Aloha aus Hawaii

Der Abschluss meines Work and Travel Jahres haette besser nicht sein koennen. Nach dem spannenden Abenteuern in der kaelte von Alaska ging es fuer 2 Wochen zum entspannen und erkunden nach Hawaii. Die Inselgruppe (mit 8 Hauptinseln) im pazifischen Ozean gehoert zu den 50 US-Bundesstaaten und ist von Vancouver in 5 Flugstunden zu erreichen. Mit 3 weiteren Stunden Zeitverschiebung war ich dann also genau 12 Stunden hinter der deutschen Zeit und buchstaeblich auf der anderen Seite der Erde. Auf meinem Plan Stand die Insel Oahu mit der Hauptstadt Honolulu und die Insel Kauia mit der wunderschoenen Na Pali Kueste.

Erster Sonnenuntergang in Hawaii

Erster Sonnenuntergang in Hawaii

Nach meiner Ankunft am Flughafen in Honolulu wollte ich irgendwie in den Stadtteil Waikiki mit dem beruehmten Waikiki Beach kommen. Der Busfahrer hat nur US Bargeld akzeptiert was ich zu dem Zeitpunkt leider noch nicht besass. Ein netter Mann auf der anderen Strasenseite der seine Frau abgeholte hat das mitbekommen und mir eine Fahrt nach Waikiki angeboten. Diese spontane und wiedermal glueckliche Situation habe ich natuerlich auch ausgenutzt. In Waikiki bin ich dann die sehr touristische Strandpromenade entlanggeschlaendert und zufaellig in eine Skilehrerkollegin aus Whistler mit ihrem Freund gerannt. Wir haben uns dann gleich fuer den naechsten morgen auf eine kleine Wanderung und erkundungstour mit ihrem Mietwagen gemacht. Ziel war es an der Nordkueste der Insel ein bisschen Schnorcheln zu gehen, also haben wir uns einfach fuer ein paar dollar im Walmart Schnorchel Ausruestung gekauft, denn in Hawaii kann man ganz einfach vom Strand aus zum Riff schwimmen und tolle Meeresbewohner bestaunen.

Schnorchel Tag

Schnorchel Tag

Schwimmen mit einer Meeresschildi

Schwimmen mit einer Meeresschildi

An der Nordkueste der Insel hat es mir auch wesentlich besser gefallen als in den Touristen ueberfuellten Waikiki, sodass ich spontan entschieden habe dort zu bleiben und habe fuer eine Woche in ein cooles Hostel das direkt am Strand gelegen war eingecheckt. 30 $ pro Nacht und super coole Mitbewohner in unserer kleinen Huette. Mit meinen Mitbewohnern haben wir dann auch viel unternommen, wie zb Surfen, Klippenspringen, Fahrradtouren, Strandfussball oder Lagerfeuer am Strand. Auserdem hatte ich mich eigentlich zum Fallschirmspringen angemeldet, allerdings wurde das leider Wegen zu schlechtem Wetter (Wolken) abgesagt 🙁
Hawaii ist vor allem auch fuer die vielen Fruechte bekannt, vor allem Ananas und Papaya waren gerade gereift und wir konnten direkt vor unserm Haus jeden morgen eine Papaya ernten.
Ziel war es fuer mich eigentlich auch meine Surfer Karriere ein bisschen voranzutreiben. North Shore von Hawaii hat mit die besten Wellen auf der ganzen Welt und durch das warme Wasser kann man ohne Neopren Anzug stundenlang im Wasser verbringen. 3 Tage lang habe ich mir ein Brett ausgeliehen. Dieser Sport ist einfach unheimlich schwer, fordert Geduld und ist auch noch gefaehrlich. Man muss so viel paddeln um gegen die Wellen aufs Wasser zu kommen und dann bekommt man in der Stunde vielleicht 3 mal die Chance eine Welle zu reiten, kommt aber aus der balance und steht fuer wenige sekunden. Das ist im vergleich zum Snowboarden nicht viel zeit um sich wirklich zu verbessern. Wie gefaehrlich es ist habe ich dann auch noch an meinem letzten Tag zu spueren bekommen. Eine grosse Welle hat mich vom Board geschmissen und nach unten gedruckt, sodass ich meinen Ruecken an den scharfen Korallen des Riffs aufgerissen habe. Wiedermal eine neue Narbe die meine Geschichten erzaehlt.

Klippenspringen in der Bucht von Waimea

Klippenspringen in der Bucht von Waimea

Unsere Cabin mit einem Papaya Baum

Unsere Cabin mit einem Papaya Baum

Eine Woche habe ich auf Oahu verbracht und bin dann mit einem Inselflugzeug nach Kauai, eine kleinere Insel im Norden geflogen. Vor meiner Abreise in Vancouver habe ich noch von einem Bekannten den Tipp bekommen auf Kauai die Napali Kueste entlang wandern zu gehen. Und genau das stand auch auf meinem Plan. Mit einem Mietwagen habe ich letzte Beschaffungen wie Essen und kleinere Camping Utensilien gemacht um dann an den Start des mehrtaegigen Trips zu fahren. Aus Kanada hatte ich Schlafsack und Matratze mitgenommen. Ziel der Wanderung war das Kalalau Valley (Tal der Wunder), ein abgelegener Strand den man nur auf Landweg zu Fuss betreten darf. Das heist Touristen koennen nicht mit Booten angekuttert werden…
Die 6 Stunden Wanderung mit schwerem Gepaeck ging entlang der einzigartigen Steilkueste der Napali Coast. Auf der linken Seite konnte man staendig den Urwald mit Wasserfaellen bewundern, in dessen Landschaft zahlreiche Filme wie z.b. auch jurassic park oder king kong gefilmt wurden, auf der rechten seite die weite des ozeans mit dem rauschen der brandung.

