertel wo man in Pubs viele Einheimische trifft oder im Granville Entertainment District in Clubs zum Tanzen gehen wo viele Touristen unterwegs sind. Die Eintrittspreise zu den Clubs sind aber am Wochenende alle zwischen 15 und 25 $. Es gibt aber immer wieder Gutscheine mit denen man vor 23 Uhr freien Eintritt bekommt. Also rein, Stempel holen und zurück ins Hostel zum Vortrinken. Von Hip Hop Clubs im Bambule style bis zu Elevtro Night Clubs ist alles vertreten.

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Einen kleiner Zwischenfall mit meinem Skateboard ist vielleicht noch erwähnenswert. Leider hat mir ein Auto die Vorfahrt genommen und ich musste den Asfallt knutschen. Die Hand ist ganz schön in mitleidenschaft gezogen. Ansonsten hauptsächlich viele Schürfwunden und nix gebrochen. Gott sei dank!
Nächste Woche werde ich an meinen freien Tagen wahrscheinlich mal nach Whistler mit einer Busreise fahren. Meine Zimmerkollegin aus Australien hat letztens einen Gutschein bei einem Quiz gewonnen, den sie leider nicht einlösen kann, also habe ich ihn zum Abschied geschenkt bekommen.
Deutsche gibt es in dem Hostel ziemlich viele. Aber ich versuche so wenig wie möglich nur mit deutschen abzuhängen, um einfach gezwungen zu sein Englisch zu reden. Was sich auch schon merklich auszahlt. Ich fühle mich schon viel sicherer und muss nicht mehr so viel nachdenken über irgendwelche regeln, außerdem lernt man auch schnell verschiedene Akzente zu verstehen. Obwohl ein schottischer Akzent kombiniert mit etwas Alkohol einfach kein Englisch beinhaltet 😉

Also wie versprochen habe ich mich zu wort gemeldet sobald sich was Jobtechnisch getan hat. Ich versuche mich demnächst einfach immermal kurz zu melden, nicht ganz so ausführlich.
Für August habe ich übrigens auch schon einen Plan, was ich dann auf Vancouver Island machen werde. Es hat etwas mit dem Meer und großen Säugetieren die darin leben zu tun. Ihr könnt gespannt sein!!!

Bis dahin haltet die Ohren steif und genießt den Sommer! Mehr Bilder gibt es hier auf picasa web: https://picasaweb.google.com/117856915589512873100/CanadaWorkTravel1415#

Grüße paule

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