Ski – Eat – Sleep … Repeat

Roadtrip: 12 Tage – 6 Skigebiete – 1.900 Kilometer

Ein Ski Guide hat in der Wintersaison 12 Tage Urlaub am Stück… Natürlich versucht er so viel Zeit wie möglich auf dem Berg zu verbringen und sucht nach neuen Herausforderungen.

Andy und ich sind in den freien Tagen auf ski safari gegangen. Auto voll packen mit Ski, Essen, Schlafsack und los gehts Richtung Rocky Mountains.

Unser treuester Reisepartner Henry, ein weißer 12 Jahre alter Pontiac Montana, hat uns in der ersten Nacht ins Big White Skigebiet bei Kelowna transportiert. In Big White haben wir bei Kaufi, einem guten Freund aus der Heimat übernachtet. Geschneit hat es in Big White schon länger nicht, allerdings hatten wir dafür Sonnenschein pur und tolle Ausblicke.

Chair Lift durch Big White

Chair Lift durch Big White

Snow Ghosts in Big White

Snow Ghosts in Big White

Silver Star Mountain Resort

Auf dem Weg zu nach Revelstoke haben wir auf der Karte das kleine Skigebiet Silver Star gefunden und natürlich haben wir  dort für einen Tag stopp gemacht um uns dort mal auszutoben. Und es hat sich gelohnt!
Das Wetter und der Schnee waren zwar nicht besonders gut. Relativ feuchter Schnee bei Schneeregen und Bewölkung.
Aber das Skigebiet hat trotz weniger Skilifte so viele Varianten zum Abfahren, sehr steile Abfahrten in den Wäldern.
Und diese oft versteckten Abfahrten haben wir durch Siobhan gefunden, ein einheimisches Mädel dass wir auf einer unserer ersten Liftfahrten kennengelernt haben. Sie war mal Rennfahrerin und ihre ganze Familie hat an dem Tag am Rennkurs gearbeitet oder wie z.B. ihr kleiner Bruder sogar beim Rennen teilgenommen. Auf alle Fälle haben wir uns gut verstanden und ihre Mutter hat uns dann zum Abendessen eingeladen. Natürlich haben wir das angenommen. Also sind wir zu der Adresse gefahren und wir haben uns in einer 5 Mio. $ Villa wiedergefunden. Whirlpool, Heimkino, rießiger Küche und Glasfront am Berg. Zum Abendessen gab es Reis mit Wildlachs und Gemüse. Ich habe um Wasser gebeten, weil unser Plan war am Abend noch weiterzufahren. Allerdings hat Ann-Marie mir Wein eingeschenkt begleitet vom Satz: Ihr fahrt heute nirgends mehr hin, ihr könnt hier schlafen. Naja als Reisender ohne wirklich eine Unterkunft zu haben sind wir gerne in dem Haus geblieben.

Abendessen bei den Clancys

Abendessen bei den Clancys

Henry vollgepackt !!

Henry vollgepackt !!

Als weitere Stationen standen Revelstoke, Kicking Horse, Panorama und Fernie auf dem Programm.
In Revy haben wir bei einem Freund von Andy schlafen können, der uns auch mit zum Skitouring als Guide geführt hat. Der Schnee ist immer besser geworden und wir hatten viele tolle Tiefschneeabfahrten. Beim Skitouring haben wir ein paar kleine Lawinen ausgelöst, aber nix beunruhigendes. Aber es war eine gute Erfahrung und Übung wie man mit so einer Situation umgehen sollte.

Ski Tour in Revelstoke!

Ski Tour in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Pulverschneeabfahrt in Revelstoke!

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Abfahrt mit kleiner Lawine im Hintergrund geschafft

Ab Golden hat uns dann Marion aus Calgary begleitet. Marion habe ich vor 1,5 Jahren auf Vancouver Island kennengelernt, wir haben dort viel Zeit im Sommer verbracht und sind in Whistler zusammen Ski gefahren. Sie hat Freunde in Golden und Fernie bei denen wir schlafen konnten und ihre Eltern sogar ein eigenes Haus am See in Windermere (Nahe Panorama).

Marions Haus in Windermere

Marions Haus in Windermere

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

Stairway to Heaven mit Marion in Kicking Horse

In Golden (Kicking Horse Ski Gebiet) hatten wir den richtigen Champagne Powder. So leichter und trockener Schnee dass man richtig tief einsinkt. Das Skigebiet dort hat auch viel zu bieten, allerdings gibt es nur eine Gondel und einen Sessellift von dem aus man viel erlaufen kann. Wie zum Beispiel den Terminator 1 & 2, so werden die zwei Berge genannt die man in 15 min. zu Fuß erklimmen kann.

Am besten hat mir aber eigentlich Revelstoke gefallen. Es hat mich am meisten an Whistler erinnert und hat viele verschiedene Variationen zu bieten. Steile Abfahrten im Wald sowie tolles Gelände zwischen Felsen.

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

An diesem Schild sind wir natürlich nicht vorbeigefahren (denkst du?)

Liegestütze am Hang

Liegestütze am Hang

Nach einem Tag Skifahren in Fernie mussten wir uns leider auf dem Weg zurück nach Whistler machen, nachdem es über 30 cm Neuschnee über Nacht gegeben hat. Also sind wir mit einem weinenden Auge losgefahren. Aber das Risiko erst über Nacht zu fahren war zu groß, da wir am nächsten Tag wieder in Whistler arbeiten mussten. Und es hat sich auch bewährt. Die Strecke von Fernie nach Whistler beträgt 1080 km und ca 12 Stunden Autofahrt. Circa 400 km vor dem Ziel hat einer unserer Reifen den Geist aufgegeben und sich verformt. Wir haben es noch bis kurz vor 18 Uhr nach Kamloops geschafft und gerade so eine Werkstatt gefunden die uns Helfen konnten.

Zurück in Whistler hat die Arbeit wieder gerufen. Aber so schlimm ist das ja auch nicht. Der Vater von der Familie bei der wir übernachtet haben, ist eine Woche später nach Whistler auf eine Dienstreise gekommen und hatte einen Tag frei zum Skifahren. Gerne habe ich ihn den Tag unterricht gegeben als Dank für die nette Gastfreundschaft in Silver Star.
Es ist ein tolles Gefühl dafür Geld zu bekommen was man liebt und gerne macht. Beim nächsten mal werde ich schreiben was sich in meinem Job als Ski Guide alles so abspielt.
Hier ein kleiner Einblick wie so ein Tag Ski Guiding aussehen kann: https://vimeo.com/157677371

Viele Liebe Grüße aus Kanada

Euer Paul