Wanderung an der Napali Coast

Wanderung an der Napali Coast

Dschungel mit den Lava Bergen

Dschungel mit den Lava Bergen

Angekommen in Kalalau erwartete mich das Paradies! Wunderschoener Strand mit einem Wasserfall, Hoehlen und einem Wald am anderen Ende. Mein Lager habe ich an der Waldgrenze zum Strand aufgebaut. Als Zelt hatte ich nur eine Plane die ich mit einer Schnur an den Baeumen befaesstigt habe. Gekocht wurde dann am Feuer und mit einem kleinen Camping Kocher. Offiziell muss man eine Genehmigung besorgen um dort den Zelt Platz zu benutzen, allerdings sind diese Genehmigungen immer sehr frueh ausverkauft und so richtig kontrolliert wird auch nicht. An diesem Strand leben einige Leute seit Monaten und Jahren. Vor allem Menschen die durch Events vom Leben enttaeuscht wurden und ein Aussteigerleben als Hippies fuehren. Ich habe in den Tagen dort drausen so viele beruehrende Lebensgeschichten gehoert von Leuten die Eltern verloren haben oder tief im Drogensumpf waren. Das Leben in der Wildnis haben sie dann auf das noetigste beschraenkt, so wird sich zum beispiel teilweise von eigens angebauten Pflanzen (Taro Pflanze) ernaehrt, am Feuer gekocht und von Blaettern mit Stoeckchen gegessen. Fuer die Leute dort ist es ein magischer Ort an denen viel gebetet wird und yoga praktiziert wird, eben das TAL DER WUNDER.
In der Zeit dort habe ich die Gastfreundschaft der Einheimischen genossen und mich am Gemeinschaftsleben beteiligt in dem ich beim ernten, Feuerholz suchen und kochen geholfen habe. Am zweiten Abend wurde am Feuer Pizza selbstgemacht und wie schon erwaehnt von Olivenbaum Blaettern gegessen. Wir sassen auf ausgebreiteten Decken, Frauen waren Oberkoerperfrei, dazu wurde gesungen, Kava Tee getrunken und Geschichten erzaehlt. Kava ist die Wurzel einer Pflanze die zermahlen und mit wasser vermischt wird, durch den Tee bekommt man einen Rausch und wird ziemlich high, macht den Mund taub und man wird super entspannt.

Das Tal der Wunder

Das Tal der Wunder

Mein Lager im Dschungel

Mein Lager im Dschungel

Als dank wurde ich dann von einem Jungen und einem Maedl am naechsten Tag in das Tal gefuehrt und mir wurden die Gaerten gezeigt, ein Wasserfall und tolle Badestellen im Fluss. Die 5 Stunden wandern durch den Dschungel haben wir alle Barfuss gemacht um mit der Erde in Einklang zu kommen. Mir haben die Fusse dann schon wie hoelle wehgetan. Am letzten Tag bin ich dann mit einem Bekannten um die Klippe herum zu  einem anderen Strand geschwommen. Auf halben Weg hat mich eine boese Feuerqualle erwischt, das hat hoellisch wehgetan aber im ersten moment nur auf der Haut. Als ich dann nach 40 min schwimmen am anderen Strand angekommen bin hat das Gift der Qualle mein Nervensystem erreicht. Als Folge musste ich mich uebergeben, habe Magen und Muskelkraempfe bekommen. Ich hatte echt ne ordentliche Dosis abbekommen und ne heftige Reaktion. Zum Glueck war ein Kanu fahrer an dem Strand der mir dann angeboten hat mich mit zum Kalalau Strand zurueck zu nehmen. Neben diesem Erlebnis habe ich mich aber in Hawaii sicher gefuehlt. Hawaii hat keine wirklich giftigen oder jagenden Tiere an Land die einen toeten koennen. Das gefaehrlichste ist wohl ein Wildschwein, die dort sehr aggressiv sind. Also ein guter Ort um im Urwald zu leben.

Die Gaerten im Dschungel mit einer Guave in der Hand

Die Gaerten im Dschungel mit einer Guave in der Hand

Die Pools des Kalalau Flusses

Die Pools des Kalalau Flusses

Zurueck aus der Wildnis habe ich am ersten Abend an einem traditionellen Fest, dem Luau teilgenommen. An dem ein Schwein im Erdofen zubereitet wird und als Show traditionelle Taenze aufgefuehrt werden. Ein gutes Event dass man mal gesehen haben muss wenn man in Hawaii war.
Meinen letzten Tag habe ich dann noch in Oahu verbracht und bin mit einem Mietwagen und Alesha einer Freundin aus Whistler die ich durch zufall getroffen habe um die Insel gefahren. Leider wurde bei einem Strandbesuch die Beifahrerscheibe meines Autos aufgebrochen und Aleshas Rucksack mit ihrem australischen Reisepass und Geldboerse geklaut.

Im grossen und ganzen hat mich Hawaii positiv ueberrascht und mir sehr gut gefallen mit den Lava Bergen und Vulkansteinen.

Jetzt kann ich nicht mehr zu viel schreiben, Ich will ja meinen Flug in die Heimat nach Deutschland nicht verpassen. Einige haben ja durch mein kleines Raetsel in meinem letzten Artikel schon rausgefunden wann genau ich wieder in Frankfurt landen werde.

Viele liebe Gruesse aus Vancouver wo ich meine letzten Tage verbracht habe. Bleibt immer schoen abenteuerlustig und wir sehen uns dann hoffentlich bald.

Paule